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TKO-Sieg! Brähmer bleibt Weltmeister

Jürgen Brähmer (r.) und Enzo Maccarinelli im Infight
© getty

Jürgen Brähmer (43-2-0) hat seinen WBA-Titel im Halbschwergewicht erfolgreich verteidigt. Der 35-Jährige bezwang in Rostock den Waliser Enzo Maccarinelli (38-7-0) via TKO vor Beginn der sechsten Runde.

Vor rund 5000 Zuschauer in der ausverkauften Rostocker Stadthalle kam der entscheidende Moment bereits in der ersten Runde, als Brähmer seinen Gegner in den letzten Sekunden vor dem Gongschlag mit einem Jab sowie einer linken Gerade traf.

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Maccarinellis rechtes Auge schwoll in der Folgezeit immer mehr zu, eine Gefährdung seines Augenlichts drohte. Der Ringarzt schritt allerdings - im Gegensatz wie beim zweiten Kampf zwischen Abraham und Stieglitz - nicht ein, erst die Ecke des Walisers nahm das Heft in die Hand und warf vor der sechsten Runde das Handtuch.

Brähmer verteidigte damit erfolgreich seinen WBA-Titel, den er sich im Dezember 2013 gegen Marcus Oliveira schnappte. Zudem rehabilitierte sich der Lokalmatador vor dem Rostocker Publikum. Seine letzte Niederlage musste Brähmer 2008 in der Hansestadt hinnehmen, als er Hugo Hernan Garay unterlag. Doch das gehört spätestens seit dem 5. April der Vergangenheit an.

Reaktionen:

Kalle Sauerland: "Das war eine sehr gute Leistung von Jürgen. Vor Maccarinelli muss man auch den Hut ziehen. Aber man hat gesehen, warum Jürgen Weltmeister ist."
...über Brähmers Zukunft: "Ich würde Hopkins gegen Brähmer gerne in Deutschland sehen. Das ist unser Traumkampf. Ich werde sofort Kontakt mit Golden Boy aufnehmen. Wir wollen Hopkins."
Jürgen Brähmer: "Die Zuschauer haben etwas geboten bekommen. Er war der erwartet unangenehme Gegner. Zudem hat mir ein Cut über dem rechten Augen zu schaffen gemacht. Aber ich habe gut auf ihn reagiert"
Enzo Maccarinelli: "Ich habe mich versucht durchzubeißen. Aber ich habe auf dem einen Auge nichts mehr gesehen. Ich hätte gerne ein Rematch, aber das liegt nicht in meiner Hand."

SPOX-Scoreboard1. Runde23456789101112Score
Jürgen Brähmer (GER)101010910
Enzo Maccarinelli (WAL)999109TKO

Der Ringrichter: Giuseppe Quartarone. Der Italiener machte einen guten Job, doch ihm waren angesichts von Maccarinellis Auge die Hände gebunden. Der Hintergrund: Nur der Ringarzt ist dazu im Stande, einen Kampf abzubrechen.

Der Schlag des Kampfes: Brähmers Jab. Die Linke mag vordergründig für das geschwollene Auge Maccarinellis verantwortlich gewesen sein. Aber es war Brähmers blitzschneller Jab, mit dem er seinen Gegner unter Druck setzte und die Größennachteile wettmachte.

Das fiel auf:

  • Der Größenunterschied machte sich gleich zu Beginn bemerkbar, genauso wie die Taktik Brähmers. Mit seiner Schnelligkeit versuchte der Weltmeister, die Distanz sofort zu verkleinern, um wenige Sekunden später wieder herauszuspringen. Typisches In-and-Out.
  • Der kleine Cut über Brähmers rechtem Auge wurde nicht durch einen Schlag des Gegners verursacht, sondern durch einen unabsichtlichen Kopfstoß.
  • Brähmer von Beginn an variabler, vor allem gegen die Linke fand Maccarinelli keine Antwort. Die Folge: Schon zu Beginn der zweiten Runde schwoll das rechte Auge des Walisers mächtig zu.
  • Maccarinelli konnte aus seinen Größen- und auch Reichweitenvorteilen keinen Profit schlagen. Brähmer schlicht und ergreifend zu schnell, gerade mit dem Jab.

  • Der Zustand von Maccarinellis Auge wurde immer schlimmer, er wurde quasi zum einäugigen Boxer. Erinnerte an Abraham im zweiten Duell mit Stieglitz, bei dem König Arthur nicht weiterboxen durfte.

  • Mit dem Mute der Verzweiflung ging Maccarinelli in der vierten Runde in die Offensive. Brähmer mit einer kleinen Verschnaufpause, die der Herausforderer sofort mit einigen Körpertreffern bestrafte , ohne allerdings große Wirkung beim Champion zu hinterlassen.

  • Vor der sechsten Runde warf die Ecke Maccarinellis das Handtuch. Angesichts des geschwollenen Auges war das die einzig richtige und von einem ärztlichen Standpunkt aus vertretbare Entscheidung.

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