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Doping: Forscher wollen Änderungen im Sport

SID
Doping soll nach dem Willen des Sportausschusses des Bundestages gesetzlich verboten werden
© getty

Die Autoren der umstrittenen Studie zur Aufarbeitung des Dopings in Deutschland empfehlen weitreichende Änderungen im deutschen Sport.

In einer dem SID vorliegenden Stellungnahme für den Sportausschuss des Deutschen Bundestages sprechen sich die Berliner Forscher unter anderem für ein Anti-Doping-Gesetz und das Ende der "Endkampfchance" als entscheidendes Kriterium für die Entsendung zu internationalen Wettbewerben aus.

"Ein Dopingverbot durch ein Gesetz [...] ist ein unerlässlicher, zeitnah zu implementierender Schritt", heißt es in dem vierseitigen Brief. Dazu gehöre auch, die Strafbarkeit des Athleten mit einzubeziehen. Die Studien der Forscher ergaben zudem, dass sich die "Chance auf Endkampfteilnahme" als entscheidendes Kriterium als "stark wirksamer Dopinganlass" erwiesen hätte. Insgesamt formulierten die Wissenschaftler acht Empfehlungen aus ihren Ergebnissen.

Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch

Am Mittwoch sollten die Ergebnisse der 2008 vergebenen Studie eigentlich im Sportausschuss vorgestellt werden. Nach Angaben des auftraggebenden Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) würden allerdings noch ungeklärte datenschutzrechtliche Probleme gegen eine Veröffentlichung sprechen. Dem widersprachen die Forscher.

Ursprünglich war die vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) initiierte 500.000 Euro teure Studie "Doping in Deutschland" vom BISp 2008 an Forscher aus Münster und Berlin vergeben worden. Doch bereits im vergangenen November war eine erste Ergebnispräsentation gescheitert.

Die Berliner Wissenschaftler um Giselher Spitzer hatten bei einer Teilpräsentation 2011 für Aufsehen gesorgt, als sie Westdeutschland für die Jahre 1970 bis 1990 ein "systemisches Doping" attestierten und Ex-NOK-Chef Willi Daume sogar "billigende Mitwisserschaft" vorwarfen. Die Forscher behaupteten zudem, dass drei deutsche Fußball-Nationalspieler bei der WM 1966 gedopt waren.

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