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Motorsport

Ekström wird Sieg aberkannt

SID
Matthias Ekström wurde am Norisring disqualifiziert
© getty

Audi-Fahrer Mattias Ekström ist der große Pechvogel am Norisring. Der Schwede hatte die beeindruckende Serie von Konkurrent Mercedes auf der Strecke beendet, wurde aber später wegen eines Regelverstoßes aus der Wertung genommen. Den Sieg bekam Mercedes-Pilot Robert Wickens zugesprochen.

Nach 83 turbulenten Runden in der Hitze von Nürnberg war die stolze Siegesserie von Mercedes eigentlich beendet. Ausgerechnet an seinem 35. Geburtstag jagte Matthias Ekström im Audi als Sieger über die Ziellinie am Norisring. Der erste Heimerfolg der Ingolstädter in der DTM nach elfjähriger Durststrecke schien gebrochen.

Am späten Abend dann aber totale Ernüchterung im Audi-Lager. Wegen unerlaubter Gewichtszufuhr an seinem Wagen wurde Ekström aus der Wertung genommen. Dies teilte der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) mit.

Da alle weiteren Fahrer einen Platz nach vorn rückten, ging der Sieg an den kanadischen Mercedes-Piloten Robert Wickens. Mercedes bleibt damit seit 2003 in Nürnberg ungeschlagen. Auch die Zweit- und Drittplatzierten Christian Vietoris und Daniel Juncadella fahren die Stuttgarter Automarke.

Offiziell heißt es, dass Ekström im Parc Ferme unerlaubter Weise Wasser in die Hosentasche seines Rennanzug geschüttet wurde. Die Rennkommissare sahen dies als Vergehen gegen die Parc-Ferme-Bestimmungen an und nahmen ihn deshalb aus der Wertung.

Paffett: "Das ist ein Idiot"

Mike Rockenfeller (Neuwied/Audi) verteidigte durch den vierten Platz seine Gesamtführung erfolgreich. Für den früheren Formel-1-Piloten Timo Glock (Wersau/BMW) setzte es mit Rang 12 den nächsten Rückschlag. In der Gesamtwertung liegt Rockenfeller mit 69 Punkten vor dem am Sonntag fünftplatzierten Titelverteidiger Bruno Spengler (BMW/67) aus Kanada.

Vizemeister Gary Paffett lag bis kurz vor Schluss des Rennens auf Podestkurs, doch zwei Kollisionen mit Edoardo Mortara (Italien) im Audi kosteten den Mercedes-Piloten wertvolle Punkte.

"Das ist ein kompletter Idiot", sagte der wütende Paffett nach dem Rennen, Verfolger Mortara war ihm drei Runden vor Schluss ins Heck gefahren: "Er hat nicht gebremst, es war nur sein Fehler", sagte Paffett. Als Gesamtvierter liegt der Meister von 2005 mit 47 Punkten nun bereits hinter Vietoris (55).

Wickens und Spengler starten gut

Auf dem nur 2,3 Kilometer langen Kurs hatte die erste Startreihe mit Wickens und Spengler bestens ins Rennen gefunden, dahinter machte Paffett seinen ersten Fehler: Der Brite rollte beim Start zu früh an, die folgende Durchfahrtstrafe wegen Frühstarts warf ihn zunächst weit zurück.

Als die Boxen nach drei Runden öffneten, wurde das Feld erheblich durcheinander gewirbelt, die Spitze bildeten nun Mortara und Ekström. Für Spannung sorgten aber zwei Piloten in der Mitte des Feldes.

Die Meisterschaftsstände der DTM

Paffett und Rockenfeller auf den Rängen sieben und acht hatten, anders als die Spitzengruppe, bereits beide Pflichtboxenstopps absolviert und waren so auf Podiumkurs unterwegs. Paffett hatte zudem die harten, länger haltbaren Reifen auf den Felgen.

Boxenstopp bringt Entscheidung

In der Folge rückten die beiden Top-Piloten mit jedem Boxenstopp eines Konkurrenten im Feld weiter auf, es wurde ein Fernduell um die Spitze: Ekström und Mortara, die mittlerweile die Plätze getauscht hatten, mussten einen Vorsprung von rund 30 Sekunden auf Paffett herausfahren, um auch nach dem zweiten Stopp an der Spitze zu bleiben.

Mit 30,1 Sekunden Vorsprung auf Paffett kam sieben Runden vor Schluss zunächst Mortara zum Reifenwechsel, doch ein kleiner Fehler des Teams erlaubte dem Briten, auf Platz zwei vorzufahren.

Zwei Runden später steuerte auch Ekström die Box an - diesmal gelang der Stopp perfekt. Doch mit dem Heimsieg wurde es dann doch nichts.

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