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Wintersport

Ski-WM: Lara Gut-Behrami besiegt Mikaela Shiffrin im Hundertstel-Krimi

SID
Lara Behrami-Gut hat Gold im Riesenslalom gewonnen.
© getty

Nie ging es knapper zu in einem WM-Rennen der Frauen: Lara Gut-Behrami holt in einem wahren Krimi Riesenslalom-Gold vor Mikaela Shiffrin.

Als Mikaela Shiffrin über die Ziellinie raste, als damit zugleich die letzte Klappe in einem Hundertstel-Krimi fiel, konnte Lara Gut-Behrami ihr Glück kaum fassen: Noch immer stand ihr Name ganz oben auf der Anzeigetafel - noch einmal entfuhr ein gewaltiger Schrei ihrer Kehle.

Mit 0,02 Sekunden Vorsprung auf Olympiasiegerin Shiffrin gewann die Schweizerin nach Gold im Super-G und Bronze in der Abfahrt nun auch den Riesenslalom - nie ging es in der mehr als 70-Jährigen WM-Geschichte knapper zu in einem Rennen der Frauen. Schon nach ihrer eigenen Zieldurchfahrt und der Aussicht auf eine Medaille hatte sich Gut-Behrami ausgelassener gefreut als über Gold eine Woche zuvor im Super-G - immerhin dem ersten ihrer erfolgreichen Karriere.

"Es ist unglaublich, eine Medaille zu gewinnen", sagte sie, "der Riesenslalom war immer super wichtig für mich." In diesem Jahr habe sie in dieser Disziplin Stück für Stück zu ihrer alten Stärke zurückgefunden, und dann hätten ihr die Trainer gesagt: "Du fährst gut, mach es einfach." Sie machte und gewann erstmals seit Oktober 2016 einen Riesenslalom.

Während sich WM-Debütantin Andrea Filser (Wildsteig/+4,43 Sekunden) im zweiten Lauf vom 26. auf den 20. Platz verbesserte und damit besser abschnitt als im Weltcup, war Shiffrin das Hundertstel-Glück diesmal nicht hold: Dreimal zuvor hatten bei WM-Rennen der Frauen 0,02 Sekunden den ersten vom zweiten Platz getrennt, zuletzt 2019 in Are - als Shiffrin vor Sofia Goggia aus Italien den Titel im Super-G gewann. Knappster Sieg in einem WM-Riesenslalom war bislang jener von Maria Epple 1978 vor Lise-Marie Morerod aus der Schweiz in Garmisch-Partenkirchen (0,05).

Shiffrin hat trotzdem noch alle Chancen, Gut-Behrami den Titel als Königen der WM in Cortina d'Ampezzo streitig zu machen. Die 25 Jahre alte Amerikanerin kämpft nach Bronze im Super-G, Gold in der Kombination und nun Silber im Riesenslalom am Samstag noch um den Titel im Slalom. Seit 2013 hat sie in ihrer Paradedisziplin viermal nacheinander Platz eins belegt. Härteste Konkurrentin scheint Katharina Liensberger (Österreich) zu sein: Sie belegte im Riesenslalom mit nur 0,09 Sekunden Rückstand auf Gut-Behrami schon mal etwas überraschend Rang drei.

Die 27 Jahre alte Filser war nach Platz elf im Parallel-Rennen, Bronze mit der Mannschaft und der Leistungssteigerung im zweiten Lauf sehr zufrieden mit ihrer WM, zumal ihr wie vielen anderen Deutschen in Cortina das beste Karriereresultat gelang. "Es bleibt ein gutes Gefühl", sagte sie und beteuerte mit Blick auf die Zukunft: "Es ist noch vieles möglich." Im ersten Lauf hatte sie noch etwas müde gewirkt, womöglich eine Folge des Feueralarms im deutschen Hotel, der sie nachts um zwei aus dem Schlaf gerissen hatte.

Zu den Verlierern des Tages gehörten neben der zweimaligen Weltmeisterin Tessa Worley (Frankreich/7.) vor allem Marta Bassino aus Italien und Petra Vlhova aus der Slowakei. Vlhova, die vor zwei Jahren in Are den Titel vor Viktoria Rebensburg gewonnen hatte, belegte nur Rang zwölf - einen Platz vor Parallel-Weltmeisterin Bassino, die von den sechs Saison-Rennen im Riesenslalom vier gewonnen hatte.

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