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Boxen

"Hätte Floyd gefährdet"

Von Interview: Malte Müller-Michaelis
Amir Khan will gegen Canelo Alvarez im Ring überzeugen

SPOX: Aber gegen Danny Garcia haben Sie ebenfalls kurzründig verloren. War das der Tiefpunkt Ihrer Karriere?

Khan: Das kann man so sehen. Auf der anderen Seite war es aber auch ein großer Kampf gegen einen starken Gegner. Ich habe einen schlechten Tag erwischt, einen Moment nicht aufgepasst und wurde überrannt. Das kann vorkommen. Ich habe immer betont, dass ich die Scharte gerne auswetzen möchte und mir ein Rematch gegen Danny gut vorstellen kann. Vielleicht kommt es irgendwann dazu. Erst mal konzentriere ich mich aber natürlich voll und ganz auf Canelo.

SPOX: Dann lassen Sie uns über Ihren Gegner sprechen. Was erwarten Sie von Alvarez?

Khan: Dasselbe, was alle erwarten. Canelo kennt eigentlich nur den Vorwärtsgang. Er ist ein guter Boxer, physisch und psychisch enorm stark, aber eben auch ein wenig eindimensional. Ich denke, dass ich das bessere Gesamtpaket zu bieten habe. Aber ich muss natürlich auf seine harten Körper- und Aufwärtshaken aufpassen, muss immer in Bewegung bleiben und darf mich nicht stellen lassen.

SPOX: Wie haben Sie sich auf diesen bislang wohl größten Kampf Ihrer Karriere vorbereitet?

Khan: Jeder Boxer, dem Sie diese Frage stellen, wird immer antworten, dass er gerade das beste Trainingscamp seiner Karriere hinter sich hat. Ich habe noch nie gehört, dass jemand vor dem Kampf sagt: "Ach, wissen Sie, so richtig optimal ist die Vorbereitung nicht gelaufen, und eigentlich bin ich nur bei 50 Prozent." So etwas gibt es nicht, und ich werde damit bestimmt nicht anfangen. Ich bin topfit und optimal eingestellt.

SPOX: Sie haben seit vielen Jahren versucht, einen so großen Kampf zu landen. Doch weder Floyd Mayweather Jr. noch Manny Pacquiao schienen wirklich gegen Sie boxen zu wollen. Warum nicht?

Khan: Ganz einfach: Weil ich Floyd hätte gefährlich werden können - und Manny ebenfalls. Das soll nicht arrogant klingen, aber ich bin nun mal einer der besten Boxer meiner Generation, zehn Jahre jünger als Mayweather oder Pacquiao und deswegen auch schneller. Ich habe eine gute Beinarbeit, ein exzellentes Auge und herausragendes Timing. Ich würde auch nicht gegen mich boxen wollen.

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SPOX: Während darüber spekuliert wurde, ob Sie einen Kampf gegen einen der beiden Mega-Stars landen könnten, wurde hinter den Kulissen überraschenderweise der Deal mit Canelo eingefädelt. Normalerweise sickert in der Boxszene immer etwas durch. Es gibt viel Tratsch und noch mehr Gerüchte. Bei diesem Kampf war das anders. Wie konnte ein so spektakulärer Coup bis zur offiziellen Verkündung geheim bleiben?

Khan: Das hat verschiedene Gründe. Oscar de la Hoya und Golden Boy haben natürlich eine große Rolle gespielt und einen herausragenden Job gemacht. Außerdem kam es uns bestimmt zugute, dass sowohl für Canelo, als auch für mich immer wieder Namen wie Mayweather und Pacquiao gehandelt wurden. Und letztlich waren die Leute natürlich auch überrascht, dass ich den Kampf überhaupt annehme. Aber das hätte sich eigentlich jeder denken können, denn wie ich zu Beginn gesagt habe: Ich will immer gegen die Besten ran.

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