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Motorsport

Tausche Anzug gegen Helm

Von Alexander Mey
drayson, aston martin
© Imago

München - Was wäre wohl in Deutschland los, wenn Verteidigungsminister Franz Josef Jung plötzlich von seinem Amt zurücktreten würde, nur weil er gerne mehr Zeit für sein Hobby Fußball hätte?

Wahrscheinlich wäre das Kopfschütteln groß, die einen würden ihn für verrückt erklären, die anderen wären sogar empört über so viel Gleichgültigkeit bei den Volksvertretern.

Offenbar sieht man das in England etwas gelassener, denn dort ist genau so ein Fall aufgetreten. Lord Paul Drayson, Staatssekretär im britischen Verteidigungsministerium und zuständig für die Rüstungseinkäufe, legt sein Amt nieder, um Rennfahrer zu werden.

Kein Witz, kein billiger PR-Trick, der Mann meint das wirklich ernst.

Die Chance des Lebens

Nach einer guten Vorstellung in einem Rennen der britischen GT-Meisterschaft in dieser Saison will er im kommenden Jahr in der American Le Mans Series in einem Aston Martin an den Start gehen. Die Langstrecken-Serie ist ein Fulltime-Job, und dazu auch noch in Übersee: Da muss die Politik schon einmal zurückstehen.

"Ich bekomme diese Chance nur einmal in meinem Leben. Die Teilnahme an der American Le Mans Series ist ein entscheidender Schritt in Richtung meines eigentlichen Traums, einmal erfolgreich an den 24 Stunden von Le Mans teilzunehmen", erklärte Drayson in einem von der "BBC" veröffentlichten Brief an Premierminister Gordon Brown.

Dieses Engagement lasse sich nicht mit der Vollzeit-Arbeit in der Regierung vereinbaren. Gut, Drayson wird für seinen Regierungsposten nicht hoch bezahlt, aber dennoch erstaunt die Reaktion von Brown.

Premierminister Brown gibt seinen Segen

Der Premierminister hat nämlich vollstes Verständnis für Draysons Wunsch, sein Hobby zum neuen Beruf zu machen. "Ich kann den Wunsch nachvollziehen, die außergewöhnliche Chance zu ergreifen, sich seinen großen Lebenstraum zu erfüllen", antwortete Brown.

Sogar eine Rückkehr in die Regierung nach der Rennsportkarriere scheint kein Problem zu sein. "Ich freue mich auf ihre Rückkehr in die Regierung", schrieb Brown an Drayson.

Ob der Premierminister wohl auch gespannt vor dem Fernseher sitzen wird, wenn sein ehemaliger Mitarbeiter irgendwann wirklich einmal seine Runden im ehrwürdigen Le Mans drehen sollte?

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