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Radsport

Caleb Ewan gewinnt elfte Tour-Etappe

SID
Caleb Ewan (r.) setzte sich im Massensprint durch und feierte seinen zweiten Tagessieg 2020.

"Pocket Rocket" Caleb Ewan zündete den Turbo, dann flog der kleinste Sprinter der Tour de France mit einem Tigersprung an seinen großen Rivalen vorbei. Der australische Rad-Star hat das packende Kopf-an-Kopf-Duell der weltbesten Sprinter gewonnen und in einer Millimeter-Entscheidung seinen zweiten Etappensieg bei der 107. Frankreich-Rundfahrt gefeiert.

Der Teamkollege des deutschen Routiniers Roger Kluge verwies auf der 167,5 km langen elften Etappe von Chatelaillon-Plage nach Poitiers hauchdünn den Iren Sam Bennett (Deceuninck-Quick Step) und den Niederländer Wout van Aert (Jumbo-Visma) auf die Plätze.

"Mit zwei Etappensiegen bin ich super happy", sagte Ewan, der am Dienstag auf der malerischen Ile de Re als Zweiter knapp von Bennett geschlagen worden war: "Ich war enttäuscht nach gestern und bin jetzt froh, dass ich auch meine Teamkollegen belohnen konnte."

Der ursprüngliche Zweite Peter Sagan (Slowakei/Bora-hansgrohe) wurde wegen eines unsportlichen Manövers ans Ende der Spitzengruppe versetzt und verlor weitere Punkte im Kampf um das Grüne Trikot, das weiter Bennett trägt.

Der deutsche Sprinter Andre Greipel hatte am Mittwochmorgen hohe Ziele formuliert. "Mein Traum wäre es, nochmal ganz oben zu stehen", sagte der 38-Jährige vor dem Start. Es reichte nicht. Greipel, dessen Tour bislang vor allem von gesundheitlichen Problemen geprägt war, griff nicht in den Massensprint ein. Als bester Deutscher erreichte Debütant Jonas Koch (Schwäbisch Hall/CCC) auf dem 29. Rang das Ziel.

Keine Änderung gab es an der Spitze der Gesamtwertung: Primoz Roglic und die anderen Favoriten erlebten einen vergleichsweise stressfreien Tag, der Slowene vom Team Jumbo-Visma ist weiter Träger des Gelben Trikots. Sein Vorsprung auf Titelverteidiger Egan Bernal (Kolumbien/Ineos Grenadiers) beträgt 21 Sekunden.

Der Franzose Matthieu Ladagnous war der einzige Fahrer, dem die Teams der Top-Sprinter eine Flucht gewährten. Der 35-Jährige vom Team Groupama-FDJ hatte sich kurz nach dem Start abgesetzt. Als sich ihm später eine Gruppe um den Österreicher Lukas Pöstlberger (Bora-hansgrohe) anschließen wollte, zog das Peloton kurzerhand das Tempo an. Das erwartete Sprint-Finale sollte nicht gefährdet werden, Ladagnous war als Solist einfacher zu kontrollieren.

Gregor Mühlberger muss als erster Bora-Fahrer aufgeben

So wurde es ein langer, einsamer Tag für Ladagnous, dessen Zeit an der Spitze 43 Kilometer vor dem Ziel endete. Kurz darauf war die Tour für Gregor Mühlberger vorbei. Der angeschlagene Österreicher stieg vom Rad, völlig entkräftet lehnte er am Bora-Teamfahrzeug - es war der erste Ausstieg eines Fahrers der deutschen Mannschaft.

Mühlberger war als Helfer von Emanuel Buchmann vorgesehen, der seine Klassement-Ambitionen inzwischen verworfen hat. Auch Ion Izagirre (Astana) musste aufgeben, der Spanier saß nach einem Sturz blutend und anscheinend leicht benommen am Straßenrand.

Pöstlberger wagte sechs Kilometer vor dem Ziel einen erneuten Anlauf. Mit schnellen Tritten attackierte der 28-Jährige, die Flucht blieb aber erneut erfolglos.

Nach zwei Flachetappen in Folge wird am Donnerstag wieder geklettert. Die schweren Pässe der Alpen sind noch weit entfernt, doch die 218 km lange 12. Etappe von Chauvigny nach Sarran bietet dennoch ihre eigenen Schwierigkeiten: Sie ist die längste der Tour 2020. In hügeligem Terrain läuft vieles auf einen Tag der Ausreißer hinaus.

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