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Basketball

Bayern und Oldenburg wollen Déjà-vu verhindern

Von Ruben Zimmermann
Bayern München erhielt sich mit einem Sieg in Spiel vier die Chance auf das Finale
© getty

In der vergangenen Saison trafen die Brose Baskets Bamberg im Finale der BBL-Playoffs auf ratiopharm Ulm. Eine Wiederholung dieses Finales ist auch in dieser Spielzeit noch möglich.

In der vergangenen Saison trafen die Brose Baskets Bamberg im Finale der BBL-Playoffs auf ratiopharm Ulm. Eine Wiederholung dieses Finales ist auch in dieser Spielzeit noch möglich, allerdings haben der FC Bayern und die EWE Baskets Oldenburg etwas dagegen. Am Donnerstag kommt es im Halbfinale sowohl zwischen Oldenburg und Ulm (20 Uhr) als auch zwischen Bamberg und den Bayern (20.30 Uhr) zum entscheidenden fünften Spiel.

"Wie ich schon in Bamberg gesagt habe, war das wieder eine Werbung für den Basketball", sagte Trainer Svetislav Pesic nach dem 80:71-Heimerfolg seiner Bayern gegen Bamberg am vergangenen Sonntag bei "Sport 1" und fügte hinzu: "Die Spieler haben sehr großen Charakter gezeigt als es darum ging zu gewinnen oder verlieren."

Denn die Bayern standen im vierten Spiel bereits kurz vor dem Ende aller Finalträume. Im letzten Viertel lagen die Münchener zwischenzeitlich mit acht Punkten zurück und kamen nur dank einer ganz starken Leistung von Tyrese Rice (17 Punkte) noch einmal in die Partie zurück. Im nun entscheidenden fünften Spiel wird es für die Bayern daher vor allem darauf ankommen, ob der US-Amerikaner eine ähnliche Galavorstellung abliefern kann wie zuletzt.

Bamberg mit Gavel und Heimvorteil

Bei den Bambergern heißt die Schlüsselfigur Anton Gavel. Bei der Niederlage gegen die Bayern im ersten Playoff-Duell fehlte der Point Guard mit einer Grippe, in den folgenden beiden Spielen war er mit 17 bzw. 21 Punkten maßgeblich daran beteiligt, dass der Meister in der Best-of-Five-Serie zwischenzeitlich mit 2:1 in Führung ging. Kann Gavel beim entscheidenden fünften Spiel erneut seine Topform abrufen, dann werden ihn die Bayern nur schwer stoppen können.

Ein weiterer wichtiger Vorteil für die Bamberger könnte die Spielstätte sein, dann das fünfte Spiel findet in der heimischen Stechert-Arena statt. "Wir haben gezeigt, dass wir auch in Bamberg gut spielen können. Wir haben dort in dieser Saison sogar zweimal gewonnen", gibt sich Bayern-Coach Pesic vor dem Entscheidungsspiel allerdings kämpferisch. Neben einem Erfolg im Pokal gewannen die Münchener auch das erste Spiel der Playoff-Serie in Bamberg mit 98:85.

Bayern verdienen sich Respekt

Doch bereits vor dem letzten Spiel steht fest: So einen hartnäckigen Gegner wie den FC Bayern hatten die Bamberger in den Playoffs schon lange nicht mehr. In der letzten Saison überrannten die Brose Baskets ihre Gegner Bonn (3:1), Artland (3:0) und Ulm (3:0) nahezu mühelos. Und auch in dieser Saison verlor man im Viertelfinale gegen Hagen lediglich ein Spiel.

Auch Chris Fleming erkennt die Leistung der Münchener an. "Der Sieg geht für mich komplett in Ordnung, sie haben es am Ende verdient", sagte der Bamberger Trainer nach der jüngsten Niederlage im Audi Dome. Noch ist die Vorherrschaft der Brose Baskets allerdings nicht gebrochen, der vierte Meistertitel in Serie ist noch immer möglich. Allerdings können sich die Oberfranken keine weitere Niederlage gegen die Münchener erlauben, die ihrerseits auch noch immer von ihrem ersten Meistertitel seit 1955 träumen.

Ulm darf auf weiteres Finale hoffen

Im Finale der Playoffs trifft der Sieger der Partie zwischen Bamberg und München dann entweder auf die EWE Baskets Oldenburg oder auf den Vorjahresfinalisten ratiopharm Ulm. "Wir haben heute eine große Chance vertan, den Final-Einzug perfekt zu machen", sagte ein enttäuschter Trainer Sebastian Machowski nach der bitteren 79:81-Niederlage seiner Oldenburger in Ulm am vergangenen Samstag.

Lediglich drei Punkte fehlten den EWE Baskets zum vorzeitigen Einzug ins Finale, am Ende erzwangen sich die Ulmer allerdings ein entscheidendes fünftes Spiel. "Das war heute ein beeindruckender Sieg unter den schwierigen Bedingungen, da kann ich meiner Mannschaft nur gratulieren. Wir haben emotional auf einem hohen Niveau agiert und kämpferisch eine herausragende Leistung gebracht", urteilte Trainer Thorsten Leibenath.

Machowski fordert bessere Defensive

Beim letzten Spiel der Serie werden die Ulmer vor allem auf Julius Jenkins aufpassen müssen, den sie in der vergangenen Partie überhaupt nicht in den Griff bekamen. Ganze 29 Punkte erzielte der US-Amerikaner und stellte damit eine persönliche Topmarke für diese Saison auf. Ironischerweise verloren die Oldenburger das Spiel am Ende trotzdem, obwohl sie auch insgesamt deutlich mehr Punkte erzielten als in den beiden Spielen zuvor, in denen man Ulm jeweils schlagen konnte.

Trainer Machowski erwartet daher von seiner Mannschaft in der Defensive eine bessere Leistung als zuletzt. "Vor allem in den spielentscheidenden Situationen tut es natürlich weh, wenn man es nicht schafft, den Defensiv-Rebound zu holen", ärgerte sich der gebürtige Berliner nach der Niederlage in Ulm und mahnte außerdem, dass "28 gegnerische Punkte im dritten Viertel definitiv zu viel" seien.

Zuversicht in Ulm

In Ulm zieht man aus dem jüngsten Erfolgserlebnis derweil Kraft für das Entscheidungsspiel. "In Oldenburg haben wir in dieser Saison schon zweimal gewonnen. Deswegen fahren wir zu Spiel fünf natürlich mit dem Ziel, ins Finale einzuziehen", erklärte beispielsweise Trainer Leibenath, der allerdings ebenfalls mahnte, dass man in Oldenburg besser verteidigen müsse als zuletzt. In der Offensive ruhen die Hoffnungen auf Center John Bryant. Der US-Amerikaner war mit 24 bzw. 18 Punkten in zwei der vier bisherigen Duelle bester Werfer der Ulmer.

Dass das andere Halbfinalspiel deutlich mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregt, stört Leibenath nicht: "Ich freue mich über jede Aufmerksamkeit, die die BEKO BBL erhält. Auch aufgrund der regionalen Nähe steht die Halbfinal-Partie zwischen Bamberg und München unter besonderem Fokus. Das ist für mich absolut nachvollziehbar. Ich persönlich habe nichts dagegen, wenn wir mit ratiopharm Ulm dann etwas unter dem Radar fliegen."

Das Halbfinale der BBL-Playoffs im Überblick

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