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Tennis

ATP-Finals: Krimi in Turin! Zverevs Medvedev-Fluch hält weiter an

SID
Alexander Zverev traf im zweiten Match in seiner Gruppe auf Daniil Medvedev.

Alexander Zverev streifte sich nach einem nervenaufreibenden Krimi enttäuscht das Stirnband vom Kopf und gratulierte Daniil Medwedew - schon wieder. Erneut hat der Angstgegner dem Olympiasieger die Grenzen aufgezeigt, Zverev muss bei den ATP Finals in Turin nach dem 3:6, 7:6 (7:3), 6:7 (6:8) gegen den Titelverteidiger um den Halbfinaleinzug zittern. Es war bereits seine fünfte Niederlage in Folge gegen den US-Open-Champion aus Russland.

Alexander Zverev brauchte nur eine Dusche und eine Stunde für sich alleine, um die Enttäuschung über das bittere Ende dieses nervenaufreibenden Krimis zu verdauen. "Ich bin okay", sagte der Olympiasieger dann gelassen, obwohl er seinem Angstgegner Daniil Medwedew wieder einmal knapp unterlegen war.

Und auch seine prekäre Situation bei den ATP Finals bereitete ihm keine Sorgen. "Ich habe immer noch die Chance, das Turnier zu gewinnen", sagte er kämpferisch: "Das Turnier ist noch nicht vorbei."

Und doch muss der Hamburger nach dem 3:6, 7:6 (7:3), 6:7 (6:8) gegen den Titelverteidiger um den Halbfinaleinzug beim prestigeträchtigen Saisonabschluss in Turin zittern. "Ich habe den letzten Punkt nicht gewonnen", erklärte Zverev nüchtern: "Daran hat's gelegen."

Am Donnerstag steht dem Weltranglistendritten deshalb ein Alles-oder-nichts-Duell bevor. Im abschließenden dritten Gruppenmatch gegen den polnischen Debütanten Hubert Hurkacz muss Zverev gewinnen, um nicht wie schon im Vorjahr die K.o.-Runde beim Saisonfinale der acht Jahresbesten zu verpassen.

Zverev agierte oft zu passiv

Aus der Niederlage gegen Medwedew kann er aber Mut schöpfen. "Das ist ein Match, an das man sich erinnern wird. Es war unglaublich", sagte der Russe, der bereits fürs Halbfinale qualifiziert ist, anerkennend.

In den vergangenen Jahren hatte sich Medwedew zu einem wahren Angstgegner Zverevs entwickelt. Der letzte Sieg der deutschen Nummer eins liegt bereits fast genau zwei Jahre zurück, erst zehn Tage vor dem Aufeinandertreffen in Turin war der platt wirkende Zverev im Halbfinale des Masters in Paris beim 2:6, 2:6 chancenlos gegen den Hartplatzspezialisten gewesen. Deshalb brannte Zverev auf Revanche. "Ich werde nicht so müde sein hoffentlich, damit geht's los", sagte er.

Am Dienstag wirkte der Weltranglistendritte zwar körperlich frischer, aber zunächst doch gehemmt. Gegen "Ballwand" Medwedew fehlte es lange an Ideen und Mitteln. Zverev agierte oft zu passiv und schaffte es nicht, den Russen von seiner Position hinter der Grundlinie entscheidend unter Druck zu setzen.

Medwedews Spiel deutlich variabler

Das Spiel des Titelverteidigers war mit einigen starken Netzangriffen und Stopps deutlich variabler. Der Weltranglistenzweite baute die Ballwechsel strategisch clever auf, lauerte auf seine Chancen und packte dann eiskalt zu.

Zudem begann Zverev mit einer ungewohnt verhaltenen Körpersprache. Erst als er zum Start des zweiten Satzes einen Breakball Medwedews abwehrte, brüllte er ein lautes "Come on!" heraus und animierte die Fans im Pala Alpitour kurz darauf nach dem gewonnenen Spiel. Zverev stemmte sich mit Unterstützung des Publikums gegen die drohende Niederlage und nutzte im Tiebreak das Momentum nach einem umstrittenen Fußfehler seines Gegners.

Medwedew gab sich trotz des Satzverlusts aber unbeeindruckt, beide Aufschläger zeigten keine entscheidende Schwäche. Wieder musste der Tiebreak herhalten - nun mit dem schlechteren Ende für Zverev, auch wenn er noch zwei Matchbälle abwehrte.

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