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Basketball

Weiss: "Wir werden explodieren"

SID
DBB-Präsident Ingo Weiss gibt sich trotz Krise angriffslustig
© getty

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich in der EM-Qualifikation gegen Polen blamiert, der Gruppensieg ist praktisch nicht mehr zu machen und das Ticket in Gefahr. Ernsthafte Sorgen macht sich aber niemand.

Angst? Nein. Zweifel? Nein. Aber zumindest ein ungutes Gefühl? Nein. Ingo Weiss lässt sich nicht bange machen. Der Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB) wischt alle Bedenken einfach weg. "Dass wir nicht so schlecht sind, sieht man doch", sagt der 50-Jährige am Ende eines ganz und gar verdorbenen Abends. Weiss macht aus seiner tiefen Enttäuschung über das Nationalteam keinen Hehl, blickt aber lieber nach vorn: "Wir werden explodieren."

Aus dem fernen Nanjing, von den Olympischen Jugendspielen, war Weiss nach Bonn gereist. Das Spiel gegen die Polen, das vermeintliche Finale um den Gruppensieg in der EM-Qualifikation, wollte sich der DBB-Boss auf gar keinen Fall entgehen lassen. Weiss staunte nicht schlecht, als er sah, wofür er die Mühen auf sich genommen hatte: Einen total indiskutablen Auftritt, der mit einer hochverdienten 76:88 (41:43)-Niederlage endete.

Ziel Gruppensieg klar verfehlt

Vom Gruppensieg, klar ausgegebenes Ziel, redet keiner mehr. "Damit können wir uns nicht beschäftigen. Es ist aus eigener Kraft nicht mehr möglich", sagte Kapitän Heiko Schaffartzik - einer der Schwächsten unter den Schwachen. Die DBB-Auswahl liegt nach vier von sechs Spielen in der Gruppe C mit sechs Zählern hinter Polen und Österreich (jeweils 7) auf Platz drei, Vierter ist Luxemburg (4). Nur sechs von sieben Tabellenzweiten schaffen es. Darum ist am Sonntag in Hagen gegen Österreich ein Sieg Pflicht. Drei Tage später beim Schlusslicht sowieso.

Weiss zweifelt nicht daran. "Wir gewinnen am Sonntag, das weiß ich. Da garantiere ich für", meint der Präsident. An ein mögliches Scheitern denke er nicht: "Am Ende werden 13 Mannschaften qualifiziert sein. Und da werden wir dabei sein. Dann fragt keiner mehr, wie es zustande gekommen ist." Wenn er sich da mal nicht irrt.

Mutapcic ist bedient

Überrascht ("Ich weiß nicht, was mit der Mannschaft los war"), aber kämpferisch gab sich der Weiss. Ganz anders sah es da bei Emir Mutapcic aus. Der Bundestrainer verzog keine Miene und beantwortete mit verschränkten Armen vor der Brust die Fragen zum schlimmen Auftritt. "Keine Energie, keine Aggressivität, kein Fokus", lautete die Erklärung des Bosniers für den vorläufigen Tiefpunkt seiner Amtszeit: "Wie haben keine Lösung gefunden." Minutenlang hätten seine Spieler teilweise ohne Fouls agiert. Ein Unding im Basketball, gerade wenn es nicht läuft.

"Wir wollen die Fehler nicht wiederholen", sagt der Bosnier mit Blick auf das Österreich-Spiel. Ein Sieg muss her, für das EM-Ticket und auch für seine Zukunft. Der Vertrag des 54-Jährigen läuft nach der Qualifikation aus. Sorgen wegen des erneut schwachen Auftritts nach der Auftaktniederlage in Polen (67:68), dem mehr als mühevollen Sieg in Österreich (77:64) und dem Spaziergang gegen Luxemburg (109:49) muss sich Mutapcic wohl vorerst nicht machen.

Weiss will das Fass nicht aufmachen. "Es gibt keine Diskussion", stellte der Präsident klar: "Muki ist ein toller Trainer. Ich finde ihn gut und würde ihn gerne behalten." Bei einem Scheitern wäre Mutapcic ganz sicher weg. Weiss glaubt natürlich nicht an ein solches Szenario: "Wir gewinnen gegen Österreich und Luxemburg." Basta!

Die EM-Qualifikation im Überblick

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