Radsport

Radsport: Stuyven gewinnt Deutschland Tour - Buchmann und Geschke beste Deutsche

SID
Emanuel Buchmann schaffte es bei der Deutschland Tour nur auf Platz 13.

Ein risikofreudiger Emanuel Buchmann, ein Tagessieg von Pascal Ackermann, doch der Gesamterfolg war in einer engen Sekundenentscheidung für keinen deutschen Radprofi zu erreichen. Bei der abwechslungsreichen zweiten Auflage der neuen Deutschland Tour blieb für die Tour-de-France-Überflieger Buchmann nur die Anerkennung für einen couragierten Auftritt, Gesamtsieger ist Jasper Stuyven.

Emanuel Buchmann verpasst die Top 10

Nach 159,5 km holte der Italiener Sonny Colbrelli vom Bahrain-Merida-Team in einem beherzten gefahrenen Finale durch die thüringische Landeshauptstadt den letzten Tageserfolg und belegte schließlich mit drei Sekunden Rückstand auf Stuyven Rang zwei der Gesamtwertung. Insgesamt erfuhr die Rundfahrt nach ihrer vielversprechenden Premiere im Vorjahr erneut eine positive Resonanz.

Buchmann (Bora-hansgrohe) musste sich als 13. ebenso wie der Berliner Simon Geschke (CCC Team) als 12. mit einem Gesamtrang außerhalb der besten Zehn begnügen. Obwohl der Tour-Vierte Buchmann insgesamt mit einer sehr offensiven Fahrweise überzeugte, fehlte ihm die Sprintschnelligkeit eines Klassikerspezialisten wie Stuyven, um eine noch bessere Rolle zu spielen.

Geschke war als Zehnter bester Deutscher der Schlussetappe. "Es war nochmal ziemlich schwer. Ich habe meinen Platz gehalten, mehr war nicht drin", sagte der frühere Tour-Etappensieger. Buchmann meinte: "Der Plan war nie, auf Klassement zu fahren. Ich bin knapp den Top Ten vorbei gefahren, mehr war nicht zu machen. Ich war als Helfer für Pascal hier."

Pascal Ackermann erreicht nicht das Ziel

Bitter endete die Rundfahrt für Ackermann, der nach einem Sturz am Samstag mit Rückenschmerzen zu kämpfen hatte und im Thüringer Wald vorzeitig vom Rad steigen musste. "Die Schmerzen waren zu groß. Wenn man nicht mehr treten kann, kann man nicht mehr fahren", sagte der Pfälzer im ZDF tief enttäuscht. In Halberstadt hatte Ackermann für den einzigen Etappensieg gesorgt. "Wir haben gehofft, dass wir heute nochmal mit Pascal eingreifen können", sagte Buchmann.

Stuyven wusste bereits vor dem Sprint um den Etappensieg, dass sein Gesamterfolg feststeht, auch wenn Colbrelli noch zehn Bonussekunden erhielt. Der Belgier holte die letztlich entscheidende Zeit am Samstag auf dem anspruchsvollen Abschnitt nach Eisenach heraus, den der Däne Kasper Asgreen gewann. "Ich bin sehr glücklich. Ich musste nur sichergehen, dass ich nicht noch abgefangen werde", sagte Stuyven.

Tour-Chef zieht positive Bilanz

Deutschland-Tour-Chef Claude Rach war auch mit der zweiten Auflage glücklich und blickte bereits mit Optimismus in die Zukunft. "Wir haben jetzt schon für 2020 und 2021 Anfragen, wo die Leute sagen, das Event soll auch in unsere Stadt kommen. Wir haben Bewerbungen, die Dynamik ist positiv", sagte der Luxemburger dem ARD-Hörfunk.

Rach möchte das Rennen zunächst in der bisherigen Form weiter etablieren, bevor über eine Ausdehnung auf mehr Etappen nachgedacht wird. "Wir werden uns Schritt für Schritt entwickeln, aber das Ziel ist es nicht, ein dreiwöchiges Rennen zu werden, das der Tour de France Konkurrenz macht", sagte Rach. Gerade das derzeitige Format lockte internationale Topstars wie den Briten Geraint Thomas, Frankreichs Publikumsliebling Julian Alaphilippe oder den Italiener Vincenzo Nibali an.

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