Wintersport

Vierschanzentournee: Fünf Erkenntnisse aus dem Tournee-Auftakt in Oberstdorf

Von SPOX
Karl Geiger sprang zum Auftakt der Tournee auf Platz zwei.
© getty

Karl Geiger eiskalt, Richard Freitag schon draußen, ein Topfavorit und drei Jäger, beste Stimmung in Oberstdorf und Finnland auf Formsuche: Die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus dem Auftakt der Vierschanzentournee.

1. Der Karle kann's

Der Druck hätte kaum größer sein können: Lokalmatador, Mitfavorit, 25.500 Augenpaare nur auf ihn gerichtet. Doch Karl Geiger hielt stand, anders als in den vergangenen Jahren. "Ein bisschen nervös war ich schon", gab der Oberstdorfer nach seinem zweiten Platz zu, als der Stresstest mit Bravour bestanden war. Wer im Hexenkessel so auftrumpft, muss sich auch vor den kommenden Aufgaben nicht fürchten.

2. Ein Topfavorit und drei Jäger

Eigentlich kommen nur noch vier Springer als Anwärter auf den Gesamtsieg infrage: Natürlich Ryoyu Kobayashi, mit 305,1 Punkten erneut der Sieger von Oberstdorf, sowie seine drei Verfolger Karl Geiger (295,9), Dawid Kubacki aus Polen (294,7) und Stefan Kraft aus Österreich (291,2). Dahinter klafft bereits eine kleine Lücke. Kaum vorstellbar, dass dieses Top-Quartett noch geschlossen patzt. Einzig das für Windkapriolen berüchtigte Innsbruck könnte noch einen Strich durch die Rechnung machen.

3. Oberstdorf rockt

25.500 Zuschauer brachten den Schattenberg zum Beben, seit Jahren ist der Auftakt der Tournee ausverkauft. Schon zur Qualifikation kamen 15.500 Zuschauer - mehr als zu den meisten Weltcups. "Oberstdorf hat sich zu den Top-Drei-Springen der Welt gemausert", sagte Ex-Bundestrainer Werner Schuster, der erstmals als Zuschauer zu Gast war. Der viermalige Olympiasieger Simon Ammann lobte: "Die Stimmung hier ist einfach unglaublich. Das ist die beste Arena, um zu gewinnen."

4. Freitag hat fertig

Vor zwei Jahren kämpfte Richard Freitag noch um den Tourneesieg, nun ist er völlig außer Form. In seiner Wahlheimat Oberstdorf verpasste der Sachse sogar den Wettkampf der besten 50, am Montag zog Stefan Horngacher die Reißleine. "Ritschi ist derzeit nicht in der Lage, so einzugreifen, dass er schnell auf ein hohes Niveau kommt", sagte Horngacher: "Wir haben jetzt entschieden, dass er rausgeht aus der Vierschanzentournee und sich zu Hause dem Training widmet."

5. Armes Finnland

Janne Ahonen ist mit fünf Triumphen noch immer Rekordsieger der Tournee, Matti Nykänen bis heute einer der größten Namen des Sports. Doch die Gegenwart des finnischen Skispringens ist düster, so wie schon seit Jahren. In Oberstdorf überstand nur ein einziger Suomi-Springer die Qualifikation: Antti Aalto belegte am Ende den 37. Platz. Ein Ende der Durststrecke ist nicht in Sicht.

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