Cookie-Einstellungen
Basketball

Bamberg gewinnt auch das zweite Finale

Von Marco Heibel
Sharrod Ford (l.) führte Bamberg auch im zweiten Spiel zum Sieg und erzielte die meisten Punkte (15)
© getty

Die Brose Baskets drehen einen 19-Punkte-Rückstand und schlagen Oldenburg auswärts mit 63:61. Den Franken fehlt damit nur noch ein Sieg zum Titel.

Die Brose Baskets Bamberg haben auch das zweite Spiel in der Best-of-Five-Finalserie um die deutsche Meisterschaft für sich entschieden. Trotz eines zwischenzeitlichen 19-Punkte-Rückstands kämpften sich die Franken zurück und gewannen bei den EWE Baskets Oldenburg nach einer dramatischen Schlussphase mit 63:61.

EWE Baskets Oldenburg - Brose Baskets Bamberg 61:63 (24:16, 16:10, 4:16, 17:21)

Oldenburg: Burrell (13), Kramer (11) Jenkins (9), Chubb (8), Joyce, Smeulders (beide 7), Paulding, Wysocki (beide 3)

Bamberg: Ford (15), Jacobsen (14), Nachbar, Gavel (beide 9), Zirbes (7), Goldsberry, Neumann (beide 4), Tadda (1)

Angeführt von einem bärenstarken Sharrod Ford, der nicht nur 15 Punkte und 14 Rebounds verbuchte, sondern dem auch 1,6 Sekunden vor dem Ende der entscheidende Block gelang, siegten die Brose Baskets in Oldenburg mit 63:61 (16:24, 10:16, 16:4, 21:17). Oldenburg kämpfte aufopferungsvoll, war vor allem unter dem Brett besser, zeigte aber in der entscheidenden Phase Nerven.

Die Partie fand in einem ungewohnten Rahmen statt: Weil die EWE Arena durch einen Rinderzucht-Wettbewerb blockiert war, mussten die Basketballer in die kleinere Halle umziehen, die nur 3.000 anstatt der üblichen 6.000 Zuschauer fasst. Es gab aber auch positive Nachrichten für Oldenburg: Rickey Paulding meldete sich nach überstandener Verletzung fit und stand gleich in der Startformation.

Bamberg begann stark und ging durch den Dreier von Casey Jacobsen bereits nach einer Minute mit 5:0 in Führung. Doch Oldenburg zeigte sich unbeeindruckt und wendete schnell das Blatt. So nutzten die Hausherren eine Schwächephase der Bamberger zum Ende des Auftaktviertels und zogen auf 24:15 davon.

Bamberg von der Rolle

Symptomatisch für das Spiel der Bamberger in dieser Phase, die schwach verteidigten und wenig trafen, war die Performance ihres Starspielers Anton Gavel: Der Deutsch-Slowake konnte in der ersten Hälfte keinen einzigen seiner fünf Versuche im Korb unterbringen. Auf der anderen Seite spielten sich die EWE Baskets, angeführt von Julius Jenkins (sechs Punkte, drei Rebounds, drei Assists nach zwölf Minuten), zweitweise in einen Rausch. Jenkins war es auch, der nach 16 Minuten die vermeintlich vorentscheidende 38:19-Führung besorgte.

Zum Ende des zweiten Viertels gingen allerdings auch die Wurfquoten der Hausherren in den Keller, ohne dass Bamberg daraus Kapital schlagen konnte. Die Statistiken der ersten Hälfte gaben daher aus Oldenburger Sicht ein deutliches Bild ab: 40:26 Punkte, 26:17 Rebounds, 43:28 Prozent verwandelte Würfe aus dem Feld.

Oldenburg verliert den Faden

Nach dem Seitenwechsel ein umgekehrtes Bild: Bamberg wurde besser, ohne die ganz große Konstanz zu zeigen. Die Brose Baskets profitierten in dieser Phase vor allem von Sharrod Ford (15 Punkte, 14 Rebounds), dem mit Abstand besten Bamberger an diesem Tag. Auf der anderen Seite gelangen Oldenburg nur vier Zähler im dritten Viertel. Nach 30 Minuten war der zwischenzeitliche 19-Punkte-Vorsprung der Norddeutschen auf zwei Zähler zusammengeschrumpft (44:42).

Wie auch schon das erste Finale, hatte nun auch dieses Spiel endgültig den Charakter eines Kampfspiels. Durch den verwandelten Freiwurf von Bostjan Nachbar (einem von 23 verwandelten der Brose Baskets) übernahm Bamberg zu Beginn des Schlussviertels erstmals seit der dritten Minute wieder die Führung (47:46).

Jacobsen eiskalt, Jenkins zeigt Nerven

Das Festival der vergebenen Würfe ging allerdings auf beiden Seiten weiter. Am Ende sollte Oldenburg nur 33 Prozent seiner Würfe aus dem Feld treffen, Bamberg 34. Die Dreierquote lag sogar nur bei 20 beziehungsweise 25 Prozent.

Paradoxerweise war es ausgerechnet ein verwandelter Dreier von Burrell, der Oldenburg mit 55:54 in Führung brachte. Auf der Gegenseite erwies sich Jacobsen mit sechs Zählern in Serie als go-to-guy, während Oldenburgs Starspieler Jenkins zwei Minuten vor dem Ende beim Stand von 57:62 zwei Freiwürfe verfehlte.

Fords Block 1,6 Sekunden vor dem Ende bringt den Sieg

Adam Chubb verkürzte 36 Sekunden vor dem Ende per Tip-in noch einmal auf 61:63. 1,6 Sekunden vor dem Ende hatte Dru Joyce den Ausgleich in der Hand, doch Ford blockte den Wurf spektakulär. Die verbliebene Zeit reichte Burrell nicht mehr, einen kontrollierten Wurf abzugeben, sodass die Brose Baskets den zweiten Sieg einfuhren und einen Meilenstein Richtung vierter Meisterschaft in Serie schafften.

Joyce, der die Riesenchance zum Ausgleich hatte, zeigte sich bei "Sport 1" nach dem Spiel besonders geknickt: "Es ist hart, weil wir in der ersten Hälfte ein Riesenspiel gemacht haben. Vier Punkte im dritten Viertel und 21 in der zweiten Hälfte waren einfach zu wenig. Wir haben aber insgesamt zu viele Fehler gemacht."

Das möglicherweise entscheidende dritte Spiel findet am Sonntag um 16:05 Uhr in Bamberg statt.

Die BBL-Playoffs 2013 in der Übersicht

Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung