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Motorsport

Tony Kanaan besiegt seinen Indy500-Fluch

Von Alexander Maack
Seit 1956 bekommt der Sieger in Indianapolis ein Glas Milch - Tony Kanaan ist keine Ausnahme
© getty

Tony Kanaan hat in einer spektakulären Schlussphase erstmals in seiner Karriere das legendäre Indianapolis 500 gewonnen. Beim "Greatest Spectacle in Racing" schnappte sich der für KV Racing Technology startende 38-jährige Brasilianer drei Runden vor Schluss bei einem Restart die Führung von Ryan Hunter-Reay, der nur Dritter wurde.

"Ich hatte ein bisschen Glück heute. Das ist für meine Fans, für meinen Dad, der heute nicht hier ist", jubelte Kanaan, der als Zwölfter ins Rennen gestartet war, nach seiner Zieldurchfahrt: "Ich bin sprachlos. Ich möchte allen danken. Das war's. I made it!" Der Rennfahrer libanesischer Abstammung startet zwar seit 2003 in der Indycar-Series und gewann 2004 die Meisterschaft, in Indianapolis blieb ihm ein Sieg trotz seiner elf Teilnahmen und 225 Führungsrunden aber bisher verwehrt.

Platz zwei belegte Rookie Carlos Munoz in seinem ersten Rennen in der Indycar-Series. Er zog wie Kanaan in der 197. von 200 Runden auf dem Indianapolis Motor Speedway an seinem Andretti-Autosport-Teamkollegen Hunter-Reay vorbei. "Ich sollte glücklich sein, aber ich wollte gewinnen. Ich habe einen Super-Job gemacht. Ich brauche mich nicht schämen", erklärte Munoz, der nun auf ein Stammcockpit hoffen darf: "Warten wir ab, was die Zukunft bringt."

Dagegen konnte Hunter-Reay sich nicht richtig über seinen dritten Platz freuen. Nachdem er von Kanaan und Munoz überholt worden war, erhielt er keine Chance mehr zurückschlagen. Das Rennen wurde nach einem Crash von Vorjahressieger Dario Franchitti unter Full-Course-Yellow hinter dem Safety Car beendet.

Tony Kanaan: "Das waren die längsten Runden meines Lebens"

Sieger Kanaan hatte offensichtlich selbst nicht mehr mit seinem Triumph gerechnet. "Ich konnte es nicht glauben. Ich habe gefragt: 'Wie viele noch? Wie viele Runden noch?' Und dann kam die Antwort: 'Noch zwei!' Das waren die längsten Runden meines Lebens", erklärte der Brasilianer, der in der vierten Reihe gestartet war. Insgesamt war die 97. Auflage des legendären Ovalrennens ein höchst abwechslungsreiches Rennen: 67 Führungswechsel bedeuten einen neuen Rekord.

Die Lobeshymnen der übrigen Starter für den Sieger waren anschließend einstimmig. "Wenn es jemand verdient, dann Tony", erklärte der Enkel des Formel-1-Weltmeisters Mario Andretti, der vom dritten Startplatz zurückfiel und nur Vierter wurde.

Munoz verliert anfangs Plätze

Marco Andretti, der in der ersten Reihe außen gestartet war, übernahm schon in Turn 3 Platz zwei von seinem Teamkollegen Carlos Munoz. Der 21-jährige Kolumbianer, der 2010 für Mücke Motorsport in der Formel 3 gestartet war, hatte wegen seiner Unerfahrenheit von seinem Team die Aufgabe bekommen, das Rennen langsam anzugehen und das Auto auf der Strecke zu halten. Der Plan ging auf.

Anders erging es J.R. Hildebrand. Panther Racing verpasste dem 25-Jährigen ein extrem aggressives Setup, das sich als schwer kontrollierbar herausstellte. Damit sollte endlich der Sieg gelingen, nachdem Hildebrand 2011 nur 300 Meter vor der Ziellinie von Dan Wheldon abgefangen worden war. Durch das Setup verlor "Captain America" allerdings schon in der vierten Runde die Kontrolle über sein Auto und löste mit seinem Einschlag in die Mauer die erste Full-Course-Yellow-Phase aus.

Polesetter Carpenter fällt auf Rang zehn zurück

Nach dem folgenden Restart löste der als Zehnter gestartete Tony Kanaan Lokalmatador Ed Carpenter, der den Highschool- und College-Abschluss nur wenige Kilometer von der berühmtesten Rennstrecke der Welt machte, erstmals als Führenden ab. Auch Marco Andretti schlüpfte an Carpenter vorbei und lieferte sich mit dem späteren Sieger in den nächsten Runden ein packendes Duell um die Führung. Carpenter fiel derweil immer weiter zurück und wurde letztlich Zehnter.

Platz eins wechselte bis zur Mitte des Rennens beinahe im Rundentakt. Nach 100 von 200 Runden führte A. J. Allmendinger noch als achter Fahrer das Feld an. Schon 13 Runden später musste er die Führung allerdings abgeben. Sein Team vermutete einen schleichenden Plattfuß, zusätzlich hatte sich der Sicherheitsgurt gelockert. Allmendinger kam deshalb zu einem Sicherheitsstopp an die Box und musste auf eine andere Strategie wechseln, mit der der zweite Rookie im Feld schließlich als Siebter ins Ziel kam.

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