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Wintersport

Riesch knapp am Podium vorbei

SID
Maria Riesch
© Getty

Lake Louise - Es war ein Befreiungsschlag, der auch in den fernen USA noch Wirkung zeigte: Nach dem durchwachsenen Saisonstart ohne Top-Resultat hat Maria Riesch mit Rang vier bei der Weltcup-Abfahrt im kanadischen Lake Louise den Deutschen Skiverband (DSV) mit Sportdirektor Wolfgang Maier an der Spitze die überfällige Genugtuung verschafft.

"Das ist ein Spitzenergebnis, stand bei uns aber auch endlich mal an", sagte Maier, der Rieschs Husarenritt mit dem Männer-Team im 2100 Kilometer entfernten Beaver Creek verfolgte.

Riesch verfehlte das Podium nur um neun Hundertstelsekunden, in den vorangegangenen zehn Rennen war kein DSV-Athlet so nahe an den Besten dran. Die Plätze acht und neun der Riesenslalom-Spezialistin Kathrin Hölzl waren bislang das höchste der Gefühle. "Die Nordischen gewinnen alles und die Alpinen hängen hinterher. Da war es gut, dass wir ein Lebenszeichen gesendet haben", befand Maier deshalb.

Riesch erleichtert 

Auch Riesch spürte Erleichterung. "Das ist ein super Resultat und gibt mir Selbstvertrauen für die kommenden Rennen", sagte sie. Sollte sich die 23 Jahre alte Partenkirchenerin entschließen, ihrem in Kürze erscheinenden Buch ein Kapitel anzufügen, die Piste "Men's Olympic Downhill" bekäme wohl einen Ehrenplatz.

2006 feierte Riesch dort ihren einzigen Saisonsieg, am Samstag fuhr sie - diesmal ohne Begünstigung durch die Verhältnisse - zurück in die Weltspitze. "Maria Riesch darf zufrieden sein, den Platz in den ersten Zehn hat sie sich mehr als erkämpft", lobte Cheftrainer Mathias Berthold.

Es spricht für Riesch, dass sie so ganz zufrieden doch nicht war - zu knapp schrammte sie am Podest vorbei. Siegerin Lindsey Vonn (USA) und Renate Götschl (Österreich) waren weit weg, doch die Kanadierin Britt Janyk auf Rang drei zum Greifen nah. "Ich ärgere mich ein wenig. Britt hatte ich nicht gerade auf der Rechnung", sagte Riesch.

Auftrieb für ein verunsichertes Team 

Dennoch: Rieschs Coup sollte dem bisweilen verunsicherten Team Auftrieb geben. Berthold erwartete schon für den Super-G am Sonntag ein geschlossen gutes Mannschaftsergebnis, "drei, vier Fahrerinnen in den Punkten wäre gut". Und Riesch strebte erneut "einen Platz in den Top-10 an".

Beim Riesenslalom der Männer in Beaver Creek sollte Felix Neureuther "in die Punkte kommen", wie Maier prophezeite. Allein die kleine Speed-Gruppe der Männer macht Maier Sorgen. Stephan Keppler enntäuschte am Freitag als 32. der Abfahrt, Johannes Stehle blieb als 24. im Rahmen seiner Möglichkeiten. "Stephan muss sich kritisch hinterfragen, ob er seine wirklich guten Chancen auch nutzt und sich in allem auf höchstem Niveau bewegt", sagte Maier.

Er wolle den Ebinger "nicht in die Pfanne hauen", ergänzte der gewohnt kritische Sportdirektor: "Aber jeder muss wissen, was es heißt, wenn wir nicht gut sind: Das hat ganz klare wirtschaftliche Konsequenzen. Wir müssen die Spielregeln des Geschäfts akzeptieren." 

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