Wintersport

"So wird es wieder": Eisenbichler mit Lebenszeichen, Geiger weiter in Topfform

SID
Markus Eisenbichler schob sich im zweiten Durchgang auf den 15. Platz vor.
© imago images

Nach dem verkorksten Teamspringen zeigen sich die DSV-Adler im Einzel von Klingenthal von ihrer guten Seite und lassen für die Vierschanzentournee hoffen.

Markus Eisenbichler konnte nach großer Aufholjagd endlich wieder lachen, Karl Geiger strahlte trotz knapp des verpassten Podestplatzes: Die deutschen Skispringer haben beim schwierigen Heimweltcup im Klingenthal für einen versöhnlichen Abschluss gesorgt.

Nach dem schwachen sechsten Platz im Teamwettbewerb bestätigte Vizeweltmeister Geiger mit Rang fünf beim Sieg des Japaners Ryoyu Kobayashi seine Topform. Sorgenkind Eisenbichler meldete sich kurz vor der heißen Vierschanzentournee-Phase mit seinem besten Saisonsprung zurück.

"Der zweite Sprung hatte die gewisse Lockerheit, so wird das vielleicht schon bald wieder was", sagte der zuletzt kriselnde Dreifach-Weltmeister Eisenbichler am ARD-Mikrofon, nachdem er mit 132,0 m im zweiten Durchgang noch von Platz 28 auf 15 geflogen war. Dass dem Siegsdorfer die alte Stabilität noch abgeht, zeigte indes der verkorkste erste Versuch (124,0).

"Da war ich zu aggressiv, sozusagen im Beast Mode", sagte Eisenbichler, der nach dem Sprung stocksauer davonstürmte und die Tür zur Kabine hinter sich zuschlug: "Wenn ich normale Sprünge mache, kann ich gut mithalten."

Karl Geiger knackt die Top 5

Ganz vorne mithalten kann indes Geiger, der auch im fünften Saisoneinzel unter die Top 10 kam, erneut mit Abstand bester Deutscher war. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, die Sprünge sind auf einem guten Niveau. Klar, Podest wäre schöner, aber die anderen springen sensationell", sagte der Oberstdorfer, dem keine zwei Meter zu Rang drei fehlten. So blieb der dritte Platz im Frauenwettbewerb am Samstag von Geigers Klubkollegin Katharina Althaus das einzige deutsche "Stockerl".

Weil auch Teamweltmeister Stephan Leyhe (17.) einen starken zweiten Sprung zeigte, durfte Bundestrainer Stefan Horngacher zufrieden in Richtung Tournee-Generalprobe am kommenden Wochenende in Engelberg blicken. "Karl ist auf einem Super-Niveau, der zweite Durchgang von Markus und Stephan war extrem wichtig. Nach dem schwachen Teamspringen gibt uns das Aufwind", sagte der Österreicher.

Zum Favoriten für die am 29. Dezember in Oberstdorf beginnende Tournee wird Titelverteidiger Kobayashi, der nach Sprüngen auf 136,5 und 134,0 m (277,0) seinen 14. Weltcupsieg feierte. Platz zwei ging an den Österreicher Stefan Kraft (274,0) vor dem Norweger Marius Lindvik (269,5). Kobayashi übernahm die Führung im Gesamtweltcup vom Norweger Daniel Andre Tande, der angeschlagen nur 18. wurde. Am Freitag hatte den Skiflugweltmeister der Ski eines Vorspringers am Knöchel erwischt.

Klingenthal: Schwerer Sturz von Norweger Markeng

Überschattet wurde der Wettkampf am Sonntag von einem schweren Sturz von Tandes Landsmann Thomas Aasen Markeng, der bei der Landung nach 131,0 m zu Fall kam und mit einer Knieverletzung auf einer Trage aus dem Auslauf gebracht wurde. Trainer Alexander Stöckl gab kurz darauf leichte Entwarnung.

Die Olympiazweite Althaus musste sich in einem turbulenten, zunächst wegen heftiger Windböen abgebrochenen und schließlich auf einen Durchgang verkürzten Wettbewerb nur der Österreicherin Chiara Hölzl und Ema Klinec aus Slowenien geschlagen geben. "Ich bin froh, dass ich nach so langer Zeit mal einen guten Sprung zeigen konnte", sagte die 23-Jährige.

Im Teamwettbewerb am Samstag war das deutsche Team bei schwierigen Windbedingungen völlig chancenlos, lag umgerechnet 85 Meter hinter Sieger Polen und belegte wie schon beim ersten Mannschaftsspringen in Wisla Platz sechs. "Von acht Sprüngen waren nur drei gut, das reicht einfach nicht", sagte Horngacher. Der beste Deutsche im Team: natürlich Geiger.

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