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Leichtathletik

Hallen-WM: Sprinter Jacobs gewinnt Gold vor Coleman

SID
Lamont Marcell Jacobs

Rückkehrer Christian Coleman verliert bei der Hallen-WM das Sprintduell mit Lamont Marcell Jacobs. Für den emotionalen Höhepunkt sorgt die Ukrainerin Jaroslawa Mahutschich.

In einem Herzschlagfinale hat sich Olympiasieger Lamont Marcell Jacobs zum Hallen-Weltmeister gekrönt. Der Italiener entschied am Samstagabend das Sprint-Duell gegen 100-m-Weltmeister Christian Coleman über die 60 m in Belgrad hauchdünn für sich. Für den emotionalen Höhepunkt des Tages sorgte allerdings der ukrainische Hochsprung-Star Jaroslawa Mahutschich nach ihrer mehr als dreitägigen Anreise aus dem Kriegsgebiet.

Jacobs setzte sich in 6,41 Sekunden vor dem US-Amerikaner Coleman durch, der erst im Januar sein Comeback nach 18 Monaten Anti-Doping-Sperre gegeben hatte. Bronze ging an dessen Landsmann Marvin Bracy (6,44 Sekunden). Mehr als eine Minute mussten die Sprinter nach Zieleinlauf auf das offizielle Ergebnis warten - drei Tausendstel trennten Jacobs und Coleman am Ende, beide führen nun gemeinsam die Weltjahresbestenliste an.

Am Vormittag feierte Hochspringerin Mahutschich ihren emotionalen Gold-Triumph. "Diese Medaille ist für die Ukraine, für mein ganzes Land, mein ganzes Volk, für das Militär", sagte Mahutschich, die Olympia-Bronze in Tokio und WM-Silber in Doha gewonnen hatte: "Ich muss unser Land auf der Bahn beschützen." Mit der Weltjahresbestleistung von 2,02 m sicherte sie sich den Titel vor der Australierin Eleanor Patterson (2,00 m) und Nadeschda Dubowizkaja aus Kasachstan (1,98 m).

Die U20-Rekordhalterin hatte ihre Heimatstadt Dnjepropetrowsk während des russischen Angriffs auf die Ukraine verlassen. Mahutschich berichtete von einer 2000 Kilometer langen, mehr als dreitägigen Reise, begleitet von "Explosionen, Bränden und Luftschutzsirenen".

Bei der Medaillenvergabe überreichte Sebastian Coe Mahutschich einen handgeschriebenen Brief, in dem der Präsident des Weltverbandes World Athletics (WA) "Dank und Bewunderung" ausdrückte. "Ihre Leistung heute Morgen zeugt von Ihrer Leidenschaft für unseren Sport und Ihrer Entschlossenheit in einer so schrecklichen Zeit für Ihr Land", hieß es in dem Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Mahutschich, eine von insgesamt sechs ukrainischen WM-Teilnehmerinnen, wird vorerst nicht in ihre Heimat zurückkehren und mit ihrem Sponsor nach Deutschland reisen.

Im gleichen 60-m-Vorlauf wie Coleman hatte Aleksandar Askovic (München) am Vormittag seine persönliche Bestleistung von 6,61 Sekunden eingestellt, im Halbfinale war jedoch Schluss.

Über die 60 m Hürden scheiterte Ex-Weltmeisterin Danielle Williams überraschend im Vorlauf (8,23 Sekunden). Die Jamaikanerin kam aus dem Rhythmus, nachdem sie eine Hürde touchiert hatte, auch Monika Zapalska (8,17/Wattenscheid) schied im Vorlauf aus. Gold ging an die Französin Cyrena Samba-Mayela (7,78).

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