Cookie-Einstellungen
Wintersport

Deutsche Bilanz bei der Biathlon-WM: Historisch schwaches Abschneiden, wenige Lichtblicke

SID
Franziska Preuß gewann mit der Staffel am Samstag Silber.
© getty

Die Silbermedaille der Frauen-Staffel konnte nur kurz über das schwache Abschneiden der deutschen Biathleten bei der WM hinwegtäuschen. Zum Abschluss der Wettkämpfe war Franziska Preuß' Sechster Platz beim Massenstart das Highlight. Die Bilanz ist ernüchternd.

Franziska Preuß und Co. hingen sich feixend ihre Silbermedaillen gegenseitig um den Hals, doch ansonsten hatten die deutschen Biathleten auch am Abschlusswochenende der WM in Pokljuka wenig zu lachen. Die großen Hoffnungen im Schlussspurt der Titelkämpfe erfüllten sich nicht, stattdessen reihten sich weitere Enttäuschungen aneinander.

Die Medaillenausbeute blieb mager, die Weltmeisterschaften auf der slowenischen Hochebene markieren einen historischen Tiefpunkt.

Lediglich zwei Medaillen hatte es seit der Wiedervereinigung nur einmal zuvor für den Deutschen Skiverband gegeben - und 2013 in Nove Mesto gab es weniger Wettbewerbe als heute. "Wir haben nicht das erreicht, was wir erreichen wollten", sagte Bundestrainer Mark Kirchner: "Aber man kann nicht von einer Enttäuschung sprechen, es war nicht alles schlecht." Der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler war dagegen kritischer: "Wir sind nicht zufrieden. Wir wollten mehr aus dieser Weltmeisterschaft herausholen", sagte er im ZDF.

Wieder keine Goldmedaille

Zum zweiten Mal in Serie und erst zum dritten Mal überhaupt beendeten die deutschen Biathleten eine WM ohne Goldmedaille. Im Vorjahr gewannen die deutschen Skijäger in Antholz zwar auch keinen WM-Titel, dafür aber fünf Medaillen. In Pokljuka stehen lediglich die silbernen Plaketten von Arnd Peiffer im Einzel und der Frauen-Staffel zu Buche. Die Konkurrenz aus Norwegen, Frankreich und Schweden ist enteilt.

Dem emotionalen Höhepunkt in der Staffel folgte ohne die erkrankte Denise Herrmann am Sonntag eine weitere Enttäuschung. Auch im vierten Einzelrennen verpassten die deutschen Athletinnen den Sprung aufs Podest, erstmals seit 1997 in Osrblie/Slowakei holten die deutschen Frauen keine Einzelmedaille.

Preuß: "Eigentlich war es eine gute WM"

Preuß lief beim Sieg der Österreicherin Lisa Theresa Hauser im Massenstart über 12,5 km mit zwei Schießfehlern als beste Deutsche auf Rang sechs. "Natürlich war mein Ziel, eine Einzelmedaille zu gewinnen, das habe ich knapp nicht geschafft", sagte die 26-Jährige etwas enttäuscht.

Vanessa Hinz überzeugte mit nur einer Strafrunde als Zehnte. Das Rennen stand sinnbildlich für die Auftritte der deutschen Frauen bei der WM: Viele gute Ansätze, doch "die Medaille fehlt natürlich", wie Trainer Kristian Mehringer resümierte.

"Eigentlich war es eine gute WM. Ich bin in Reichweite, das nehme ich mit. Es sind nur kleine Stellschrauben", sagte Preuß. An ihren fulminanten Sturm zu Silber in der Staffel darf sie sich gerne länger erinnern. Mit einer beeindruckenden Aufholjagd und starkem Schlussspurt verschaffte Preuß den deutschen Frauen endlich auch mal "einen Grund zum Feiern". Nur die Norwegerinnen waren um 8,8 Sekunden besser.

Peiffer verpasst zweite Medaille beim letzten Schießen

Nach einem totalen Einbruch von Erik Lesser quittierten die Männer in der Staffel über 4x7,5km das zweitschlechteste WM-Ergebnis seit der Wiedervereinigung. "Die letzte Runde ging gar nichts mehr. Eine wirkliche Erklärung habe ich nicht", sagte DSV-Arzt Jan Wüstenfeld über Lesser. Schon nach dem sonst so verlässlichen Startläufer waren alle Träume von der vierten Staffel-Medaille in Serie bei einem Großereignis dahin.

Im Massenstart konnte Peiffer dagegen bis zum letzten Schießen träumen, doch dann glitt dem Routinier seine mögliche zweite Medaille durch zwei Fehler aus den Händen. Letztlich blieb beim erneuten Sieg des Norwegers Sturla Holm Lägreid nach insgesamt drei Strafrunden nur Rang zwölf. "Unterm Strich passt's schon", sagte der 33-Jährige. Das gilt allerdings nicht bei vielen deutschen Athleten.

Werbung
Werbung