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Motorsport

Frag doch mal bei Katja nach

Von Alexander Mey
hofmann, alex
© Getty

München - Kennt noch jemand Katja Poensgen? Genau: Die Katja Poensgen, die sich in den Saisons 2001 und 2003 als Amazone in der Motorrad-WM versucht hat.

Mit ihr hätte Alex Hofmann mal sprechen sollen, bevor er sich beim MotoGP-Rennen in Portugal einen Aussetzer leistete, der ihn nun den Job kostet.

Poensgen hätte Hofmann berichten können, wie es sich anfühlt, ganz am Ende des Feldes um den vorletzten Platz zu kämpfen. Schließlich ging es ihr oft genug so.

Motivationsschaden

Hofmann in letzter Zeit nicht mehr, bis zum Rennen in Portugal eben. Nach einem Handbruch noch nicht lange wieder fit, startete Hofmann vom vorletzten Startplatz aus, und das auch noch mit dem schlecht abgestimmten Ersatz-Motorrad.

Schnell war er Letzter und gurkte hinter dem Feld her. Bis zu dem Moment, als er 17 Runden vor Schluss an die Box kam. Und das nicht etwa wegen eines Motor- oder Getriebeschadens. Nein, wegen eines Motivationsschadens.

Team spricht von Arbeitsverweigerung

Alex Hofmann hatte schlicht und ergreifend keinen Bock mehr. Er stieg von der Maschine und ließ die verdutzten Mechaniker einfach stehen. "Ich hatte keine Lust, hinterher zu fahren. Das ist für mich kein Rennsport", sagte der 27-Jährige. "Ich habe nicht die Motivation, um die letzten Plätze zu kämpfen."

Dafür hatte sein Teamchef Luis D'Antin natürlich vollstes Verständnis. So viel Verständnis, dass er den Deutschen der Arbeitsverweigerung bezichtigte und ihn postwendend raus warf.

"Fehlende Motivation ist keine gültige Ausrede für uns", hieß es in einer auffällig kurzen Begründung des Rauswurfs.

Rauswurf nur vorverlegt

Überraschender Weise wertete Hofmann selbst seine Aktion keineswegs als Beleg dafür, dass er keine Lust mehr hatte: "An der Einstellung hat es nicht gelegen." Vielmehr hat er augenscheinlich von den Gerüchten und Spekulationen um seine Person die Nase voll gehabt.

Nach einem erfolgreichen Saisonstart mit zum Beispiel einem fünften Platz in Frankreich warf "Alex66", wie er sich in Anlehnung an seine Startnummer nennt, ein Handbruch zurück. Nach seiner Rückkehr rissen die Unkenrufe über einen Rauswurf zum Saisonende nicht ab.

Gut möglich, dass Hofmann das zumindest vorläufige Ende seiner MotoGP-Karriere einfach nur um ein paar Wochen vorverlegt hat.

Glück außerhalb der MotoGP suchen

Ob er noch mal wiederkommt? Wenn ja, dann sicher nicht auf einem Motorrad, bei dem er sich sicher sein kann, nicht wieder um die hinteren Plätze kämpfen zu müssen.

Wenn er ein absolutes Spitzenmotorrad will, wird er sein Glück außerhalb der MotoGP suchen müssen.

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