Tennis

US Open, 2. Runde: Federer, Djokovic und Williams mit Problemen - Qualifikant Köpfer überrascht

SID
Dominik Köpfer ist erst zum zweiten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier dabei.

Roger Federer kämpfte gegen seine Anlaufschwierigkeiten, Novak Djokovic mit seiner schmerzenden Schulter und Serena Williams gegen das frühe Aus. Während die drei Tennis-Superstars bei ihrem Einzug in die dritte Runde der US Open Probleme lösen mussten, sorgte der junge deutsche Qualifikant Dominik Köpfer weiter für Furore.

Der 25-Jährige aus Furtwangen, der erst zum zweiten Mal bei einem Grand-Slam-Turnier im Hauptfeld steht, besiegte im Louis-Armstrong-Stadium den Lokalmatadoren Reilly Opelka glatt mit 6:4, 6:4, 7:6 (7:2). Nächster Gegner ist Nikolos Basilaschwili (Georgien/Nr. 17) oder Jenson Brooksby (USA).

Bereits bei seinem Major-Debüt in Wimbledon hatte Köpfer überrascht und war in die zweite Runde eingezogen, nun feierte er in New York den größten Erfolg seiner Karriere. Nach 2:27 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball und brüllte mit hochrotem Kopf seine Freude heraus. "Ich bin super happy", sagte Köpfer anschließend.

Titelverteidiger Djokovic musste hingegen auf die Zähne beißen, die linke Schulter bereitete Probleme. "Es war nicht leicht, mit den Schmerzen zu spielen", sagte Djokovic - dennoch bezwang er den Argentinier Juan Ignacio Londero 6:4, 7:6 (7:3), 6:1 und blieb ohne Satzverlust.

Immer wieder dehnte und massierte der Wimbledonsieger in Spielpausen seine Schulter, ließ sich zudem mehrmals vom Physiotherapeuten behandeln. "Es hat definitiv meinen Aufschlag und meine Rückhand beeinträchtigt", berichtete der Weltranglistenerste aus Serbien, konnte aber dann schon wieder scherzen. "Wahrscheinlich", sagte er lachend, "werde ich die Schulter erstmal für 48 Stunden ruhigstellen und dann schauen, was passiert."

Federer und Williams trotz Satzverlust in Runde drei

Probleme anderer Art hatte Spätzünder Federer. Wie schon zuvor gegen den Inder Sumit Nagal verlor der Schweizer auch in seinem Zweitrunden-Match gegen Damir Dzumhur (Bosnien-Herzegowina) den ersten Satz, gewann aber schließlich klar 3:6, 6:2, 6:3, 6:4.

"Es war wieder sehr ähnlich zum letzten Spiel. Ich brauche wohl einfach ein bisschen Zeit", sagte Federer: "Ich bin sehr zufrieden, dass ich am Ende einen Weg gefunden habe. Das hilft meinem Selbstvertrauen fürs nächste Match."

Federers Gegner um den Einzug ins Achtelfinale ist Daniel Evans (Großbritannien) oder Lucas Pouille (Frankreich/Nr. 25), der in der ersten Runde Philipp Kohlschreiber (Augsburg) bezwungen hatte. Der topgesetzte Djokovic spielt entweder gegen Dusan Lajovic (Serbien/Nr. 27) oder Denis Kudla (USA).

Ebenso schwer tat sich in der Frauen-Konkurrenz Vorjahresfinalistin Serena Williams. Die 23-malige Grand-Slam-Siegerin aus den USA musste im Arthur-Ashe-Stadium gegen ihre 20 Jahre jüngere Landsfrau Catherine McNally über die volle Distanz gehen. Nach 1:54 Stunden bezwang Williams die Wildcard-Starterin 5:7, 6:3, 6:1 und trifft nun auf Karolina Muchova (Tschechien) oder Hsieh Su-Wei (Taiwan/Nr. 29).

Nick Kyrgios droht Ärger: ATP ermittelt

Diese könnten jedoch Tennis-Bad-Boy Nick Kyrgios drohen. Die Spielervereinigung ATP teilte am Mittwoch mit, dass sie gegen den Australier nach dessen jüngster Verbalattacke Ermittlungen aufgenommen hat. Als Kyrgios nach seinem Erstrunden-Sieg gegen den US-Amerikaner Steve Johnson gefragt wurde, ob ihn die Geldstrafe von 113.000 US-Dollar (knapp 102.000 Euro) nach seinen Ausrastern in Cincinnati mental beeinträchtigt habe, sagte er: "Überhaupt nicht. Die ATP ist sowieso ziemlich korrupt."

Wenig später ruderte Kyrgios auf Twitter zurück. Die ATP als korrupt zu bezeichnen, sei "nicht die richtige Wortwahl" gewesen, schrieb er. Vielmehr wollte er die "Doppelmoral" der Organisation anprangern.

Neben Kyrgios kämpfen am Donnerstag fünf Deutsche um den Einzug in die dritte Runde. Alexander Zverev spielt gegen den Lokalmatadoren Frances Tiafoe, Julia Görges bekommt es mit Wildcard-Starterin Francesca di Lorenzo (USA) zu tun. Daneben sind Andrea Petkovic (Darmstadt), Cedrik-Marcel Stebe (Mühlacker) und Jan-Lennard Struff (Warstein) im Einsatz.

Regen macht US Open Strich durch die Rechnung

Alle für Mittwoch auf den Nebenplätzen angesetzten Spiele wurden wegen anhaltenden Regens abgesagt. Betroffen ist davon auch das Match von Laura Siegemund (Metzingen) gegen Sofia Kenin (USA). Die Spiele der Nightsession im Arthur-Ashe-Stadium und im Louis-Armstrong-Stadium finden statt, darunter die Partie zwischen Dominik Köpfer (Furtwangen) und Reilly Opelka (USA).

US Open: Ergebnisse im Überblick

DatumSpieler 1Spieler 2Ergebnis
29. August (1 Uhr)N. Djokovic (1)J. I. Londero6:4, 7:6, 6:1
28. AugustR. Federer (3)D. Dzumhur3:6, 6:2, 6:3, 6:4
28. August*D. Medvedev (5)H. Dellien
28. AugustK. Nishikori (7)B. Klahn6:2, 4:6, 6:3, 7:5
29. August (2.30 Uhr)D. KöpferR. Opelka6:4, 6:4, 7:6
28. August*S. WawrinkaJ. ChardyLIVETICKER
Spielerin 1Spielerin 2
29. August (1 Uhr)A. Barty (2)L. Davis6:2, 7:6
28. AugustK. Pliskova (3)M. Bolkvadze6:1, 6:4
28. AugustE. Svitolina (5)V. Williams6:4, 6:4
29. August (2.30 Uhr)S. Williams (8)C. McNally5:7, 6:3, 6:1
28. AugustM. Keys (10)Lin Zhu6:4, 6:1
28. August*S. KeninL. SiegemundLIVETICKER

*Die Spiele wurden aufgrund von Regen abgesagt.

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