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Tennis

Australian Open: Vier Erkenntnisse aus dem Finale zwischen Novak Djokovic und Dominic Thiem

Novak Djokovic legte sich bei einem Seitenwechsel mit dem Stuhlschiedsrichter an.

3. Nicht ohne Grund unbeliebt? Djokovics Verhalten war unwürdig

Novak Djokovic ist ein faszinierender Zeitgenosse. Der Serbe ist auf der ganzen Welt zuhause, eloquent, spricht mehrere Sprachen und hat den Blick für das große Ganze. Das bewies er bei seiner Siegesrede, als er an seinen verstorbenen "Mentor" Kobe Bryant erinnerte, und daran, dass Tennis eben nicht alles sei. Kaum jemand auf der ATP-Tour lässt die Zuschauer so nahe an sich heran, auch an die eigenen Kämpfe und Dämonen.

Die Tatsache jedoch, dass Djokovic diese Kämpfe regelmäßig auf dem Court ausficht, kann zu unschönen Szenen führen. Im Finale war das gleich mehrfach der Fall. Als es nicht lief, schnauzte er bei Zwischenrufen in Richtung Publikum, lamentierte und gestikulierte mit der Box - und bedankte sich höhnisch bei Stuhlschiedsrichter Damien Dumusois, als dieser in der entscheidenden Phase des zweiten Satzes zwei völlig berechtigte Verwarnungen wegen abgelaufener Aufschlaguhr aussprach.

Djokovic verlor sein Aufschlagspiel, fasste Dumusois beim Seitenwechsel an den Fuß und giftete für die Kameras hörbar: "Jetzt bist du berühmt. Gut gemacht, Mann." Ein solches Verhalten ist eines Champions - und eines neuen Weltranglistenersten - unwürdig, das muss man klar sagen. Eine Entschuldigung und eine Geldstrafe durch die Turnierleitung sollte folgen.

Weit häufiger, das muss man zu seiner Ehrenrettung anerkennen, fällt Djokovic als guter Sportsmann auf, der seinen Gegnern bei guten Schlägen Applaus zollt und immer für einen Spaß zu haben ist. Oftmals scheint es, als brauche Nole diese (imaginären) Gegner, diese Konflikte, um sich selbst zu Höchstleistungen anzutreiben. Auch gegen Thiem war er in Satz vier und fünf wieder voll da und brachte das Match verdient über die Ziellinie. Wer sich jedoch zu oft derartige Aussetzer leistet, der braucht sich am Ende nicht wundern, dass es zur Popularität eines Federers oder eines Nadals nicht reicht.

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