Tennis

Tennis erwacht aus der Coronapause: Showturnier und Deutschland-Serie

SID
Jan-Lennard Struff Anfang März beim Davis-Cup-Duell gegen Weißrussland.

Es tut sich was im Tennis. Seit Wochen ruhen die internationalen Touren. Doch in Deutschland soll schon bald wieder ohne Zuschauer gespielt werden.

Frohe Kunde für die Tennisfans, die Zeiten der Dürre neigen sich offenbar dem Ende: Schon in Kürze sollen deutsche Profis wieder für Action auf den Courts sorgen, die Sportart erwacht aus der Corona-Zwangspause. Erst ist ab dem 1. Mai ein Showturnier in Rheinland-Pfalz geplant, dann will der Deutsche Tennis Bund (DTB) ab dem 8. Juni eine nationale Serie starten. Wohl mit hochkarätiger Besetzung.

Dies bestätigte Vizepräsident Dirk Hordorff dem SID am Sonntag. "Mit Jan-Lennard Struff und Philipp Kohlschreiber haben wir gesprochen, sie sind interessiert und haben ihre Bereitschaft bekundet", sagte Hordorff: "Wir planen mit 32 Herren und mit 24 Damen, am Montag werden die Einladungen verschickt." Ob auch Deutschlands Topspieler Alexander Zverev und Angelique Kerber als Teilnehmer infrage kommen, ist noch nicht bekannt.

Am Montag sollen weitere Details bekanntgegeben werden. "Die Spieler sollen Trainingsmatches auf hohem Niveau ohne Zuschauer und für den guten Zweck absolvieren können", sagte Hordorff über das Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Portal tennisnet.com entstanden ist. In Österreich soll eine vergleichbare Serie bereits ab dem 25. Mai gestartet werden.

Mini-Turnier mit Hanfmann und Brown

Zuvor richten sich die Augen der Fans wohl nach Höhr-Grenzhausen im Westerwaldkreis: Während wegen der Coronakrise sämtliche Profiturniere auf der Tour bis mindestens 13. Juli abgesagt oder verschoben sind, sollen in der rheinland-pfälzischen Kleinstadt unter anderem die deutschen Profis Dustin Brown (Winsen/Aller) und Yannick Hanfmann (München) aufschlagen.

"Die Vorfreude ist schon groß. Wir Tennisspieler lieben den Wettkampf. Jetzt haben wir viel früher als gedacht die Chance, ein bisschen Wettkampf zu kriegen", sagte Hanfmann, die Nummer 143 der Weltrangliste, bei Sky Sport News HD: "Ich habe eigentlich nicht gedacht, dass es klappt. Vor ein paar Tagen kam die Zusage, und ich freue mich, wieder ein paar Punkte zu spielen." Mitorganisator Rodney Rapson sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ): "Wir wollten in erster Linie etwas für die Spieler machen."

Hordorff: "Wir wollen keine Sonderrechte"

Gleiches gilt für den DTB, der seinen Athleten in der Coronakrise die Chance für Wettkampfpraxis geben will. "Wir wollen keine Sonderrechte, die Gesundheit steht im Vordergrund", sagte Hordorff: "Dann muss man sehen, was dazu passt. Unter Berücksichtigung der Regeln wie Abstandhalten haben wir eine kreative Lösung gefunden." Auch Patrick Mouratoglou, Coach von Serena Williams, kündigte nun an, in Nizza eine ähnliche Serie zu starten.

In Deutschland sind zunächst Gruppenspiele mit jeweils vier Akteuren geplant. Bei den Partien sollen nur die jeweiligen beiden Kontrahenten auf den Plätzen stehen sowie ein Schiedsrichter. Von den Matches soll es wie aus Höhr-Grenzhausen Livebilder geben, per Stream und womöglich auch im TV. Stadionevents müssen noch warten, aber ein erster Schritt zurück in den Wettkampf steht bevor.

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