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Dopingfall Deußer: Fünf Monate kein Reitausweis

SID

Göteborg - Vor einem Jahr war Daniel Deußer bei den Springreitern als Weltcup-Zweiter der Shootingstar, mittlerweile ist er für viele in der Szene eine Reizfigur. Zwei positive Dopingproben haben den 26-Jährigen ins Zwielicht geraten lassen.

Während das Weltcup-Finale in Göteborg begann, musste sich der aus Hessen stammende Reiter in der Zentrale der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) in Warendorf der Disziplinar-Kommission stellen und darf nach dem Urteil fünf Monate lang nicht bei internationalen Turnieren starten.

Die Disziplinar-Kommission der FN entschied in einem nationalen Dopingverfahren, dem Profi keine Turnierlizenz und keine internationalen Startgenehmigungen auszustellen. Bei der von Deußer im Frühjahr 2007 in Wellington/Florida gerittenen Pristanna war das Doping-Mittel Reserpine festgestellt worden. "Reserpine wird nach dem amerikanischen, dem internationalen und dem deutschen Sportregelwerk als Dopingsubstanz angesehen", hieß es in der Urteilsbegründung. Der im niederländischen Valkenswaard lebende Hesse kann gegen das Urteil Einspruch beim Großen Schiedsgericht der FN einlegen.

Abrupter Karriere-Knick 

Für Deußer, der vor genau einem Jahr seinen sportlichen Durchbruch schaffte, bedeutet das Urteil einen abrupten Karriere-Knick. Beim Weltcup-Finale in Las Vegas stürmte er im April 2007 auf Platz zwei und galt als neue große Hoffnung des deutschen Springsports. Als Angestellter des niederländischen Pferdehändlers Jan Tops schoss der in Wiesbaden geborene Reiter innerhalb eines Jahres in der Weltrangliste von Platz 295 auf 15 und hängte im Weltcup die anderen deutschen Reiter ab.

Beim Final-Turnier gab es jedoch ebenfalls eine positive Probe, auch bei Air Jordan wurde die Dopingsubstanz Reserpine festgestellt. Noch einen Tag vor der Veröffentlichung des längst laufenden Verfahrens durch den Weltverband FEI behauptete Deußer zu Gerüchten über seinen Dopingfall: "Ich weiß nichts von einer positiven A-Probe, ich kann mir das nicht erklären." International kam es dann allerdings zu keiner Sperre, die FEI stellte das Verfahren ohne genaue Erklärung ein. Angeblich war das Siegel der B-Probe nicht in Ordnung, eine detaillierte Erklärung verweigerte die FEI.

Zweite positive Probe 

Während der nationale Verband trotzdem weiter ermittelte, wurde mit Verspätung eine zweite positive Probe bekannt. Bei Pristanna war im Frühjahr 2007 bei einem Turnier in Wellington ebenfalls Reserpine festgestellt worden. Da es sich um ein nur national ausgeschriebenes Turnier handelte, wurde Deußer zwar in den USA für drei Monate gesperrt, aber nicht international.

In Deutschland wurde dieser Fall erst publik, als vor einem Monat der Dortmunder Turnierveranstalter Kaspar Funke Deußers Start wegen der US-Sperre verhindern wollte. Funke scheiterte damals an den internationalen Statuten, sorgte aber für einigen Wirbel.

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