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Tierarzt übernimmt Verantwortung

SID
Springreiter Marco Kutscher wurde während der Olympischen Spiele 2008 des Dopings überführt
© Getty

In die dubiosen Umstände der Doping-Affäre um den Hengst Cornet Obolensky von Springreiter Marco Kutscher (Hörstel) bei Olympia 2008 in Hongkong kommt allmählich Licht.

Tierarzt Björn Nolting übernahm die Verantwortung dafür, dass über die Behandlung von Kutschers Pferd während des Wettkampfes zunächst Stillschweigen vereinbart worden war. Nolting sprach von "Trubel", der in Hongkong nach der ersten Runde im Nationenpreis im deutschen Stall geherrscht habe.

Der Tierarzt hatte mit Kutscher die Behandlung des Pferdes mit den Substanzen Lactanase und Arnika abgesprochen - "zwecks optimaler Regeneration der Muskulatur".

Enttäuschende Leistung

Kutschers Pferd hatte in der ersten Runde mit 13 Strafpunkten eine enttäuschende Leistung gezeigt. "Unglücklicherweise nahm die Pflegerin ohne Rücksprache und völlig voreilig die Behandlung vor, bevor ich die erforderliche Freigabe für eine Injektion einholen konnte", sagte Nolting.

Erst als das Pferd einen kurzen Schwächeanfall erlitten hatte und Nolting dazugerufen wurde, sei ihm die Problematik bewusst geworden. "Aufgrund des dort herrschenden Trubels habe ich beschlossen - hierfür übernehme ich die Verantwortung - Stillschweigen zu bewahren", teilte Nolting mit.

Entlassung als Konsequenz

Nolting ist seit der vergangenen Woche nicht mehr Mannschaftstierarzt der deutschen Dressurreiter, nachdem er Wochen zuvor bereits sein Amt als verantwortlicher Veterinär abgegeben hatte. Fraglich ist nun, ob noch jemand anderes aus dem deutschen Team die Behandlung angezeigt hat.

Laut Regelwerk muss im Reitsport jede Medikation im Wettkampf angemeldet werden, es herrscht die mittlerweile von vielen Fachleuten kritisierte Nulllösung.

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung FN hat trotzdem zunächst von einem Ermittlungsverfahren abgesehen. Die Aussagen seien zum jetzigen Zeitpunkt zu widersprüchlig.

Sobald man aber neue Erkenntnisse habe, werde man ein Verfahren einleiten, sagte FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach.

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