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UFC

Henderson und Evans kämpfen um ihre Karrieren

Von Oliver Copp
UFC 161: Rashad Evans vs. Dan Henderson
© ufc

Für den Verlierer des Hauptkampfs von UFC 161: Evans vs. Henderson am Samstag wird es eng im Halbschwergewicht der UFC. Welcher Ex-Champion bleibt im Spiel?

Das kanadische Winnipeg wird in der Nacht auf Sonntag zum ersten Mal Austragungsort einer Veranstaltung der Ultimate Fighting Championship sein und damit eine neue Ära für den Bundesstaat Manitoba einläuten.

Wie schon die Debütshow in Calgary im Jahr 2012 wurde auch UFC 161 von Verletzungen geplagt, weswegen gleich zwei der drei ursprünglich geplanten Hauptkämpfe abgesagt werden mussten.

Verlierer vs. Verlierer

Es mag böse klingen, dass ein Aufeinandertreffen zwischen den UFC-Veteranen Dan Henderson und Rashad Evans alles ist, was von den geplanten Hauptkämpfen übrig geblieben ist, aber unterm Strich war das sowieso der Kampf, auf den sich die Fans am meisten freuten.

So talentiert Kämpfer wie der Interimsmeister im Bantamgewicht Renan Barao und sein Herausforderer Eddie Wineland sind, interessieren sich die Fans bislang kaum für diese Vertreter der leichteren Gewichtsklassen. Auch der angesetzte zweite Hauptkampf zwischen Mauricio Shogun Rua und Antonio Rogerio Nogueira löste nur wenig echte Begeisterung aus.

Wirklich selten kommt es dazu, dass in einem UFC-Hauptkampf zwei Fighter aufeinander treffen, die als Verlierer aus ihren letzten Kämpfen gingen. Dan Henderson stand einen Schritt von einem Titelkampf entfernt, verlor im Februar aber in einem der ödesten Kämpfe der letzten Jahre nach Punkten gegen Lyoto Machida, während Evans ebenfalls nach Punkten Antonio Rogerio Nogueira unterlag.

Evans mit dem Rücken zur Wand

Speziell Rashad Evans steht mit zwei Niederlagen in seinen letzten beiden Kämpfen mit dem Rücken zur Wand. Er hatte bis zu seinem Titelkampf gegen Halbschwergewichtsmeister Jon Jones einen der besten Kampfrekorder der UFC mit 17 Siegen bei nur einer Niederlage in damals sieben Jahren bei der Liga. Dass er gegen Jones den Kürzeren zog, ist keine Schande - es ging bislang jedem so, der sich ihm in den Weg stellte.

Doch mit der Niederlage gegen Nogueira wurden Stimmen laut, die Evans' Motivation infrage stellten. Sein Trainingscamp, die Blackzilians, stand schon länger in der Kritik, nichts auf die Beine zu bringen, und als dann erst Cheftrainer Mike van Arsdale das Camp verließ und wenig später auch noch sein Ersatz Mario Sperry, stellten sich viele die Frage, ob Evans es sich erlauben kann, weiter mit diesem Team zu trainieren.

Der frühere UFC Weltmeister im Halbschwergewicht hält weiter an seinem Team fest. Unterliegt er nun Dan Henderson, kann ihn allerdings nur noch ein Wechsel ins Mittelgewicht vor der Entlassung retten.

Kein Plan B bei Henderson

Henderson hat in den letzten drei Jahren nur den Fight gegen Machida verloren, gleichzeitig aber Namen wie Fedor Emelianenko, Babalu Sobral und Rafael Feijao vorzeitig auf die Bretter geschickt.

Sein Sieg gegen Shogun Rua wurde sogar zum Kampf des Jahres 2011 gewählt. Streng genommen ist er im Vergleich zu Evans also in einer komfortablen Situation - theoretisch. Praktisch wird er im August 43 Jahre alt, und wenn er mit der aktuellen Generation Kämpfer nicht mehr mithalten kann, wird man ihm mit jeder Niederlage aufs Neue den Rücktritt nahelegen.

Hendersons Ausdauer ist seit einigen Jahren ein wunder Punkt - irgendwann in Runde zwei steht die Tankanzeige auf leer, und seine Dominanz löst sich in Luft auf. Auch sein hochgelobtes Ringen wendet er in der Realität schon lang nur noch defensiv an, um auf den Beinen zu bleiben und mit der Rechten wilde Schwinger auszuteilen.

Einen Plan B scheint er nicht mehr zu haben. Trifft Faust auf Kinn, geht er als Sieger aus dem Kampf. Gehen seine Schläge daneben, stehen die Chancen gut, dass der Gegner nach Punkten gewinnt.

Eine epische Schlacht?

Ringerisch dürfte Rashad Evans seinem Gegner problemlos das Wasser reichen können. Henderson hat im Clinch die Vorteile auf seiner Seite, weil er jeden lästigen, wenngleich legalen, Trick kennt, um die Atmung des Gegners zu stören.

Evans ist schneller, hat die bessere Beinarbeit und die bessere Kondition. Beide verfügen über eine Rechte, die Dynamit im Gepäck hat. Hendersons Kinn wurde bislang nicht geknackt, Evans' Kinn einmal.

Es ist ein enger Kampf zu erwarten, in dem beide viel zu verlieren haben und es sich an sich nicht leisten können, langweilig-defensiv zu kämpfen. Liefern Evans und Henderson sich eine epische Schlacht, stehen die Chancen gut, dass es keinen Verlierer geben wird und dass beide weiter in der Liga verbleiben.

Doch das setzt voraus, dass Rashad Evans sich auf alte Qualitäten zurückbesinnt und nicht mehr hauptsächlich auf Risikovermeidung setzt. Ob ihm das bei dem Druck, der auf ihm lastet, gelingen wird, darf bezweifelt werden.

Außerdem bei UFC 161:

  • Roy Nelson hat seine Rechte bereits aufgeladen und will Stipe Miocic wie zuletzt Dave Herman, Matt Mitrione und Cheick Kongo in der ersten Runde ausschalten. Big Country will einen Titelkampf und wird alles dafür tun, Dana White mit seinen Leistungen im Octagon zu beeindrucken. Die Klappe halten kann er ja bekanntlich nicht.
  • Ein Fäustefeuerwerk verspricht auch der zweite Schwergewichtskampf zwischen Pat Barry und Shawn Jordan. Heißer Kandidat für den Knockout des Abends!
  • Jake Shields muss Strikeforce-Export Tyron Woodley in Winnipeg besiegen. Gelingt ihm das nicht, könnte es nicht nur das Ende seiner UFC-Karriere bedeuten, sondern den Rücktritt vom Sport.
  • Rosi Sexton aus England bekommt es mit der ersten Kanadierin in UFC, Alexis Davis, zu tun. Die promovierte Informatikerin Sexton ist erfahrener, pausierte aber zuletzt ein Jahr und galt de facto als im Ruhestand. Kann sie die hochmotivierte Kanadierin aufhalten?

UFC 161: Evans vs. Henderson wird in der Nacht von Samstag auf Sonntag ab 4 Uhr auf SPOX.com und UFC.tv übertragen. Die Vorkämpfe starten um 0:30 Uhr auf facebook.com/UFC und um 2 Uhr dann parallel auf SPOX.com und UFC.tv.

Alle UFC-Champions im Überblick

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