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Boxen

Klitschko nimmt den "Tag der Arbeit" wörtlich

SID
Wladimir Klitschko will als Amateurboxer bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro antreten
© getty

Wladimir Klitschko will am Samstag im Kampf gegen seinen ehemaligen Sparringspartner Francesco Pianeta "alles geben" - auch wenn der Fight nur eine Durchgangsstation ist.

Wladimir Klitschko kam extra eine halbe Stunde früher in den Heidelberger Olympiastützpunkt, um sich am Tag der Arbeit das Showtraining von Francesco Pianeta anzusehen. Viel mehr als ein Aufwärmprogramm bekam der Schwergewichts-Weltmeister von seinem Herausforderer, der bei seiner kurzen Einheit weder T-Shirt noch Mütze ablegte, aber nicht geboten. "Das war geheimnisvoll. Aber ich bin es gewohnt, dass meine Gegner vor dem Kampf alles verstecken wollen", sagte Klitschko, der am Samstag in Mannheim seinen Titel gegen Außenseiter Pianeta erfolgreich verteidigen will.

Im Gegensatz zum bisher ungeschlagenen Pianeta (28 Siege, 1 Unentschieden) gab Klitschko vor den rund 200 Fans kräftig Gas und zeigte eine Stunde lang, warum er der große Favorit ist. "Das ist doch der Tag der Arbeit, oder? Da muss man beschäftigt sein", scherzte der voll austrainierte Ukrainer, der den knapp 13.000 Zuschauern in der Arena und den TV-Zuschauern in über 150 Ländern am liebsten einen K.o.-Sieg bieten möchte: "Ich werde alles für einen klaren Erfolg geben."

Olympia vor Augen

Der Kampf gegen Pianeta soll für "Dr. Steelhammer" allerdings nur die Durchgangsstation zum Mega-Fight gegen den Russen Alexander Powetkin sein. Im Fall eines Sieges am Samstag wird der Champion der Weltverbände WBA, IBF und WBO am 31. August in Moskau auf Powetkin treffen. Für seinen Auftritt in der 60.000 Zuschauer fassenden Moskauer Olympiahalle soll Klitschko eine Börse in Höhe von 17,25 Millionen Dollar kassieren - die höchste seiner Karriere.

Nicht um Geld, sondern um Ruhm geht es Klitschko bei seinem großen Fernziel. Der 37-Jährige, der 59 seiner bisherigen 62 Profikämpfe gewonnen hat, will bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro antreten und dort seine zweite Goldmedaille nach 1996 holen. Der Weltverband der Amateurboxer (AIBA) hat dem Champion bereits die Tür nach Brasilien geöffnet.

"Die AIBA hat den Traum von Wladimir Klitschko vernommen", sagte AIBA-Sprecher Sébastien Gillot dem "SID". Dass Klitschko einige Kriterien für die Olympia-Teilnahme nicht erfüllt, stellt anscheinend kein Problem dar. "Die AIBA blickt nach vorne, um mit Wladimir weitere Gespräche zu führen", äußerte Gillot.

Klitschkos Olympia-Traum lebt weiter

Bei der Auslegung der eigenen Regeln gibt sich die AIBA flexibel. Das betrifft auch die vorgeschriebene Altersgrenze, die bei 40 Jahren festgelegt wurde. "Wenn der Boxer einige Wochen vor den Spielen 40 geworden ist, ist er dennoch für das AIBA-Programm geeignet", teile der Verband mit. Klitschko wird am 25. März 2016, also einige Monate vor den Spielen, 40 Jahre alt.

Von seinem Olympia-Traum will sich Klitschko aber nicht ablenken lassen. Für den Weltmeister, der sich in Tirol in 143 Sparringsrunden - so vielen wie nie zuvor - auf den Pianeta-Fight vorbereitet hat, geht es nur darum, seinen 60. Sieg zu landen. "Ich bin so heiß wie immer. Ich werde ihn nicht unterschätzen. Es ist die Chance seines Lebens - und er hat seinen härtesten Kampf ja schon gewonnen. Er hat den Krebs besiegt", sagte Klitschko über seinen früheren Sparringspartner, bei dem vor drei Jahren Hodenkrebs diagnostiziert worden war.

Nach einer Chemotherapie kämpfte sich der 28 Jahre alte Deutsch-Italiener aus Gelsenkirchen, der für den Magdeburger SES-Boxstall antritt, zurück in den Leistungssport. "Ich bin gut vorbereitet und hochmotiviert", sagte Piantea, auf dessen Arm der berühmte Satz von Julius Cäsar ("veni, vidi, vici" - "ich kam, sah und siegte") tätowiert ist: "Ich werde mir den Arsch aufreißen, um die Gürtel zu bekommen. Ich bin sicher, dass jeder Mensch schlagbar ist."

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