Leichtathletik

"Das Dopingproblem ist viel größer"

Von SPOX
Die Doku "Geheimsache Doping - Im Schattenreich der Leichtathletik" sorgt für Aufsehen

Die ARD-Dokumentation "Geheimsache Doping - Im Schattenreich der Leichtathletik" sorgt wenige Wochen vor Beginn der Leichtathletik-WM in Peking (22. bis 30. August) für Wirbel. Omnisport sprach mit dem verantwortlichen Redakteur Hajo Seppelt.

Erst "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht", nun "Geheimsache Doping - Im Schattenreich der Leichtathletik": Einmal mehr sorgen die Recherchen von dem Dopingexperten der ARD schlechthin für Entsetzen.

"Wir müssen nach den Expertenanalysen - wir haben das alles wissenschaftlich begleiten lassen - davon ausgehen, dass jede dritte Medaille bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen in Ausdauerdisziplinen, wo es um Blutdoping geht, im Zeitraum zwischen 2001 und 2012 von Athleten gewonnen wurde, die mit Doping zu tun hatten", erklärte Seppelt im Gespräch mit Omnisport.

Die IAAF reagiert wie gewöhnlich

Die IAAF reagiert wie gewöhnlich: Mit Verschwörungstheorien verbreitet Verbands-Boss Lamine Diack nicht gerade Hoffnung, dass es dieses Mal die ernsthafte Bemühung geben könnte, alles aufzuklären.

"So lange die Dopingbekämpfung in der Hand derjenigen liegt, die eigentlich den Sport promoten und Geld verdienen wollen, so lange besteht ein klarer Interessenskonflikt. Und der ist nicht lösbar", gibt sich Seppelt keinen Illusionen hin.

Schlimme Zustände in Russland

Der 52-Jährige berichtete vor allem von den Praktiken in Kenia und Russland. Er kam zu dem Schluss, dass es "unglaubwürdig" sei zu glauben, "dass nur Müsli und Höhenregionen für die unglaublichen Erfolge von Kenianern verantwortlich sind".

Und über Russland meinte Seppelt: "Interessant war für uns zu sehen, dass es bei den Russen am schlimmsten zu sein scheint. 80 Prozent der Werte, die zu finden waren, lagen im auffälligen Bereich."

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