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Boxen

Rocky prophezeiht Michalczewski "Prügel"

SID
rocchigiani, rocky
© Getty

Berlin - Der Auftritt von Rocky war filmreif: Der Moderator kündigte Graciano Rocchigiani lautstark an, und der ehemalige Profibox-Weltmeister betrat im Blitzlicht-Gewitter der Fotografen und zum Song "Ich bin wieder hier" den Saal. 

Ein schwerer Boxkampf stand für den 43-Jährigen aber nicht an, stattdessen hielt der gealterte Kämpfer im Presseraum der Berliner Max-Schmeling-Halle eine unterhaltsame Pressekonferenz zu seiner Autobiographie.

Nur 16 Tage nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis genoss Rocchigiani sichtlich das Rampenlicht. "Der Knast hat mich verändert. Ab jetzt bin ich resozialisiert und ein guter Mensch. Ich liebe euch alle", sagte der Deutsch-Italiener mit beißender Ironie bei der Vorstellung des 400 Seiten starken Buches "Meine 15 Runden - Wer einstecken muss, darf auch austeilen!".

"Ich möchte den Leuten erzählen, wie es wirklich war"

An den Wänden hingen Werbeplakate, auf denen Rocchigiani in Anspielung auf seine skandalträchtige Karriere in Polizeiuniform, Gefangenenkleidung oder in einer Richterrobe abgelichtet war. "Die härtesten Runden in meinem Leben waren die Erfahrungen vor Gericht und im Knast. Das waren Erlebnisse, die man nicht haben will", sagte Rocky, der in seiner Biographie, "keine Geschichten erzählen wollte, die nicht stimmen" und den Lesern erzählen möchte, "wie es wirklich war".

Für die Zukunft hat sich der jüngste deutsche Profibox-Weltmeister vorgenommen, sich noch ein letztes Mal auf den Sport zu konzentrieren.

"Die Schlacht ist eröffnet"

Ein halbes Jahr vor dem dritten Duell gegen Ex-Champ Dariusz Michalczewski sagte er seinem Kontrahenten den Kampf an: "Ich werde mich gut vorbereiten, um ihm dann im Ring eine Tracht Prügel zu verabreichen."

Rocchigiani, der in Duisburg ein Box-Gym betreibt, zeigte sich von den Verbal-Attacken seines inzwischen 39-jährigen Gegners enttäuscht: "Ich dachte, wir wären uns näher gekommen. Aber wenn ich höre, dass ich ein Arschloch bin, dann kann ich nur sagen: Die Schlacht ist eröffnet." Ab Januar werde er sich mit seinem Bruder Ralf als Trainer intensiv im Ausland auf den Fight vorbereiten.

Lockruf des Geldes war zu stark 

Ausschlaggebend für das Zustandekommen des Kampfes, der am 24. Mai 2008 in Hannover stattfinden soll, waren für Rocchigiani finanzielle Gründe. Gegen Michalczewski gehe es ihm in erster Linie ums Geld, meinte Rocky und gab zu: "Das ist Oldie-Boxen. Ich würde mir nicht herausnehmen, gegen einen 30-jährigen Weltklasseboxer anzutreten."

Rocchigiani hatte bereits 1996 und 2000 gegen den Tiger geboxt. Beim ersten Kampf erreichte er ein umstrittenes Unentschieden, anschließend verlor er klar. "Im Prinzip steht es 1:1. Die Leute wollen den Kampf gerne sehen", sagte Rocchigani, für den das Duell gegen Michalczewski zum letzten Auftritt im Seilgeviert werden soll.

Eine Option hält sich der eigenwillige Faustkämpfer jedoch offen. Seit langer Zeit sei er von der Idee eines Viererturniers mit den ehemaligen Weltmeistern Sven Ottke, Henry Maske und Michalczewski angetan, sagte Rocchigiani und nannte auch die Trophäe: "Der Beste würde den Oldie-Gürtel bekommen."

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