Wintersport

Biathlon: Ustjugov wegen Dopings disqualifiziert - nachträgliches Olympia-Gold für DSV-Staffel?

SID
Jewgeni Ustjugov war Teil der russischen Gold-Staffel in Sotschi.
© getty

Die deutschen Biathlon-Männer könnten nachträglich Staffel-Gold von den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi erhalten. Wie der Weltverband IBU am Samstag im Rahmen der WM in Antholz mitteilte, werden Jewgeni Ustjugov wegen des Verstoßes gegen Anti-Doping-Regeln alle Ergebnisse zwischen dem 27. August 2013 und dem Ende der Saison 2013/14 aberkannt.

Ustjugov war Teil der russischen Staffel, die vor sechs Jahren Olympiasieger geworden war. Das deutsche Quartett mit Erik Lesser, Daniel Böhm, Arnd Peiffer und Simon Schempp hatte in Sotschi den zweiten Platz belegt. Die Entscheidung über eine nachträgliche Disqualifikation der russischen Staffel und eine Neuvergabe der Medaillen kann aber nur das Internationale Olympische Komitee (IOC) treffen.

Die IBU hatte im November 2018 auf Grundlage der Daten aus dem Moskauer Labor-Informations- und Management-System (LIMS) Verfahren gegen Ustjugow, der 2010 bereits Olympiagold im Massenstart gewonnen hatte, und drei weitere russische Biathleten eingeleitet. Darunter war auch die ebenfalls bereits zurückgetretene Swetlana Slepzowa, Staffel-Olympiasiegerin von 2010. Deren Resultate strich die IBU ebenfalls für den Zeitraum vom 22. März 2013 bis zum Ende der Saison 2013/14 wegen Verwendung des Anabolikums Ostarin aus den Ergebnislisten.

Sowohl Ustjugov als auch Slepzowa haben 21 Tage Zeit, das Urteil der IBU vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS anzufechten. Wie die russische Nachrichtenagentur TASS berichtete, werden beide Athleten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

Erst am Donnerstag hatte die IBU bekannt gegeben, dass gegen Ustjugov wegen Unregelmäßigkeiten in dessen biologischem Pass zwischen Januar 2010 und Februar 2014 ein weiteres Verfahren eröffnet wurde. Laut TASS hat der 34-Jährige, der seine Karriere nach der Saison 2013/14 beendet hatte, bei einem Gericht in Österreich Klage gegen die in Salzburg ansässige IBU eingereicht.

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