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Boll scheitert im Viertelfinale an Ma Long

SID
Timo Boll musste sich m WM-Viertelfinale gegen Ma Long mit 2:4 geschlagen geben
© getty

Der Traum von der zweiten WM-Einzelmedaille ist für Tischtennis-Star Timo Boll (Düsseldorf) im Viertelfinale von Paris zerplatzt. Der Rekord-Europameister musste sich trotz eines beherzten Auftritts dem Weltranglistenzweiten Ma Long (China) mit 2:4 geschlagen geben und verpasste damit einen Erfolg wie vor zwei Jahren in Rotterdam.

Timo Bolls Traum von der zweiten Einzelmedaille zerschellte an der "chinesischen Mauer", die WM-Bühne verließ der Tischtennis-Star dennoch erhobenen Hauptes.

Der Rekord-Europameister hatte im Viertelfinale von Paris wie ein Löwe gekämpft, musste sich aber der Extraklasse des Mitfavoriten Ma Long (China) geschlagen geben.

China im Halbfinale unter sich

Trotz unentwegter Anfeuerung des Großteils der rund 10.000 Zuschauer im Palais Omnisports verlor der "Chinesen-Schreck" das Medaillenspiel 2:4 (4:11, 9:11, 11:9, 8:11, 11:8, 9:11) und verpasste damit einen Erfolg wie vor zwei Jahren, als er in Rotterdam erst im Halbfinale ausschied und Bronze gewann.

Auch Bolls Düsseldorfer Vereinskollege Patrick Baum stoppte die chinesischen Festspiele nicht. Der zweimalige Vize-Europameister unterlag dem Titelverteidiger und Olympiasieger Zhang Jike (China) nach gutem Beginn 1:4 (11:9, 6:11, 10:12, 2:11, 3:11). Die Medaillenvergabe macht die Tischtennis-Großmacht unter sich aus. Im Halbfinale am Sonntagabend traf Ma Long auf Wang Hao, Zhang bekam es mit Xu Xin zu tun.

Bei Boll, der nach einer Pause zu Jahresbeginn seine Form komplett neu aufgebaut und in diesem Jahr noch kein Turnier gespielt hatte, hielt sich die Enttäuschung nach dem starken Auftritt aber in Grenzen: "Ich habe mein bestes Tischtennis gezeigt, von daher bin ich nicht todunglücklich. Mir macht das Mut für die Zukunft." In diesem Jahr war es für den Weltranglistenfünften die erste Begegnung mit einem der Top-Chinesen: "An das Niveau muss man sich immer erst gewöhnen."

"Er war nah dran"

Auch Bundestrainer Jörg Roßkopf zog den Hut vor seiner Nummer eins: "Er war nah dran und hat eine super WM gespielt." Nach zuvor vier souveränen WM-Vorstellungen reichte es gegen den 24-jährigen Ma, den Boll vor dem Turnier als "gierigsten" der Chinesen ausgemacht hatte, mit einem starken Auftritt zu vielen sehenswerten Punkten, nicht aber zum Favoritensturz.

Frenetisch angefeuert von "Timo, Timo"-Rufen steckte Boll nie auf. Zweimal verkürzte der selbstbewusst und fit wirkende 32-Jährige zwischenzeitlich den Satz-Rückstand, immer wieder riss es auch Roßkopf aus seinem Sitz am Rande der Box.

Doch Ma Long, der bereits bei 17 World-Tour-Turnieren triumphierte, bewies auf dem Weg zum erhofften ersten großen Einzel-Titel erstaunlich gute Nerven und brachte den verdienten Sieg mit dem zweiten Matchball unter Dach und Fach.

Baum vergibt 10:5-Führung

Der 25 Jahre alte Baum war sichtlich niedergeschlagen ob der verpassten Medaillenchance, zumal er den dritten Satz gegen Zhang beim Stand von 1:1 trotz 10:5-Führung noch verlor - der Knackpunkt des Spiels.

"Das darf einem gegen die Chinesen nicht passieren. Niemand erinnert sich später daran, dass du mal im WM-Viertelfinale gestanden hast, das bringt mir nichts. Ich weiß nicht, ob ich irgendwann noch einmal so eine Chance bekomme", sagte die Nummer 29 der Welt resigniert.

Baum hatte am Vorabend überraschend den ebenfalls mit Medaillenambitionen gestarteten Olympiadritten Dimitrij Ovtcharov (Orenburg/Russland) ausgeschaltet und damit erstmals bei einer WM die Runde der letzten Acht erreicht - für den Jugend-Europameister von 2005 nach einem harten Jahr eigentlich ein Erfolgserlebnis.

2012 hatte der zweimalige Vize-Europameister gleich zwei Rückschläge verkraften müssen: Erst war er bei den Olympischen Spielen in London nur Ersatzmann, dann wurde er bei der EM in Herning/Dänemark nach dem Viertelfinaleinzug wegen eines nicht regelkonformen Schlägers disqualifiziert.

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