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DVV-Präsident: "Wir sind arme Schweine"

SID
"Wenn jetzt nix rauskommt, dann nie": Führungsspieler Björn Andrae versteht die Welt nicht mehr
© Imago

Der Verband fährt einen Sparhaushalt, die Nationalspieler schmettern für null Cent - trotz des erfolgreichsten Sommers der Geschichte steckt der deutsche Volleyball in einer Finanzkrise.

Etwa 300.000 Euro weniger sind nach dem Ausstieg des einstigen Hauptsponsors in der Kasse und die Profis murren bei der Europameisterschaft über ihre Verbandsführung.

"Dass wir hier bei der Europameisterschaft ohne Trikotsponsor auflaufen, ist für mich unverständlich. In allen Bereichen hatte der Verband in diesem Sommer solche Erfolge. Wenn jetzt nix rauskommt, dann nie", sagt Führungsspieler Björn Andrae dem "SID".

Erster Europaliga-Sieg der Männer, erster WM-Titel im Beach durch Julius Brink und Jonas Reckermann, erstes WM-Gold der Geschichte für die U-20-Juniorinnen in der Halle - trotzdem steht der Deutsche Volleyball-Verband finanziell mit dem Rücken zur Wand.

"Nationalspieler kämpfen nur für Ruhm und Ehre"

"Wir sind arme Schweine und haben kein Geld. Die Jungs kriegen nicht mal Tagegeld von uns", gesteht Präsident Werner von Moltke ein. "Die Nationalspieler kämpfen nur für Ruhm und Ehre."

Das tun alle auch sehr gern, aber natürlich würden sie auch für die immerhin etwa drei Monate im Nationalteam gern ein paar Euro in die Tasche bekommen. "Du hast im Sommer Unkosten, aber fast keine Einnahmen", sagt Andrae.

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Viele Volleyballer-Verträge laufen nur über acht Monate und nicht jeder kassiert bei seinem Verein 500.000 Euro brutto im Jahr wie die Großverdiener im deutschen Team.

"Andere Sportarten verdienen sich im Nationalteam eine goldene Nase. Und Volleyballer aus anderen Nationen kriegen auch richtig Geld", berichtet Andrae. Bei EM-Vorrundengegner Frankreich sind es immerhin 80 Euro täglich pro Nase, bei Weltmeister Brasilien gibt es in der Auswahl teilweise mehr zu verdienen als im Verein.

Weltliga 2010 einzige Hoffnung auf das große Geld

Die deutschen Nationalspieler freuen sich schon über die 1500 Euro Prämie für die WM-Qualifikation von der Sporthilfe und etwa 500 Euro, die sie als Belohnung für den ersten Europaliga-Sieg der Geschichte bekommen sollen.

Verbandschef von Moltke, dem eigentlich gute Kontakte zur Wirtschaft nachgesagt werden, hat bislang nur zwei Firmen aufgetrieben, die Geschäfte mit den Volleyballern machen wollen. "Aber leider haben wir bislang keinen Sponsor, der uns sagt: 'Hier habt ihr eine halbe Million, macht was draus.'"

So bleibt immer wieder nur der Versuch, über weitere Erfolge an Geld zu kommen. Deshalb wollen sich die deutschen Volleyballer nach der EM gegen Venezuela auch unbedingt für die mit 20 Millionen Dollar dotierte Weltliga 2010 qualifizieren. Der Sieger kassiert allein eine Million Dollar - da dürften dann selbst für die Spieler ein paar Cent hängenbleiben.

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