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Boxen

Muhammad Ali – Der Größte aller Zeiten

Von Tobias Drews
Legendär: Ali (r.) beim berühmten "Rumble in the Jungle" gegen Foreman in Kinshasa/Zaire
© Imago

Ich habe ihn mehrfach bei Box-Veranstaltungen getroffen - Muhammad Ali, den größten Boxer aller Zeiten. Es war jedes Mal eine absolute Gänsehaut-Atmosphäre. Diesen Mann umgibt eine Aura, wie es nur bei ganz wenigen anderen Menschen der Fall ist.

Und plötzlich kommt man mit anderen Personen ins Gespräch: "Ich habe Ali damals gegen Liston boxen sehen", "Ich bin seinerzeit immer von meinem Vater für die Kämpfe geweckt worden", "Ich weiß noch, wo ich mich aufhielt, als man Ali den Titel aberkannte". Jeder Boxfan hat seine eigene Ali-Erinnerung, seine eigene Ali-Geschichte.

Aber: Ist er wirklich "der Größte"? Boxerisch können ihm einige den Thron streitig machen: Sugar Ray Robinson, der mehrfach Weltmeister im Welter- und Mittelgewicht in den Jahren 1946 bis 1960 war. 175 Siege aus 202 Kämpfen sind ein Rekord für die Ewigkeit.

Oder Henry Armstrong: 1938 zeitgleich Weltmeister im Feder-, Leicht- und Weltergewicht. Oder Joe Louis, der es auf 25 erfolgreiche Titelverteidigungen im Schwergewicht brachte.

Erfolge, Prinzipien - und Krankheit

Aber Muhammad Ali war und ist mehr, er wurde größer als der Sport selbst und schaffte es, ein wirklicher Volksheld zu sein. Der Titel "Superstar" wird heute im Stundentakt neu vergeben, Muhammad Ali hält ihn seit mehreren Jahrzehnten.

Als Boxer, als politische Figur, als Mann, der für seine Prinzipien einstand, als das mit ernsthaften Konsequenzen für ihn verbunden war und ihn mehr als nur die sportliche Karriere hätte kosten können.

Auch wenn es ein trauriges Bild ist, Ali dieser Tage - von der Krankheit gezeichnet - zu sehen: Er ist sich selber treu geblieben und kämpft noch immer. Gegen die Krankheit, gegen den körperlichen Verfall und für den Frieden in der Welt. Das macht ihn wahrlich zum "Greatest of all Times" - zum "Größten aller Zeiten".

Die 3 besten Muhammad Ali-Fights:

vs. George Foreman

30.10.1974, Kinshasa/ Zaire (Heute: Republik Kongo)

Der "Rumble in the Jungle", die größte Glanzleistung aller taktischen Glanzleistungen schlechthin. Ali stellt sich gegen den Puncher Foreman an die Seile, blockt alle Schläge und lässt sich den Weltmeister müde schlagen. Dann nutzt er dessen Probleme und schlägt Foreman K.o. Diese Taktik, der "Rope-A-Dope" wurde oft kopiert, aber nie mehr erreicht...

vs. Joe Frazier (3. Kampf)

1.10.1975, Quezon City, Philippinen

Der "Thrilla in Manila" und ein Zitat von Ali, dass alles sagt: "Wir sind als Helden nach Manila gekommen und kehren nun als alte Männer wieder zurück". Ein Kampf auf Biegen und Brechen in tropischer Hitze, schon beim Zusehen bekommt man Schweißausbrüche.

In den letzten Runden halten sich beide Boxer nur noch aufgrund ihres Willens auf den Beinen, dann gibt Frazier-Trainer Eddie Futch den Kampf für seinen Boxer auf. Auch Ali kriegt kaum noch die Arme zum Jubeln in die Höhe.

Ken Norton

10.09.1973, Inglewood/ USA

Im ersten Kampf boxte Ali zehn Runden mit gebrochenem Kiefer und verlor nach Punkten. Im Rückkampf, nur ein halbes Jahr später, holte sich Ali die nordamerikanische Meisterschaft zurück.

Die Box-Ranglisten der vier größten Verbände

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