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Tennis

Deutsche Damen draußen - Halep patzt

Von SPOX
Sabine Lisicki kam gegen Maria Sharapova nicht gut ins Spiel
© getty

Koffer packen - Abflug! Für Angelique Kerber, Sabine Lisicki und Andrea Petkovic war der fünfte Tag der US Open gleichzeitig auch der letzte Tag. Auch Mitfavoritin Simona Halep musste eine Niederlage einstecken - und gewann nicht einmal einen Satz. Sara Errani fightete Venus Williams nieder. Roger Federer präsentierte sich erneut in Top-Verfassung.

Damen - 3. Runde (alle Matches):

Jelena Jankovic (SRB/9) - Johanna Larsson (SWE) 6:1, 6:0

Boom! Ein dickeres Ausrufezeichen hätte Jelena Jankovic in ihrer Drittrundenpartie gegen Johanna Larsson kaum setzen können. Die 29-Jährige dominierte das Aufeinandertreffen von der ersten Minute an, breakte gleich das zweite Spiel und sicherte sich den ersten Satz nach nicht mal einer halben Stunde. Einzig ein hart erkämpfter Punkt Larssons verhinderte die Brille für die 26-Jährige.

Zum Verhängnis wurden der Schwedin dabei vor allem ihre eigenen Fehler. Jankovic schlug zwar auch mehr Winner, profitierte in erster Linie aber von 30 Unforced Errors ihrer Kontrahentin.

Belinda Bencic (SUI) - Angelique Kerber (GER/6) 6:1, 7:5

Nach einem absoluten Katastrophenstart in die dritte Runde der US Open schien Angelique Kerber sich doch noch zu fangen. Die Deutsche schaffte im zweiten Satz ihr erstes Break und preschte anschließend auf 5:2 davon - nur um dann erneut komplett einzubrechen.

Kerber ließ fünf Satzbälle liegen und lud die erst 17 Jahre alte Belinda Bencic immer wieder ein. Die Schweizerin erlaubte sich zwar selbst immerhin 18 Unforced Errors und hatte teilweise größere Probleme mit ihrem Aufschlag, für eine Angelique Kerber in dieser Form reichte es dennoch locker.

Die 26-Jährige gewann nicht mal die Hälfte ihrer Aufschlagspiele und machte im Gegensatz zu Bencic nur vier Pünktchen am Netz. Kerber ließ sich immer wieder in die Verteidigung drängen und agierte viel zu viel von der Grundlinie aus. Ihrer Kontrahentin gelangen derweil gleich elf Net Points, darüber hinaus nutzte Bencic solide 50 Prozent ihrer Chancen zum Break. In der vierten Runde geht's für sie nun gegen Jelena Jankovic, die in der dritten Runde eine dominante Leistung zeigte.

Miriana Lucic-Baroni (CRO) - Simona Halep (ROU/2) 7:6 (8:6), 6:2

Die US Open haben ihre erste richtig dicke Überraschung! Simona Halep, Nummer zwei der Welt und Mitfavoritin in Flushing Meadows ist raus. Und das schon in Runde drei. Gegen die Kroatin Miriana Lucic-Baroni schaffte es die Rumänin nie einen Vorteil aus ihren Aufschlägen zu ziehen und gewann weniger als die Hälfte ihrer eigenen Aufschlagspiele.

Dank einer sicheren Vorhand und starken Returns schien Halep die Katastrophe im ersten Satz doch noch mühevoll abwenden zu können, als sie sich trotz einer mäßigen Leistung in den Tie-Break rettete. Doch auch in der entscheidenden Phase des Matches schaffte die 22-Jährige es nie ihre eigentlichen qualitativen Vorteile auszuspielen.

Lucic-Baroni hingegen spielte aggressiv auf, riskierte viel - und gewann noch mehr. 36 Unforced Errors? Geschenkt, wenn man gleichzeitig auch noch 31 Winner schlägt und fünf seiner zehn Breakbälle nutzt. Nach dem Zweitrundenaus von Agnieszka Radwanska wird die Konkurrenz für Top-Favoritin Serena Williams somit noch dünner.

Sara Errani (ITA/13) - Venus Williams (USA/19) 6:0, 0:6 7:6 (7:5)

Die Zuschauer im Arthur Ashe Stadium trauten ihren Augen nicht. Gerade mal 26 Minuten benötigte Sara Errani, um Venus Williams mit einem lupenreinen 6:0 vom Platz zu fegen - nur um im zweiten Satz mit demselben Ergebnis unterzugehen. Im Nachhinein mutete es fast so an, als hätten sich die beiden Kontrahentinnen darauf geeinigt nur einen Satz ausspielen zu wollen.

Denn im entscheidenden dritten Satz schenkten sich die Nummer 13 und 19 der Setzliste nichts. 66 Minuten - und damit länger als die ersten beiden Sätze zusammen - kämpften Williams und Errani um den Einzug ins Achtelfinale, ehe Errani einen der vielen Williams-Fehler zum Sieg nutzte.

Die Italienerin schlug in einem Duell zweier völlig unterschiedlicher Tennisstile ganze 21 Winner weniger, leistete sich aber auch 27 Unforced Errors weniger und schaffte es so trotz ihres schwachen Aufschlags in die nächste Runde. Williams servierte zwar stärker, leistete sich bei ihrem ersten Aufschlag jedoch zu viele Fehler und konnte dieses Druckmittel somit zu selten einsetzen.

Caroline Wozniacki (DEN/10) - Andrea Petkovic (GER/18) - 6:3, 6:2

11:34 - das Verhältnis der Unforced Errors sagt eigentlich schon fast alles über dieses Match. Petkovic stand sich oft selbst im Weg, ließ phasenweise völlig ihre Konzentration vermissen. Wozniacki spielte sicher nicht ihr bestes Tennis - gegen eine Petko in dieser Verfassung war das aber auch gar nicht notwendig. Die sonst so starke Vorhand der Deutschen landete des öfteren in der Walachei.

Die Dänin begann die Partie direkt mit einem Break und schloss sie auch mit einem solchen ab. Der Service von Petkovic war mehr als ausbaufähig: Bei ihrem ersten Aufschlag schloss die Nummer 19 der Welt weniger als die Hälfte der Ballwechsel erfolgreich ab - die Quote beim Zweiten war nur minimal besser. Es war einfach nicht der Tag von Andrea Petkovic. Die ehemalige Weltranglistenerste Wozniacki zieht völlig verdient in die Runde der besten 16 ein.

Maria Sharapova (RUS/5) - Sabine Lisicki (GER/26) 6:2, 6:4

101 Minuten hat es gedauert, dann war das Aus von Sabine Lisicki besiegelt. Der erste Satz war keine Glanzleistung, die 24-Jährige kam nicht gut ins Spiel und leistete sich viele einfache Fehler. Deutlich besser machte es die Troisdorferin im zweiten Durchgang, ging sogar mit einem Break zum 3:1 in Führung. Doch Sharapova wollte sich nicht auf einen Entscheidungssatz einlassen und drehte noch einmal ordentlich auf. Die Russin bog den Zweiten noch um - trotz eines starken Kampfes von Lisicki.

Vermutlich wirkte sich auch die ständige Diskussion mit Carlos Ramos negativ auf die Konzentration der Nummer 27 der Welt aus. Der Stuhlschiedsrichter warf der Deutschen ein ums andere Mal vor, während des Matches Hinweise aus ihrer Box erhalten zu haben. "Ich wusste nicht, was er meint. Ich habe nichts gesehen", sagte Lisicki nach dem Spiel: "Und ich weiß nicht, was er gesehen haben will."

Auffällig war, dass beide Spielerinnen bei eigenem Aufschlag relativ schlecht punkteten. Insgesamt neun Breaks in 18 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Im weiteren Verlauf sollte Sharapova zudem die vielen Doppelfehler (8) abstellen, wenn sie es im Turnier noch weit bringen will. Im Achtelfinale geht es für sie gegen Petko-Bezwingerin Caroline Wozniacki.

Seite 1: Tag 5 der Damen

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