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Radsport

Bölts: Gruppenzwang verursachte Doping

SID
Jan Ullrichs früherer Edelhelfer Udo Bölts fürchtete damals keine gesundheitlichen Folgen
© getty

Jan Ullrichs früherer Edelhelfer Udo Bölts hat die fächendeckenden Dopingvergehen im Radsport in den 1990er Jahren mit äußerem Druck begründet.

Eine Art Gruppenzwang habe dazu geführt, sagte Bölts dem "ARD-Hörfunk". "Den würde ich mal auf das ganze Fahrerfeld übertragen. Dann würde ich schon von der ganzen Gruppe sprechen. Im Sport ist es ja so: Es ist immer ein Druck des Sponsors da, dem man gerecht werden will."

Um in der damaligen Zeit vorne in der Tour de France zu bestehen, habe man eben manipulieren müssen. "Das war eigentlich unumgänglich", sagte der zwölfmalige Tour-Teilnehmer, der Ullrich mit dem berühmten Ausspruch "Qual dich du Sau" 1997 zum Gesamtsieg bei der Frankreich-Rundfahrt getrieben hatte. Der 46-Jährige wollte seine Einschätzung weder mit Namen unterlegen, noch für Ullrich sprechen.

Bölts hat 1996 mit Doping angefangen

Gesundheitliche Folgen fürchtete Bölts nicht. "Die Angst, das Jahr später keinen Vertrag mehr zu bekommen, oder zu versagen, aus seinem Sportlerleben rausgerissen zu werden, ohne Vertrag dazustehen, die war größer", sagte er.

Bölts, der vor sechs Jahren Doping gestanden hatte und heute für einen Radhersteller tätig ist, habe 1996 angefangen, verbotene Substanzen wie Epo und Wachstumshormone zu benutzen. "Man hat natürlich ein bisschen ein schlechtes Gewissen. Aber man bekommt auch immer wieder gesagt, ja, das gehört dazu." Er hoffe, dass dieser Zwang heute nicht mehr existiere.

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