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Basketball

"Wir haben alle NBA-Anfragen abgesagt"

Maxi Kleber kam in seiner ersten Bayern-Saison auf 8 Punkte und 4,9 Rebounds im Schnitt

SPOX: Kommen wir noch einmal auf die abgelaufene Saison zurück. Für die ganze Mannschaft war 2015/16 eine große Enttäuschung. Was war aus Ihrer Sicht der Hauptgrund dafür?

Kleber: Das ist gar nicht so einfach. Wenn wie bei uns letztes Jahr alle Ziele verpasst werden, hat das immer mehr als einen Grund. Zum einen haben wir einfach keinen schönen Basketball gespielt, das muss man so ehrlich sagen - und dafür waren wir alle, Spieler und Trainer eingeschlossen, verantwortlich. Wir mussten uns nach der Saison alle hinterfragen und analysieren, woran das lag. Es gab natürlich auch Verletzungen, aber das kann man nicht als Entschuldigung heranziehen, selbst wenn es die Dinge nicht einfacher macht. Am Ende der Saison hat uns zudem etwas die Kraft gefehlt, aber auch schon während der Saison hatten wir Probleme damit, Spiele rechtzeitig zu entscheiden. Im Pokal beispielsweise haben wir durch einen Gamewinner am Ende verloren, hätten das Spiel aber längst vorher eintüten müssen. Ich kann es nicht an einer Sache festmachen, es war einfach eine Saison, in der irgendwie nichts klappen sollte.

SPOX: Das gravierendste Beispiel für die Probleme war wohl der Sweep gegen Bamberg in den Playoffs. Wie kam es, dass Brose so dermaßen dominieren konnte? War am Ende einfach die Luft raus?

Kleber: Puh. Wir sind nicht mit der Einstellung in die Serie gegangen, dass wir gegen Bamberg rausfliegen würden, soviel ist klar. Wir hatten zuvor ja bewiesen, dass wir gegen sie mithalten können. Der Knackpunkt war wahrscheinlich im zweiten Spiel bei uns in München, als wir eigentlich über drei Viertel gut gespielt hatten, dann aber die Kraft verloren und das Ganze doch noch wieder hergegeben haben. Wir konnten unsere Leistung erneut nicht konstant abrufen und gegen ein Team wie Bamberg gewinnt man einfach nicht, wenn man nicht über vier Viertel die Leistung halten kann. Im letzten Spiel war dann, das muss man leider so ehrlich sagen, wirklich die Luft raus bei uns. Sie haben direkt losgelegt wie die Feuerwehr, wir haben überhaupt nichts getroffen. Und dann hatten wir einfach nicht mehr die Energie für ein richtiges Comeback.

SPOX: Damit platzte auch die letzte Chance auf die Euroleague - letztes Jahr noch einer der Hauptgründe für Ihren Wechsel nach München. Jetzt wird es "nur" der Eurocup sein. Nervt Sie das oder kann es auch eine Chance sein, wenn man dort richtig weit kommt?

Kleber: Nun, natürlich hätte ich gerne Euroleague gespielt, nachdem ich dort letztes Jahr die komplette Saison verpasst habe. Aber andererseits ist der Eurocup durch die Umstrukturierung in diesem Sommer jetzt auch ein richtig harter Wettbewerb geworden. Etliche Teams mit Euroleague-Niveau sind dabei, weil die Königsklasse eben verkleinert wurde. Von daher bin ich ziemlich heiß darauf und mache mir eigentlich keinen Kopf darum, ob nun "-cup" oder "-league" dahintersteht. Die Euroleague ist namhafter, aber auch im Eurocup warten riesige Herausforderungen auf uns.

SPOX: Stichwort Euroleague-Niveau: Der FCB konnte "trotz" des Eurocups sehr hochkarätig nachverpflichten und hat vor allem im Frontcourt viele neue Gesichter. Wie bewerten Sie die Offseason?

Kleber: Wir haben uns in jedem Fall deutlich verbessert, würde ich sagen. Reggie [Redding] ist ein Top-Spieler, der vor allem auch am Ende des Spiels Verantwortung übernehmen kann und sich wohl fühlt, wenn er in den letzten Sekunden den Ball in der Hand hält - so einer hat uns gefehlt. Ondrej [Balvin] ist unheimlich riesig, das merkt man erst, wenn man im Training gegen ihn spielt. 2,16 Meter sind schon eine Hausnummer. (lacht) Und trotzdem bewegt er sich sehr gut, diese Kombination ist selten in Europa. Und das sind nur zwei Namen. Grundsätzlich gilt aber: Egal wie groß die Namen sind, man muss als Team zusammenfinden, sonst wird man trotzdem nichts erreichen. Das ist jetzt unsere Aufgabe.

SPOX: Einige Abgänge gab es bekanntlich auch - allen voran Paul Zipser, der zu den Chicago Bulls gewechselt ist. Stehen Sie seitdem in Kontakt?

Kleber: Ja, klar. Ich habe eine Whatsapp-Gruppe mit ihm und Anton Gavel, in der wir uns permanent Sprüche drücken. (lacht)

SPOX: Wie sieht es in der Hinsicht bei Ihnen aus? Im letzten Sommer gab es viele Gespräche mit NBA-Teams und auch schon eine Einigung für die Summer League mit den Heat, bevor Sie sich verletzten. Gab es da in diesem Sommer auch wieder Anfragen?

Kleber: Die gab es, aber wir haben in diesem Jahr alles sofort abgesagt. Mir war wie gesagt klar, dass ich eine Pause brauchte, und wenn ich hätte spielen können, hätte sich die Summer League sowieso hinter der Nationalmannschaft anstellen müssen. Von daher war das in diesem Sommer nie eine ernsthafte Option für mich.

SPOX: Und in der Zukunft?

Kleber: Ganz ehrlich? Momentan weiß ich es nicht. Ich stehe noch mindestens in der kommenden Saison bei Bayern unter Vertrag, danach haben wir eine beidseitige Option auf ein weiteres Jahr vereinbart und bisher noch gar nicht darüber gesprochen. Ich denke, das hat gerade auch keine Priorität. Mir geht es jetzt darum, eine gesunde und erfolgreiche Saison hier zu spielen. Der Rest kommt dann sowieso von alleine. Wir haben hier etwas gutzumachen und nur das zählt.

Maxi Kleber im Steckbrief

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