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Wintersport

Russlands Springer auf der Treppe nach Sotschi

SID
Wolfgang Steiert will mit dem russischen Team hoch hinaus
© Getty

Das Skisprung-Team aus Russland will mit deutschem (Trainer-)Knowhow, dem Sponsor von Schalke 04 und russischem Skispringer-Enthusiasmus zu olympischem Ruhm.

"Unser Auftrag ist klar. Wir sollen in Sotschi 2014 drei Goldmedaillen gewinnen", kündigte Wolfgang Steiert vor der 57. Vierschanzentournee in Oberstdorf an.

Steiert seit vier Jahren Trainer der Russen

Es ist eine komplizierte Mission für den ehemaligen deutschen Bundestrainer, der seit Dezember 2004 für die kühnen Flieger aus dem Riesenreich verantwortlich ist und sich mit fehlenden Schanzen, Strukturen und russischen Ansprüchen plagt.

"Die Olympischen Spiele in Sotschi sind ein Glückstreffer für uns Skispringer. In Russland ist immer Duck nötig, damit sich etwas bewegt", schildert der Schwarzwälder: "Jetzt wird sich vieles entwickeln. Natürlich lastet dabei auch Druck auf uns, aber wir haben ja immerhin noch sechs Jahre Zeit."

Russen wollen olympisches Gold

Getreu dem griffigen Slogan "Stairway to Sochi" will Steiert mit seinem einstigen Exoten-Team "Stufe für Stufe den Weg zur olympischen Goldmedaille beschreiten" und hat sich dafür den zwischenzeitlich auch vom deutschen Team umworbenen Schweizer Bernie Schödler als prominenten Beistand gesichert.

Der einst für Simon Ammann zuständige "Olympiasieger-Macher" soll sich als Steierts Assistent vorrangig um den kontinuierlichen Aufbau einer Leistungspyramide kümmern, in deren Verlauf aus talentiertem Nachwuchs Spitzenspringer werden.

Steiert: "Russland hat alle Voraussetzungen"

"Russland hat doch alle Voraussetzungen. Es ist kalt, es gibt viel Schnee und jede Menge Kinder, die gerne Sport treiben", findet Steiert. Nur eben keine Schanzen, auf denen mutige Kinder trainieren können.

Längst sollten einst mit großem Getöse angekündigte hypermoderne Bakken in Nischni Nowgorod, St. Petersburg und Moskau stehen.

In Oberstdorf bilanzierte Steiert allerdings einigermaßen kleinlaut: "Große Pläne in der Schublade, aber mit der Umsetzung hapert es. Wir hoffen, wenigstens die neuen Olympiaschanzen in Sotschi ab 2012 nutzen zu können."

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Hofer: "Rückkehr des Skispringens zu seinen Wurzeln in Osteuropa"

Der für das Skispringen verantwortliche Renndirektor des Ski-Weltverbandes FIS, Walter Hofer, redete in Oberstdorf nicht mehr über seine Vision eines Weltcups am russischen Neujahrstag (14. Januar) in Moskau.

Sondern Hofer schwadronierte viel lieber über neue Anlagen in Kasachstan, Südkorea, China und der Türkei. Oder über "die Rückkehr des Skispringens zu seinen Wurzeln in Osteuropa" und "einen exzellenten Platz 20 Minuten von Sotschi entfernt", auf dem die Olympiaschanzen konzipiert sind.

Wasiljew ist Russlands Vorzeigespringer

Für das Trainer-Gespann Steiert/Schödler und ihren aktuellen Vorzeige-Flieger Dimitri Wasiljew (dreimal Top Ten im Weltcup und Platz 16 der Gesamtwertung) bleiben bis dahin Camps im alten Europa (vorrangig in Finnland und in Steierts heimatlichem Schwarzwald) die Notlösung.

Immerhin haben sich bereits potente Sponsoren wie Gazprom eingeschaltet.

Erstes Highlight für Steierts Truppe: Sie darf bei der Tournee im Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 von Oberstdorf nach Garmisch-Partenkirchen fahren.

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