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Wintersport

Romören siegt - Morgenstern holt Gesamtsieg

SID
schmitt, martin
© Getty

Willingen - Absturz statt Aufbruchstimmung: Während Überflieger Thomas Morgenstern den Weltcup-Gesamtsieg vorzeitig perfekt gemacht hat, erlebten Deutschlands Skispringer ausgerechnet beim Heim-Auftritt in Willingen ein Debakel.

Nach der verpatzten WM-Generalprobe fahren die DSV-Adler desillusioniert zu den Titelkämpfen im Skifliegen nach Oberstdorf. 24 Stunden nach dem enttäuschenden fünften Platz im Mannschafts-Wettbewerb kam Michael Uhrmann in der Einzel-Konkurrenz als bester DSV-Starter auf den 23. Rang. "Die Generalprobe ist absolut in die Hose gegangen. Das war nichts, was die Jungs heute gezeigt haben. Ich bin grantig", schimpfte Bundestrainer Peter Rohwein.

Michael Neumayer belegte beim Sieg des Norwegers Björn Einar Romören den 27. Platz. Martin Schmitt und Georg Späth schieden im ersten Durchgang aus und sorgten im deutschen Lager für Ernüchterung. "Da wird auf dem Wind rumgehackt, aber ohne Gefühl gesprungen. Wir dürfen nicht in Kleinkrämerei verfallen", kritisierte Rohwein den Auftritt des deutschen Quartetts.

"Das ist genial" 

Grund zum Jubeln hatte Morgenstern, der nach seinem fünften Platz in der Gesamtwertung mit 1632 Punkten bei sechs ausstehenden Wettbewerben uneinholbar vor seinem österreichischen Landsmann Gregor Schlierenzauer (1031) liegt. "Das ist genial. Der Gesamtsieg war mein großes Ziel in dieser Saison. Ich bin glücklich, dass ich das geschafft habe", sagte Morgenstern.

Im deutschen Team herrschte dagegen Tristesse. Uhrmann, der auf 131,5 und 136 Meter kam, forderte umgehend eine Trotzreaktion. "Es gibt absolut nichts zu beschönigen, aber wir dürfen den Kopf jetzt nicht hängen lassen, sondern müssen weiterarbeiten und es nächste Woche besser machen", sagte der Olympia-Vierte. Den Glauben an Edelmetall hat Uhrmann trotz des deutschen Desasters vor insgesamt knapp 30.000 Fans an der Mühlenkopfschanze noch nicht verloren: "Ich bin zuversichtlich, dass wir an einem guten Tag Bronze gewinnen können."

Schmitt setzt Sturzflug fort

Allerdings lagen im Teamspringen am Samstag Welten zwischen dem DSV-Quartett und der Weltklasse. Auf die siegreichen Norweger fehlten 159,2 Zähler. Finnland und Österreich belegten die weiteren Podestplätze. "Die drei Teams sind individuell besser besetzt als wir und die heißesten Anwärter auf die WM-Medaillen. Von denen hat jeder die Chance auf Gold, die haben wir nicht", schätzte Schmitt (im Bild) die Kräfteverhältnisse vor dem Saison-Höhepunkt in der kommenden Woche realistisch ein.

Ausgerechnet der 30 Jahre alte Routinier hatte das im ersten Durchgang nach drei Runden auf Platz drei rangierende DSV-Team mit einem verunglückten Sprung auf 117,5 Meter aus dem Takt gebracht. Im Einzel setzte Schmitt seinen Sturzflug mit 125,5 Metern fort. "Es ist das ganze Wochenende nicht gelaufen. Ich habe auf schlechtem Mittelmaß angefangen und bin keinen Schritt voran gekommen. Beim Training in der Vorwoche ist gar nichts herausgekommen. Das ist schon blöd so kurz vor der WM", sagte Schmitt.

Auch seine Kollegen wollen trotz des Rückschlages nicht aufgeben. "Ich hoffe, ich schleppe die Enttäuschung nicht lange mit. Wir stehen viel schlechter da, als wir sind. Die Stimmung ist daher etwas angekratzt. Ich bin aber immer noch zuversichtlich. Beim Skifliegen geht es von Neuem los", erklärte Neumayer nach Sprüngen von 131,5 und 130,5 Metern.

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