Wintersport

Nächste Blamage für deutsche Biathletinnen: Platz zwölf in der Staffel

SID
Schockstarre nach einem "katastrophalen" Stehenschießen: Denise Herrmann kassierte in der Staffel drei Strafrunden.
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Die deutschen Biathletinnen müssen das nächste Desaster verarbeiten. Nach dem Fiasko im Sprint lief die Frauenstaffel am Samstag beim Weltcup in Hochfilzen nur auf Rang zwölf - so schlecht war ein Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) noch nie gewesen.

Denise Herrmann standen nach der nächsten Blamage die Tränen in den Augen, einen solch rabenschwarzen Tag hatte sie sich selbst in den schlimmsten Träumen nicht vorgestellt. "Man konnte ja meinen, ich hätte gestern mit dem Biathlon angefangen. Das hätte sogar meine Oma besser gemacht", sagte Herrmann nach Platz zwölf im Staffelrennen von Hochfilzen, dem schlechtesten Ergebnis einer deutschen Mannschaft überhaupt - an dem sie maßgeblichen Anteil besaß.

Als Zweite des deutschen Quartetts hatte Herrmann beim Weltcup in Österreich zunächst eine grandiose Vorstellung gezeigt, die Lücke zur Spitze dank einer herausragenden Laufleistung und einer traumhaften Serie im Liegendanschlag geschlossen. Dann aber musste sie stehend ran.

"Ich hatte so viel Bewegung auf der Waffe, ich bekam keine Ruhe rein. Ich dachte, dass ich da überhaupt nichts treffe", sagte die Verfolgungsweltmeisterin. Ganz so schlimm war es zwar nicht, durch ihre drei Strafrunden schoss sie das Team des Deutschen Skiverbandes (DSV) aber weit zurück. "Im Biathlon liegen Himmel und Hölle innerhalb weniger Minuten. Und leider kann ein Anschlag auch kriegsentscheidend sein", haderte Herrmann.

Wie die 30-Jährige, die nach dem Rücktritt der siebenmaligen Weltmeisterin Laura Dahlmeier die Rolle als neue Frontfrau bekleiden soll, waren auch die anderen DSV-Athletinnen höchst motiviert angetreten. Tags zuvor hatten sie im Sprint schließlich allesamt die Top 40 verpasst, das hatte es in der so ruhmreichen Geschichte noch nie gegeben.

Aber auch Karolin Horchler (zwei Nachlader) als Startläuferin vor Herrmann sowie Vanessa Hinz (vier) und Franziska Hildebrand (drei) danach kamen nicht fehlerfrei durch. Am Ende lag Deutschland mehr als drei Minuten hinter den siegreichen Norwegerinnen - eine Welt im Biathlon.

"Die Mädels haben sich unter Druck gesetzt. Sie waren verkrampft, nicht frei, nicht locker", erklärte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler, der die Verantwortlichen nach der erneuten Klatsche in die Pflicht nahm: "Die Trainer sind jetzt gefordert, die Mädels aufzubauen. Es bringt nichts, auf sie draufzuhauen."

Das sahen offenbar auch die (prominenten) Fans so. An der Strecke "wurden wir trotzdem den Berg hinauf geschrien", freute sich Hinz. Und in den Sozialen Netzwerken schrieb der deutsche Rodel-Star Felix Loch: "Ladies, Krönchen richten und weitermachen."

Genau das ist auch die Devise, um aus dem Loch so schnell wie möglich herauszukommen. Von einer Top-Platzierung schon in der Verfolgung am Sonntag (12.00 Uhr/ARD und Eurosport) sollte zwar niemand ausgehen, "weil man von uns im Moment ohnehin nichts erwartet", sagte Hinz: "Aber irgendwann werden wir eiskalt zurückschlagen."

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