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Am Silber-Barren: Dauser ist der bessere Nguyen

SID
Lukas Dauser sicherte sich mit einer makellosen Leistung Silber am Barren

Als Lukas Dauser die Wachablösung in Silber am Barren vollzogen hatte und zu einem kleinen Tänzchen ansetzte, konnte er seinen Triumph immer noch nicht glauben. "Ich sehe mich immer schlechter als die anderen. Umso größer ist jetzt meine Freude", sagte der 23-Jährige nach seinem zweiten Platz zum Abschluss der Europameisterschaften im rumänischen Cluj-Napoca.

Mit einer fast makellosen Übung verwies Dauser auch seinen Vereinskollegen und Olympiazweiten Marcel Nguyen als Sechsten in die Schranken. Ungeachtet dieser Niederlage war der Ex-Europameister noch auf dem Podium der erste Gratulant.

Nur Olympiasieger Oleg Wernjajew war im Sala Polivaleta noch zu stark für den deutschen Barren-Meister. Beim Schwierigkeitswert noch gleichauf, erhielt der Ukrainer für die Ausführung seiner Übung einen Zehntelpunkt mehr. Dritter wurde Nikita Nagorny aus Russland.

Ohne jeden Wackler turnte Dauser durch die Holmengasse, Nguyen hingegen leistete sich eine kleine Unsicherheit beim Makuts. Möglicherweise beeinflusst durch eine Risswunde an der linken Hand. Missgunst indes war dem 29-Jährigen fremd: "Niemandem gönne ich diesen Erfolg mehr als Lukas."

Seitz holt Bronze

Bereits am Samstag hatte Elisabeth Seitz ihr olympisches Trauma überwunden und bei ihrer sechsten Finalteilnahme bei einem internationalen Championat die erste Medaille an ihrem Schokoladengerät, dem Stufenbarren, gewonnen.

Gemeinsam mit der neuen Mehrkampf-Europameisterin Elissa Downie aus Großbritannien reichte es zu Bronze. Noch bei Olympia 2016 in Rio hatte die 23-Jährige im Kampf um Platz drei gegen Teamkollegin Sophie Scheder aus Chemnitz mit 0,033 Punkten das Nachsehen.

In der Folgezeit orientierte sich die Stuttgarterin an Olympiasieger Fabian Hambüchen, der am Reck bei Olympia 2008 und 2012 knapp am Gold vorbeigegriffen, aber unverdrossen weitergemacht hatte. Seitz: "Er war immer ein Vorbild für mich, weil er niemals aufgegeben hat."

Für Bundestrainerin Ulla Koch ist die Sportsoldatin selbst eine Athletin, von der andere Turnerinnen etwas lernen können. "'Eli' kämpft sich immer wieder heran und hat ein Riesenkompliment verdient", sagte die Teamchefin.

Nach Rio hatte Seitz wegen einer mehrfach verschobenen Fuß-Operation pausieren müssen, dennoch gelang ihr der Sprung in die deutsche EM-Riege. Die Zeit der Trainingspause überbrückte die 16-malige deutsche Meisterin mit einem Praktikum beim Südwestrundfunk.

Kim Bui turnt an die Vier

Dicht an Edelmetall heran turnte am Boden Seitz's Klubkollegin Kim Bui. Rang vier für die 28 Jahre alte "Turn-Oma" war der bislang größte internationale Erfolg von Bui an diesem Gerät, Sechste wurde die Chemnitzerin Pauline Schäfer. "Ich bin einfach nur happy, auch wenn man als Vierte irgendwie auch ein bisschen nach vorne schielt", sagte Bui.

Geschwächt von einer Magen-Darm-Infektion kam die Ludwigsburgerin Tabea Alt in der Entscheidung am Schwebebalken nicht über den neunten und letzten Platz hinaus. Die 17-Jährige musste das Gerät einmal unfreiwillig verlassen und kam auch beim Abgang zu Fall.

"Ich wollte es unbedingt probieren, aber ich war nicht hundertprozentig fit", sagte die Gesamtweltcupsiegerin nach ihrem Auftritt unter Tränen. Wegen ihrer Erkrankung hatte Alt schon am Freitag auf die Teilnahme am Mehrkampf-Finale verzichten müssen.

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