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UFC

"Wir waren die Bösen"

Garry Cook (l.) war von 2008 bis 2011 als Geschäftsfürhrer von Manchester City tätig
© getty

SPOX: Viele Fans trauern angesichts dieser Entwicklung den guten, alten Zeiten nach. Wie schwer war es gerade bei Manchester City, die Anhängerschaft mit ins Boot zu holen?

Cook: Als Geschäftsführer eines Vereins muss man vier Gruppen zufrieden stellen. Den Besitzer, die Fans, die Medien und die Angestellten, dazu zähle ich auch die Spieler. Und jeder hat seine ganz eigenen Wünsche. Die Vorstellungen der Fans sind am romantischsten. Aber am Ende einer Saison zählen auch für die Fans nur Pokale, damit kann man dann in der Schule, im Pub oder am Arbeitsplatz angeben. City ist das beste Beispiel. 2008 wollten sich die drei größten Fanklubs vom Verein entfernen, sie waren nicht mehr zufrieden mit der Führung. Aber wir haben sie besänftigt. Natürlich bleiben auf diesem Weg ein paar Leute auf der Strecke, aber man schafft es nie, alle glücklich zu machen. Ich sehe es so: 40 Prozent gehen einen solchen Plan mit, 30 Prozent ist es egal, was passiert, und 30 Prozent sind strikt dagegen. Damit muss man leben.

SPOX: Für etwas Ärger anderer Sorte bei den Fans sorgten Sie bei der Einführung von Uwe Rösler in die Manchester City Hall of Fame, als Sie von der Manchester United Hall of Fame sprachen.

Cook: Mittlerweile kann ich darüber lachen. Und Uwe zum Glück auch. Das war mir das Wichtigste, ich wollte auf keinen Fall Uwe beleidigen. Es war ein dummes Versehen. Ich wollte eigentlich nur zum Ausdruck bringen, dass man wohl ein United-Nemesis sein muss, um in die Hall of Fame aufgenommen zu werden. Genau das war Uwe schließlich. Aber irgendwie war meine Zunge wohl zu schnell für mein Gehirn. Ich habe mich danach nicht nur bei Uwe entschuldigt, sondern auch Briefe an einige Fanklubs geschrieben. Damit war die Sache zum Glück erledigt.

SPOX: 2011 endete Ihre Zeit in Manchester. Sie traten zurück, nachdem Sie sich in einer E-Mail über die Mutter eines Spielers lustig machten, die Krebs hatte.

Cook: Das war ein großer Fehler. Ich wollte der Mutter von Nedum Onuoha nie zu nahe treten. Ich habe mich bei ihr entschuldigt, sie übrigens auch bei mir, weil sie die Mail an die Medien weitergeleitet hat. Leider ist sie kurze Zeit später gestorben. Es war mir trotzdem wichtig, dass ich noch die Möglichkeit hatte, das aus der Welt zu räumen. Eine Sache muss ich aber richtig stellen. Ich bin nicht deshalb zurückgetreten, sondern weil ich auf einmal die Schlagzeilen dominiert habe und nicht der Verein. Da wurde mir bewusst, dass es an der Zeit war, weiter zu ziehen.

SPOX: Sie haben danach zugegeben, dass Ihre Arbeit in Manchester sehr aufreibend war, gerade psychisch.

Cook: Es ist unglaublich. Man hat keine Zeit, zur Ruhe zu kommen. Man spielt eigentlich drei, vier verschiedene Charakter und will es allen recht machen. Dabei hat man sein Schicksal nicht in den eigenen Händen. Was auf dem Platz passiert, kann man nur bis zu einem gewissen Punkt beeinflussen. Das kann dich fertig machen, das habe ich am eigenen Leib erfahren. Ich habe meinen Job mit einer Scheidung bezahlt.

Seite 1: Cook über die Kritik an ManCity und das Financial Fairplay

Seite 2: Cook über seinen Rücktritt und einen Hall-of-Fame-Fauxpas

Seite 3: Cook über die UFC und Michael Jordan

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