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Boxen

Die Boxwelt trauert um Emanuel Steward

SID
Emanuel Steward gründete das legendäre Kronk Gym in Detroit
© Getty

Wladimir Klitschko trauert um seinen Trainer. Der Tod von Trainer Emanuel Steward hat die Box-Welt erschüttert. Der Amerikaner war am Donnerstag kurz nach 21.00 Uhr MESZ im Alter von 68 Jahren in einem Krankenhaus in Chicago offenbar an einer Darmerkrankung verstorben.

"Der Boxsport hat mit seinem Tod einen gewaltigen Verlust erlitten", sagte Schwergewichts-Weltmeister Wladimir Klitschko, der seit 2004 mit Steward zusammengearbeitet hatte, "nur selten hat eine Person die Chance, mit einer Legende zusammenzuarbeiten. Ich hatte dieses Privileg über fast zehn Jahre."

In die Boxing Hall of Fame wurde Steward bereits 1996 aufgenommen. Er war ein erfolgreicher Amateurboxer, der 1963 den "Golden Gloves"-Titel gewann. Statt Profi zu werden kümmerte er sich in Detroit aber als Trainer um Amateure und später Profis.

Wegen finanzieller Probleme musste er zwischenzeitlich sogar als Elektriker arbeiten. Sein "Kronk-Gym" war dabei nicht nur eine Ausbildungsstelle für Weltmeister, sondern leistete auch soziale Basisarbeit. Viele Kids aus der armen Nachbarschaft kamen schon mit 13, 14 Jahren dorthin.

Hearns: "War wie ein Vater für mich"

"Emanuel war eine wunderbare Person und hat definitiv zahlreiche Leben gerettet", sagte der ehemalige Weltergewichts-Champion Thomas "Hitman" Hearns, "er war der Vater, den ich nie hatte. Er lehrte mich den Unterschied zwischen richtig und falsch."

Hearns war der erste große Weltmeister, den Steward betreute. Zahlreiche weitere folgten, darunter Ring-Legenden wie Lennox Lewis, Oscar de la Hoya, Evander Holyfield. Auch Graciano Rocchigiani ließ sich von Steward anleiten.

"Manny hat mir immer gesagt, ich sei der Beste", erklärte Ex-Schwergewichtschampion Lewis, "die Wahrheit ist, dass er der Beste war. Ich bin zutiefst erschüttert." Oscar de la Hoya erklärte: "Von dem Tod eines der besten und meist respektierten Trainers dieser Zeit zu hören, macht mich sehr traurig. Ich werde ihn wie viele andere sehr vermissen."

US-Promoter Bob Arum teilte mit: "Wir alle betrauern den Tod unseres Freundes Emanuel Steward, er stand für das Beste, was das Boxen zu bieten hat." Auf dem Kongress des Weltverbandes WBO wurde eine Schweigeminute abgehalten.

Familie "bestürzt" über verfrühte Todesmeldungen

Donnerstagnachmittag war Stewards Ableben vorzeitig von zahlreichen Medien vermeldet worden. Auch die Klitschko-Brüder hatten bereits eine Stellungnahme veröffentlicht, als Steward noch um sein Leben kämpfte.

Seine Schwester Diane veröffentlichte daraufhin eine Stellungnahme: "Die Familie ist bestürzt und enttäuscht, dass Leute in dieser schweren Zeit gedankenlos unwahre Nachrichten verbreiten, nur um ihre 15 Minuten des Ruhms zu genießen."

Am Abend hatte er seinen schwersten Kampf dann aber doch verloren. "Sein Geist ist immer hier", sagte Klitschko im Trainingslager vor seinem Kampf am 10. November in Hamburg gegen den Polen Mariusz Wach, "ich kann während des Sparrings seine Stimme in mein Ohr flüstern hören. Ruhe in Frieden, Emanuel. Bis wir uns wiedertreffen, mein Freund."

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