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Wintersport

Sturzopfer Svindal vor Saison-Aus

SID

Beaver Creek/USA - Gesamtweltcup-Sieger Aksel Lund Svindal steht nach seinem folgenschweren Trainingssturz in Beaver Creek vor einem frühzeitigen Saison-Aus.

Wie die österreichische Nachrichtenagentur "APA" berichtete, hält ein beteiligter US-Arzt eine Rückkehr des Norwegers in diesem Winter in den Rennbetrieb für sehr unwahrscheinlich. "Aksel ist noch immer auf der Intensivstation. Es geht ihm soweit gut, aber er wird dort zumindest fünf Tage bleiben müssen", sagte der amerikanische Teamarzt Bill Sterett der "APA". Svindals Unterleibsverletzung sei so schwer, dass in rund drei Monaten eine weitere Operation nötig sein könnte.

Der Ski-Überflieger war beim Abfahrtstraining auf der Raubvogel-Piste im US-Bundesstaat Colorado einmal mehr am schnellsten unterwegs gewesen, bevor er bei einem Sprung das Gleichgewicht verlor und kopfüber auf die eisharte Piste knallte. Svindal zog sich mehrere Knochenbrüche im Gesicht und eine lange Fleischwunde am Gesäß zu, die rasante Fahrt endete statt mit der Bestzeit mit einem Eiltransport auf die Intensivstation des Vail Valley Medical Center.

Zwei Spezialisten operierten die doppelt gebrochene Nase des Norwegers und sein gebrochenes Jochbein sowie die gefährlich tiefe Verletzung von den messerscharfen Kanten seiner Ski, bevor erste Entwarnung gegeben werden konnte.

Keine Organe verletzt

Der Schnitt habe nur Muskeln und keine Organe getroffen, erläuterte Rönsen. An Wettkämpfe sei für den Doppel-Weltmeister in diesem Jahr nicht mehr zu denken. "Wenn alles ohne Komplikationen verläuft, wird die Heilung der Gesäßwunde drei Wochen dauern, bevor die Rehabilitation und langsames Training beginnen kann", sagte der Teamarzt. "Es wird sehr lange dauern, bis Aksel wieder Rennen fahren kann."

Ausgerechnet der Branchenbeste liegt also transportunfähig im Bett, wenn die Alpin-Elite wenige Kilometer entfernt in vier Rennen Weltcup-Punkten hinterherjagt. 68 Punkte hatte Svindal nach zwei Siegen in vier Rennen bereits auf seinen österreichischen Dauerrivalen Benjamin Raich herausgefahren. Nachdem er Raich am Ende des gesamten Vorwinters gerade einmal um 13 Zähler distanziert hatte, schien der überragende Allrounder die neue Saison von Beginn an zu einer Svindal-Show zu machen; gerade ohne WM war dem zweimaligen Weltmeister von Are der Weltcup wichtiger als ohnehin.

Genesungswünsche der Konkurrenten

Dieser Demonstration der Stärke hat der folgenschwere Sturz vorerst ein jähes Ende gesetzt. Sollte die Genesung nicht reibungslos verlaufen, könnten die Titelträume des Kraftpakets in der dünnen Höhenluft von Beaver Creek sogar schon vollends geplatzt sein - wenngleich selbst die ärgsten sportlichen Widersacher bei der Genesung mitfiebern.

"Aksel ist einer der nettesten Menschen, die ich kenne", sagt der Weltcup-Dritte Didier Cuche aus der Schweiz über Svindal. Auch sein direkter Verfolger bekundet große Wertschätzung. "Dass er ausfällt, ist schade für den gesamten Weltcup", sagte Raich. "Ich kann ihm nur gute Besserung wünschen und habe ihm das über seinen Trainer auch ausrichten lassen."

Und Svindal wäre nicht Svindal, wenn er selbst nicht trotz seiner schweren Verletzungen optimistisch und selbstbewusst nach vorn schauen würde. Er habe gesagt, "das Wichtigste ist, dass ich wieder hundertprozentig gesund werde", erzählte Rönsen. "Damit ich noch stärker zurückkommen kann."

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