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Basketball

Eine verdammt enge Kiste

Von Marc-Oliver Robbers
Litauen siegte in der Zwischenrunde der EuroBasket 2013 gegen Frankreich
© imago

Bank: Nando De Colo, Antoine Diot, Joffrey Lauvergne, Florent Pietrus vs. Jonas Valanciunas, Donatas Motiejunas, Martynas Pocius, Mindaugas Kuzminskas

Frankreich: Einen richtigen Sixth Man besitzen die Franzosen nicht. De Colo bekommt eine Menge Spielzeit, weicht aber häufig auf die Shooting-Guard-Position aus. Die Quoten sind sicherlich ausbaufähig, aber für einen Dreier ist der Spurs-Guard immer gut. Gleiches gilt für Diot, mit dem Unterschied, dass Diot rund 55 Prozent seiner Dreier versenkt. Gegen Spanien brachte der Guard die Franzosen wieder ran und versenkte eiskalt die entscheidenden Freiwürfe. Lauvergne, Pietrus und Petro erweitern die Big-Men-Rotation, sind im Normalfall aber eher Füllstoff denn echte Optionen. Eine Ausnahme war auch hier das Spanien-Spiel, in dem Forward Pietrus Center Marc Gasol mit seiner aggressiven Defense zur Weißglut trieb.

Litauen: Das sieht bei den Balten ganz anders aus. Mit Jonas Valanciunas und Donatas Motiejunas besitzt Litauen richtig Qualität auf der Bank. Allerdings sind die beiden NBA-Talente noch recht unbeständig in ihren Leistungen und schöpfen ihr vorhandenes Potenzial nicht konsequent aus. Valanciunas hat Probleme, sich einen eigenen Wurf zu kreieren und Motiejunas ist (noch) nicht tough genug. Diese Toughness besitzt Veteran Robertas Javtokas, aber ihm fehlen die Skills. Dazu kommt mit Martynas Pocius ein Swing Man, der gut verteidigt und auch offensiv mit seiner Athletik für Entlastung von der Bank sorgen kann. Forward Mindaugas Kuzminskas besitzt diese Qualitäten auch, gilt mit seinen 23 Jahren als absolutes Toptalent, spielt aber eine bislang enttäuschende EM.

Fazit: Vorteil Litauen

Head Coach: Vincent Collet vs. Jonas Kazlauskas

Collet: Der französische Head Coach verfügt mittlerweile über eine Menge internationaler Erfahrung. Selbst in die NBA schnupperte Collet schon rein. 2007 war er in der Summer League Assistant Coach bei den Cleveland Cavaliers. Seit vier Jahren ist er nun Trainer der Equipe Tricolore - mit steigendem Erfolg. Platz 5 2009, folgte der Vize-Titel und nun steht Frankreich erneut im Finale. Collet versteht es, die vielen Stars zu einem Kollektiv zu formen und scheut auch nicht davor, diese bei schlechten Leistungen auf die Bank zu setzen. Seine Ideen, Pietrus gegen Gasol zu stellen und vermehrt auf eine Zonenverteidigung umzuschalten, waren im Halbfinale gegen Spanien entscheidende Maßnahmen.

Kazlauskas: Der Litauer gilt als einer der erfolgreichsten Coaches in Europa und sammelte schon weltweit Erfahrung und Titel. So war er bereits Assistent von Del Harris in China und trainierte die chinesische Auswahl später selbst. Zuletzt scheiterte er aber als griechischer Nationalcoach und Trainer von ZSKA Moskau. Kazlauskas vertraut eher auf Erfahrung, so dass Valanciunas, Motiejunas oder auch Kuzminskas nur dosiert eingesetzt werden. Und doch stellen sich die Youngster ruhig hinten an. Ein Indiz, was für eine Autoritätsperson Kazlauskas ist und welch großen Respekt er genießt.

Fazit: Unentschieden

Prognose

Auch wenn Litauen das Zwischenrundenspiel recht klar für sich entscheiden konnte, sind die Balten nicht zwingend Favorit. Frankreich wird aus dem Halbfinalsieg gegen Spanien eine Menge Selbstvertrauen mitnehmen, und mit welchem Willen gerade Parker den Turnaround erzwang, war schon beeindruckend. Der Superstar will unbedingt seinen ersten Titel mit dem Nationalteam erringen.

Allerdings hatte Litauen Parker zuletzt sehr gut im Griff. Seibutis raubte ihm mit seiner engen Verteidigung den Nerv und das könnte der Schlüssel sein. Frankreich ist in diesem Turnier noch abhängiger vom Point Guard als sonst. Wenn es bei Parker nicht läuft, läuft es meist auch bei den Franzosen nicht. Batum fehlt die Konstanz, Gelabale ist nicht in Form und den Centern geht die Klasse ab.

Litauen ist dagegen viel breiter aufgestellt und hat gerade auf den großen Position eine schier unendliche Auswahl. Zudem können Kleiza, Kalnietis oder Maciunis jederzeit heißlaufen. Zudem wird es - trotz gewonnenem Selbstvertrauen - spannend zu beobachten sein, wie gut Frankreich den physischen und mentalen Aderlass aus dem Spanien-Spiel verkraftet. SPOX-Tipp: Litauen gewinnt knapp.

Teil I: Die Guard-Positionen

Teil II: Die Forward-Positionen und die Center

Teil III: Die Bank, die Coaches und die Prognose

Der NBA-Spielplan im Überblick

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