Mehrsport

NOK gründet Ad-Hoc-Gremium

SID
Im russischen NOK-Gebäude wird über den russischen Kampf gegen Doping entschieden
© getty

Das Nationale Olympische Komitee (NOK) von Russland hat im Kampf gegen Doping im russischen Sport und insbesondere in der Leichtathletik am Mittwoch die Gründung eines Ad-Hoc-Gremiums bekannt gegeben.

Der Ausschuss, dem Vertreter des Sportministeriums und verschiedener Sportverbände sowie Juristen angehören, soll dem Leichtathletik-Verband bei der Selbstreinigung zur Seite stehen und wirkungsvolle Maßnahmen im Kampf gegen Doping entwickeln.

"Unser oberstes Ziel ist es, unseren Sport gemäß den Richtlinien der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA zu säubern und damit zu erreichen, dass die russischen Leichtathleten wieder in den Weltverband aufgenommen werden und so ihr internationales Startrecht zurückerlangen", sagte NOK-Präsident Alexander Jukow. Das neue Gremium soll sich am Wochenende zu seiner ersten Sitzung treffen.

"Genug ist genug"

Derweil hat der zweimalige Hürden-Olympiasieger Ed Moses am Rande des WADA-Treffens in Colorado Springs den Ausschluss der Russen von Olympia in Rio gefordert. "Genug ist genug, das ist die einzig wirksame Sanktion", sagte Moses: "Wir brauchen die laute und klare Aussage, dass die russischen Athleten definitiv nicht nach Rio dürfen."

Darüber hinaus sprach sich Moses für "Untersuchungen auch in anderen Sportarten in Russland" aus. Schließlich würden die zu Tage geförderten Erkenntnisse der unabhängigen WADA-Kommission nahelegen, dass Dopingmissbrauch auch in anderen Disziplinen in Russland gang und gäbe sei. Sportler auf der ganzen Welt seien "in dieser Angelegenheit sehr besorgt", führte der 60-Jährige aus: "Sie wollen, dass das Richtige getan wird." Im Raum steht der Ausschluss der russischen Anti-Doping-Organisation RUSADA.

Schweizer übernimmt WADA-Direktion

In einem der ersten Tagesordnungspunkte wurde am Mittwochnachmittag der Schweizer Olivier Niggli als neuer WADA-Generaldirektor bestätigt. Der 45-Jährige übernimmt im kommenden Juni das Amt vom Neuseeländer David Howman, der seine Tätigkeit nach 13 Jahren beendet.

Die IAAF hatte am vergangenen Freitag auf Beschluss des 27-köpfigen Councils den russischen Verband ARAF vorläufig suspendiert. Russlands Leichtathleten dürfen damit bis auf Weiteres nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen, zudem droht ihnen das Aus für die Spiele Rio. Um wieder zugelassen zu werden, müssen die Russen weitreichende Reformen durchsetzen und eine Liste von Kriterien erfüllen.

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