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Boxen

"Der Clown ist sein ständiger Begleiter"

Von Elias Stefanescu, Attila Revada, Nick Trachte
Conor McGregor will Floyd Mayweather Jr. in die Schranken verweisen

Von Nick Trachte

  • Wie muss der Gameplan von McGregor aussehen, um nicht vorgeführt zu werden?

Das Sprichwort "fight a boxer - box a fighter" trifft auf das Duell wie die Faust auf das Auge. McGregor ist in der Rolle des Fighters und muss den Fight suchen. Wenn er anfängt, mit Mayweather zu boxen, wird er schlecht aussehen. Am wichtigsten ist es, seine mentale Stärke und sein Selbstbewusstsein aus dem Octagon mit in den Ring zu transportieren.

Wenn Floyd annähernd an seine alte Form anknüpfen kann, wird es für Conor schwierig werden, vom Boxerischen her nicht wie ein Schuljunge zu wirken. Nach Punkten wird er in meinen Augen keine Chance haben zu gewinnen. Er sollte deshalb zwangsläufig versuchen, Mayweather in einen Kampf zu ziehen und seine körperliche Überlegenheit sowie seine Auslage vorteilhaft mit ins Spiel zu bringen.

Denn McGregor besitzt Explosivität, Schnelligkeit und auch eine gewisse Schlagkraft. Floyd mit seiner unorthodoxen Art zu überrumpeln und einen "Dirty Fight" anzustreben, wäre sicherlich von Vorteil. Insofern er seinem Landes-Motto "Fighting Irish" treu bleibt, wird er trotz seiner technischen Unterlegenheit den Ring erhobenen Hauptes verlassen können.

Wie sein erster Boxing-Coach Philip Sutcliffe Snr., welchen ich gerade erst im Crumlin Gym in Dublin besucht habe, meinte: "Conor has got a punchers chance". Diese fällt allerdings nicht sonderlich groß aus. Ich gebe ihm maximal ein Prozent.

  • DQ-Gefahr! Kann McGregor seine MMA-Instinkte überhaupt ablegen?

Er sollte es tunlichst vermeiden, regelwidrige Aktionen einzubauen, jedoch sind über Jahre hinweg Automatismen in seinen Kopf programmiert worden und diese sind inzwischen im Unterbewusstsein angelegt.

Somit bleibt stets ein gewisses Restrisiko. Vor allem, wenn er angeschlagen sein sollte, könnten diese Automatismen sich verselbständigen. Es wäre auch denkbar, dass die "Money-Show" in Richtung "Wrestling-Show" entgleitet und somit ist nicht auszuschließen, dass die Fans mehr als Boxen zu sehen bekommen.

Dies würde aber neben einer unumgänglichen Disqualifikation auch eine nicht unerhebliche Strafe finanzieller Natur für McGregor mit sich bringen. Taktisch gesehen, sollte Conor allerdings durchaus an der Grenze des Erlaubten arbeiten und versuchen, den alten Ringfuchs Floyd so aus dem Konzept zu bringen. Es wird ein Drahtseilakt, keine Frage.

  • Welche Auswirkungen hat der Kampf auf die weitere Karriere von McGregor?

McGregor kann eigentlich nur von diesem Kampf profitieren und das über den extrem lukrativen, finanziellen Aspekt hinaus. Sollte er, wie es zu erwarten ist, verlieren, wird das seiner Karriere keinen Abbruch tun. Er ist in seiner bisherigen Laufbahn nicht ungeschlagen und in seinem Debüt als Profi-Boxer gegen einen ungeschlagenen Mayweather zu verlieren, wäre keine Überraschung.

Sollte er jedoch siegen, würde ihn das noch mehr ins Rampenlicht der Kampfsport-Szene katapultieren und ihm eine Karriere im Profi-Box-Business mit weiteren utopischen Kampfbörsen ermöglichen.

Ich persönlich mag Conor McGregor, aber meine, er sollte nach diesem Ausflug in den Ring wieder ins Octagon zurückkehren und mit seinen zweifelsohne soliden boxerischen Fähigkeiten dort weiterhin Kontrahenten ausknocken.

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