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Tennis

Tennis: Alexander Zverev wehrt sich vor ATP-Finals erneut gegen Gewaltvorwürfe - schwieriger Spagat in London

SID
Alexander Zverev hat sich erneut gegen die Gewaltsvorwürfe seiner Ex-Freundin gewehrt.

Alexander Zverev peilt bei den ATP Finals in London einen spektakulären Jahresausklang an. Die Unruhe der vergangenen Wochen begleitet ihn.

Alexander Zverev wusste schon, was ihn erwartet. Natürlich wollte der deutsche Topspieler über seine Vorfreude auf die ATP Finals sprechen - sein Lieblingsturnier in London.

Doch dann drehten sich die Fragen an den 23 Jahre alten Hamburger erneut vor allem um die schweren Vorwürfe seiner Ex-Freundin. Zverev war vorbereitet, ein vorgefertigtes Statement lag auf seinem Knie.

"Die Anschuldigungen sind unbegründet und unwahr, und ich weise sie weiterhin zurück", sagte Zverev zwei Tage vor dem am Sonntag beginnenden Turnier der acht Jahresbesten in der britischen Metropole: "Wir hatten unsere Hochs und Tiefs, aber so, wie unsere Beziehung in der Öffentlichkeit dargestellt wird, war es nicht." So sei er nicht, "so wurde ich nicht erzogen von meinen Eltern. Es macht mich traurig, welche Auswirkungen solche falschen Anschuldigungen haben können."

Das schwierige Thema der nicht erwiesenen und von Zverev stets bestrittenen Vorwürfe seiner Ex-Freundin Olga Scharypowa über physische und psychische Gewalt in ihrer längst beendeten Beziehung wird Zverev auch beim letzten Turnier des Jahres begleiten - und es wird in der Hoffnung auf sportliche Erfolge nicht einfach, den Trubel bestmöglich auszublenden.

Zverev trifft auf Djokovic, Medwedew und Schwartzman

Glücklich ist Zverev laut eigener Aussage vor allem, wenn er auf dem Court steht. London und die o2-Arena sind dabei ein ganz besonderer Ort für ihn. 2018 gelang Zverev mit dem Triumph beim Turnier der Tennis-Weltstars der endgültige Durchbruch, auch in diesem Jahr rechnet er sich eine Menge aus - trotz einer schwierigen Auslosung.

In der Vorrundengruppe "Tokio 1970" trifft er zunächst am Montag auf den Russen Daniil Medwedew, gegen den Zverev in der Vorwoche im Paris-Finale verloren hatte. Es folgen Duelle mit dem Weltranglistenersten Novak Djokovic und dem ebenfalls formstarken Argentinier Diego Schwartzman.

Hordoff: Zverev gehört "zu den Mitfavoriten"

Viel wird davon abhängen, wie Zverev die Schlagzeilen seines Privatlebens ausblenden kann. In der Auseinandersetzung vertraut er auf den Rat seines nahen Umfelds und hat in dem früheren Regierungssprecher Bela Anda einen Kommunikationsprofi an seine Seite geholt. Einen näheren Austausch mit der Spitze des DTB hat es dagegen bislang in der Angelegenheit nicht gegeben.

"Ohne etwas herunterspielen zu wollen - bisher sind es einseitige Vorwürfe, und sie sollten es am besten untereinander klären, wenn es etwas zu klären gibt", sagte DTB-Vizepräsident Dirk Hordorff dem SID: "Der Verband konzentriert sich auf das Sportliche. Für seine privaten Sachen hat er seine Familie und sein Management, wir sind auch keine Experten dafür. Wenn wir über das deutsche Tennis sprechen, hat er zuletzt tolle Auftritte gezeigt."

Und Hordorff glaubt daran, dass Zverev in London an seine insgesamt starke Serie nach der Coronapause anknüpfen kann mit Finalteilnahmen bei den US Open und beim Masters in Paris sowie den beiden Titeln in Köln. "Jemand, der das Turnier schon gewonnen hat, gehört in London zu den Mitfavoriten", sagte Hordorff: "Aber die ATP Finals sind so offen wie lange nicht mehr. Natürlich sind Novak Djokovic und Rafael Nadal zu nennen. Aber die Jungen stellen eine echte Herausforderung für die Führenden in der Weltrangliste dar."

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