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Tennis

"Dan the Man": French-Open-Überraschung Daniel Altmaier auf den Spuren Wawrinkas

SID
Daniel Altmaier steht bei den French Open in der dritten Runde.

Daniel Altmaier galt früh als vielversprechendes Talent, schwere Verletzungen bremsten ihn aber aus. Nun startet der 22-Jährige bei den French Open durch und steht als Qualifikant überraschend in der dritten Runde.

Das Potenzial seines jungen Trainingspartners war Roger Federer nicht lange verborgen geblieben. Anfang 2018 war es, der Schweizer Maestro schlug ein paar Bälle mit Daniel Altmaier - und merkte plötzlich an, dass ihn dessen Spielweise stark an seinen Landsmann Stan Wawrinka erinnere.

Der Weltstar konnte nicht ahnen, wie richtig er mit seiner Beobachtung lag. "Stan Wawrinka ist mein großes Vorbild", sagt Altmaier, "von ihm schaue ich mir auch die Art ab, wie er Tennis spielt."

Es gibt freilich schlechtere Vorbilder als den dreimaligen Grand-Slam-Champion, und damit fährt die große Turnier-Überraschung Altmaier derzeit bei den French Open besonders gut.

Schließlich zog der 22 Jahre alte Qualifikant nach dem Sieg gegen seinen favorisierten Kumpel Jan-Lennard Struff als einziger Deutscher neben US-Open-Finalist Alexander Zverev in die dritte Runde von Paris ein. Dabei deutete vor nicht allzu langer Zeit noch vieles darauf hin, dass seine vielversprechende Karriere ein schnelles Ende nimmt.

Wawrinka stand Altmaier als Ratgeber zur Seite

Als großes Talent galt der Kempener schon früh, ebenso groß waren seine Ziele. Vor drei Jahren hatte er sich vorgenommen, 2020 bei Olympia in Tokio anzutreten und unter den Top 100 der Welt zu stehen. Das Schicksal hatte jedoch andere Pläne, immer wieder bremsten Verletzungen Altmaier aus. Knüppeldick kam es im Jahr 2018, als ihn Blessuren an der Bauchmuskulatur und der Schulter fast die gesamte Saison außer Gefecht setzten.

Doch ausgerechnet sein großes Vorbild Wawrinka stand Altmaier als Ratgeber zur Seite, 2017 hatte er den Schweizer bei einem Turnier in Genf kennengelernt. "So hat man sich mit der Zeit gut verstanden. Er hat mir auch in der Phase der Verletzung sehr viel geholfen", erzählte er: "Eine freundschaftliche Beziehung zu solch einem Top-Spieler zu haben, der unglaublich viel in unserem Sport erreicht hat, das ist wirklich etwas Besonderes."

Auch Wawrinka, auf der Tour ehrfürchtig "Stan the Man" genannt, kennt sich mit dem beschwerlichen Kampf nach Verletzungen aus, regelmäßig haben die beiden Kontakt. Und so wird der 35-Jährige am Samstag auch gewiss verfolgen, wenn Altmaier gegen den Weltranglistenachten Matteo Berrettini aus Italien um den Einzug ins Achtelfinale spielt.

Duell mit Wawrinka sehr unwahrscheinlich

Am Selbstvertrauen soll es beim passionierten Angler Altmaier, der seit rund einem Jahr mit dem argentinischen Trainer Francisco Yunis zusammenarbeitet, nicht scheitern. "Ich habe nichts zu verlieren", sagte die Nummer 186 der Welt - vor allem, da körperlich endlich alles rund läuft. "Das spiegelt sich auf dem Platz wider, weil meine Gedanken nur beim Tennis sind", sagte Altmaier.

Gelohnt hat sich der Trip nach Paris schon jetzt. Seit 2013 hatte Altmaier im Einzel und Doppel knapp 150.000 Euro eingespielt - alleine durch den Drittrunden-Einzug kommen weitere 126.000 Euro dazu. Für ein Duell mit seinem Freund Wawrinka müssten aber noch ein paar Siege folgen - auf ihn könnte Altmaier erst im Finale treffen.

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