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Tennis

Boris Becker besorgt: "Uns fehlen die nationalen Helden"

SID
Boris Becker macht sich Sorgen über die Zukunft des deutschen Tennis.

Mit seinen Wimbledonsiegen versetzte Boris Becker Deutschland in den 80er Jahren in einen Tennis-Rausch - dass die Aufmerksamkeit für den Sport heute wesentlich geringer ist, sieht er in den ausbleibenden Erfolgen seiner Nachfolger in dieser Größenordnung begründet.

"Im Tennis fehlen uns die nationalen Helden. Wir würden wieder mehr Fans haben, wenn Struff oder Zverev die US Open gewinnen würden", sagte Becker dem Nachrichtenportal t-online.de vor dem Start des Grand-Slam-Turniers in New York.

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Der Weltranglistensiebte Alexander Zverev (Hamburg) und Jan-Lennard Struff (Warstein) sind die derzeit besten deutschen Tennisspieler. Während Zverev im Januar bei den Australian Open erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale erreichte, hat Struff als bestes Major-Ergebnis das Achtelfinale in Roland Garros aus dem Vorjahr in seiner Vita stehen. Beide starten am Montag in die US Open, Zverev spielt in der ersten Runde gegen Kevin Anderson (Südafrika), Struff gegen Pedro Martinez Portero (Spanien).

Bestätigt sieht sich Becker in seiner Ansicht durch den Vergleich mit dem Fußball. "Der Sport ist deswegen in Deutschland so erfolgreich, weil die Bayern gewinnen", sagte der 52-Jährige: "Man identifiziert sich gerne mit Gewinnern. So wie sie in der Champions League auf internationaler Bühne aufgetreten sind, das war sensationell. So wird man automatisch zum Fußballfan."

Gleichzeitig kritisierte Becker aber auch den Umgang mit deutschen Sportikonen. "In Deutschland sehen wir unsere Helden einfach sehr einspurig. Sie werden nach der letzten Schlagzeile bewertet", monierte er: "In anderen Ländern ist das egal, dort liegt der Fokus mehr auf der Lebensleistung."

"Top-10-Kandidat": Hordorff traut Struff nächsten Schritt zu

Tennisfunktionär Dirk Hordorff traut Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff den nächsten Schritt in dessen Karriere zu. Für ihn sei der 30 Jahre alte Warsteiner "ein Top-10-Kandidat", sagte Hordorff im Interview mit dem Münchner Merkur und der tz: "Von seinen Anlagen war er das schon immer. Inzwischen glaubt er aber an die eigene Stärke."

Der Vize-Präsident des DTB glaubt, Struff habe "eine eigene Identität" auf dem Platz gefunden. "Er ist reifer und erfahrener geworden. Wahrscheinlich hat ihm auch geholfen, dass er jetzt Familienvater ist. Wenn er so weitermacht, ist er noch lange nicht an seinem Limit angekommen."

In New York hatte Struff zuletzt erstmals in seiner Karriere das Viertelfinale bei einem Turnier der Mastersserie erreicht, war gegen den Weltranglistenersten und späteren Turniersieger Novak Djokovic (Serbien) jedoch chancenlos. Im ATP-Ranking wird Struff seit Montag auf Platz 29 und damit so hoch wie noch nie zuvor geführt. Bei den US Open bekommt er es am späten Montagabend (deutscher Zeit) mit dem Spanier Pedro Martinez Portero zu tun.

Die US Open betrachtet Becker ein wenig als Wundertüte. "Dieses Jahr ist verrückt, und ich wäre nicht überrascht, wenn wir ein Halbfinale oder Finale sehen mit Spielern, die man dort vorher nicht erwartet hat", sagte der 52-Jährige im Gespräch mit Eurosport.

Beckers Favorit ist sein ehemaliger Schützling Novak Djokovic, aber: "Wer im Finale sein Gegner sein wird, das steht wirklich in den Sternen."

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