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Motorsport

Drama um Casey Stoner

SID
Casey Stoner flog auf dem Weg zur Pole Position von der Strecke
© Getty

Beim WM-Finale in Valencia hat Casey Stoner einen möglichen Sieg bereits in der Aufwärmrunde weggeworfen. Er leistete sich auf dem Weg zu seiner Pole Position einen Highsider und konnte nicht starten. Bei den 125ern überraschte der erst 16 Jahre alte Marcel Schrötter mit Rang fünf. Sandro Cortese wurde beim Sieg des Spaniers Julian Simon Achter. Hiroshi Aoyama sicherte sich den WM-Titel in der 250er-Klasse.

So hatte sich Casey Stoner den WM-Abschluss sicher nicht vorgestellt. Auf dem Weg in die Startaufstellung stürzte der Australier und fiel damit noch vor dem Start aus. Möglicherweise hatte ein technischer Defekt den Abflug ausgelöst.

Davon profitierte Dani Pedrosa. Der Spanier hat beim Saisonfinale in Valencia das Motorradrennen in der Königsklasse MotoGP gewonnen und sich durch diesen Heimsieg noch auf Platz drei der WM-Wertung geschoben.

Hinter Pedrosa belegten der bereits als Weltmeister feststehende Italiener Valentino Rossi sowie dessen spanischer Teamkollege und Vize-Weltmeister Jorge Lorenzo die Plätze zwei und drei.

Deutscher Jungstar bald in der WM?

Doch auch ein junger Deutscher sorgte für Aufsehen. Als sich der 16 Jahre alte Marcel Schrötter in Valencia mutige Duelle mit den Stars der Motorrad-WM lieferte, wurde seinem Förderer Toni Mang zu Hause vor dem Fernseher heiß und kalt.

Eine Woche nach dem Gewinn des EM-Titels fuhr der Honda-Pilot aus Pflugdorf beim WM-Finale mit einer Wildcard in der 125er-Klasse sensationell auf Platz fünf und empfahl sich damit nachhaltig für den Aufstieg in den WM-Zirkus, in dem der Japaner Hiroshi Aoyama (Honda) bei den 250ern den letzten Titel der Saison holte.

Forscher Auftritt von Schrötter

"Er hat eine unerwartete Top-Leistung gebracht. Auf so etwas hofft man vielleicht, gerechnet hatte ich damit aber nicht", sagte der fünfmalige Weltmeister Mang, der wegen einer Grippe auf die Reise nach Valencia verzichten musste.

"Es wäre normal gewesen, wenn er in den Zweikämpfen mal zurückgesteckt hätte. Aber er hat reingehalten, und ich habe immer nur gesagt: sitzenbleiben, sitzenbleiben." Nachdem am Wochenende Schrötters Startplatz für 2010 offiziell bestätigt wurde, beginnt Mang jetzt mit der Suche nach den nötigen Sponsoren.

Schrötter selbst blieb nach seinem Husarenritt bescheiden. "Es ist heute schon gut gelaufen", meinte der Bayer, der eine Woche zuvor als erster Deutscher seit Klaus Nöhles (Nettetal) vor zehn Jahren den EM-Titel gewonnen hatte: "Dieses Rennen macht jetzt noch mehr Lust auf das nächste Jahr. Da kommen zwar viele Strecken, die ich nicht kenne, mein Ziel ist aber dennoch ein Platz in den Top 20. "

Cortese in der Gesamtwertung auf Platz sechs

Schrötter, der in dieser Saison zum zweiten Mal in Folge die internationale deutsche Meisterschaft (IDM) gewann und schon beim WM-Heimspiel auf dem Sachsenring mit einer Wildcard mit Startplatz vier und Rang zwölf für Furore gesorgt hatte, landete in Valencia beim Sieg von Weltmeister Julian Simon (Spanien) drei Plätze vor Sandro Cortese.

Der Schwabe aus Berkheim schaffte trotz Platz acht aber noch im Endklassement mit 130 Punkten den Sprung auf Rang sechs. "Das war mein Ziel, und das habe ich geschafft, auch wenn das ganze Wochenende nicht so gut lief", sagte der Derbi-Pilot: "Ich bin froh, dass ich gesund in die Pause gehe, und freue mich auf das nächste Jahr."

Dort wird er gemeinsam mit Schrötter und dem ebenfalls 16-Jährigen Jonas Folger die deutsche Kolonie in der 125er-Klasse bilden.

Folger schied in Valencia nach einem Ausrutscher vorzeitig aus und schloss seine erste WM-Saison mit Platz 12 (73 Punkte) ab. Das Highlight hatte der jüngste Deutsche, der jemals in die Punkteplätze fuhr, mit Platz zwei in Le Mans gefeiert.

Aoyama sichert sich Titel in der 250er-Klasse

Stefan Bradl, der in seinem letzten 125er-Rennen stürzte, steigt nach Platz zehn im Gesamtklassement in die neue Moto2-Klasse auf. "Diese Saison hatte ich mir eigentlich ein bisschen anders vorgestellt", sagte der Sohn des früheren Vize-Weltmeisters Helmut Bradl. "Aber ich habe in diesem Jahr unheimlich viel gelernt, das war in Hinsicht auf die neue Klasse Moto2 sehr wichtig."

Den letzten Titel bei den 250ern vor der Umwandlung in die Moto2 holte unterdessen Aoyama, der aber mehr zittern musste, als es ihm lieb war.

Nach einem Ausritt durchs Kiesbett war er zwischenzeitlich auf den elften Platz zurückgefallen, der als letzter noch zum Titel gereicht hatte.

Als er sich dann wieder um zwei Plätze nach vorne gekämpft hatte, stürzte sein Rivale Marco Simoncelli (Gilera) sieben Runden vor Schluss in Führung liegend und verschenkte damit nicht nur die noch mögliche Titelverteidigung, sondern auch noch WM-Platz zwei an Valencia-Sieger Hector Barbera (Spanien).

Schrötter startet von Rang sieben

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