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Olympia

Thomas Bach im Amt des IOC-Präsidenten bestätigt

SID
© getty

Thomas Bach bleibt für vier weitere Jahre an der Spitze des Weltsports. Der Ex-Fechter und Anwalt aus Tauberbischofsheim wurde von der IOC-Versammlung im Amt des Präsidenten bestätigt. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.
 

Auf die Huldigungen aus der ganzen Welt folgte die Wiederwahl: Thomas Bach ist mit großem Zuspruch im Amt des IOC-Präsidenten bestätigt worden - verbunden mit dem klaren Auftrag, die olympische Familie durch die turbulenten Zeiten führen. Der 67-Jährige aus Tauberbischofsheim wurde auf der 137. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) für vier Jahre wiedergewählt. Dafür gab er ein Versprechen ab: In der Schlacht gegen Corona und für Tokio 2020 "werden wir wie olympische Athleten kämpfen".

Bach verfolgte die Lobpreisungen aus der Kommandozentrale in Lausanne, vor ihm eine Wand mit Bildschirmen, auf denen die fast 100 IOC-Mitglieder zugeschaltet waren. Einen Gegenkandidaten oder eine Opposition hatte er nicht zu fürchten. Seine Ausnahmestellung hat sich Bach mit dem Aufbau einer Hausmacht erarbeitet. Über 50 neue Mitglieder wurden ernannt, seitdem er das Sagen hat. Spätestens 2025 muss er jedoch laut Olympischer Charta ausscheiden.

Auch während Bachs Krönungsmesse war keine Kritik zu hören, Anerkennung umso mehr. "Sie haben alle Probleme gelöst" oder "Sie haben die olympische Ehre gerettet", lauteten Kommentare, Generaldirektor Christophe de Kepper lobte Bachs "menschliche Qualitäten". Schon als Bach im Sommer 2020 seine Kandidatur verkündet hatte, brach in der Vollversammlung ein Jubelsturm aus.

Auch am Mittwoch wurde dick aufgetragen, manchmal etwas zu dick. "Sie sehen frisch, ausgeruht und ganz toll aus. Das verleiht uns Energie", schmeichelte Samira Asghari aus Afghanistan, mit 26 Jahren das jüngste IOC-Mitglied, ihrem Präsidenten. "Nur drei Dinge: Glückwünsche, ein Dankeschön, und ich freue mich", lautete der Kommentar von FIFA-Boss Gianni Infantino. Auch die großen Verbände verliehen ihrer Hoffnung Ausdruck, dass Bach mit seinem diplomatischem Geschick und seinen Kontakten zur G20 dafür sorgt, dass die Sommerspiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) stattfinden können.

Die Erklärung der G20-Staaten ermutige das IOC, "mit voller Kraft" daran zu arbeiten, die Spiele von Tokio zu einem "Manifest der Sicherheit für Frieden, Solidarität und Widerstand im Kampf gegen die Pandemie" zu machen, sagte Bach in seiner Begrüßungsrede: "Wir haben keinen Grund, daran zu zweifeln, dass die Eröffnungszeremonie am 23. Juli in Tokio stattfinden wird."

Bach hatte im September 2013 auf der IOC-Session in Buenos Aires/Argentinien das oberste Funktionärsamt im Weltsport übernommen und die Nachfolge von Jacques Rogge (Belgien) angetreten. Der Fecht-Olympiasieger von Montreal 1976 ist der erste deutsche und der insgesamt neunte Präsident in der Geschichte des IOC seit 1894. Bachs Wiederwahl war für die Session in Athen geplant gewesen, die Corona-Pandemie zwang die Versammlung in den digitalen Raum.

Die Sicherung der Spiele im Sommer 2021 und darüber hinaus ist Bachs große Aufgabe, die er mit seiner Agenda 2020 verfolgt. Dazu tragen auch seine milliardenschweren Verträge bei, die er mit den TV-Partnern und Sponsoren abgeschlossen hat. 88 Prozent der Ziele der Agenda seien erreicht. Sagt das Bach treu ergebene Exekutivkomitee, die Regierung des IOC.

Kritisch wird Bach hingegen von Athletinnen und Athleten gesehen - nicht zuletzt in seiner Heimat. Sie fordern mehr Mitsprache, eine Begrenzung der Machtfülle, die das IOC und sein Präsident in Fragen der Olympischen Spiele besitzen, und ein deutliches Bekenntnis zu Menschenrechten. "Die Reformen, die er bereits zu Beginn seiner letzten Amtszeit angekündigt hat, müssen sich jetzt in Ergebnissen wiederfinden", sagt Johannes Herber, Geschäftsführer der Athleten Deutschland.

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